Petition richtet sich an:
Grenzgangsverein Biedenkopf
Der Biedenkopfer Grenzgang ist mehr als ein Heimatfest. Er verbindet Generationen, schafft Gemeinschaft, Identität und ist ein wichtiger Teil unserer Stadt. Gerade weil uns diese Tradition am Herzen liegt, setzen wir uns für seine Weiterentwicklung ein.
Mit dieser Petition setzen wir uns dafür ein mit Blick auf den Grenzgang 2033, die Figur des „Mohren“ behutsam anzupassen. Unser Ziel ist nicht, die Figur abzuschaffen oder den Grenzgang komplett auf den Kopf zu stellen. Im Gegenteil: Wir möchten dazu beitragen, dass der Grenzgang auch in Zukunft ein Fest bleibt, auf das alle Biedenkopferinnen und Biedenkopfer stolz sein können.
Lesen Sie hier mehr: www.grenzgangsmajor.carrd.co
Viele Menschen verbinden mit der Figur des „Mohren“ ausschließlich positive Gefühle. Gleichzeitig wird ihre Darstellung heute zunehmend kritisch gesehen – insbesondere wegen des Blackfacings, der negativ behafteten Bezeichnung und dem mutmaßlichen historischen Ursprung im europäischen Kolonialismus. Die Kritik richtet sich nicht gegen die vielen Menschen, die den Grenzgang mit viel Herzblut und ehrenamtlichen Engagement gestalten, sondern gegen eine Darstellungsform, die heute anders wahrgenommen wird als früher.
Diese Petition soll sichtbar machen, dass es auch innerhalb der Biedenkopfer Stadtgesellschaft Menschen gibt, die sich eine veränderte Darstellung der Symbolfigur wünschen.
Unser Anliegen ist es, das Grenzgangskomitee zu ermutigen, gemeinsam mit der Bürgerschaft darüber nachzudenken, wie die Symbolfigur künftig gestaltet werden kann – mit Respekt vor der eigenen Geschichte, sozialer und ethischer Verantwortung, und im Sinne der Zukunft unseres Heimatfestes.
Ein Vorschlag könnte so aussehen: Die Figur soll als "Major" erhalten bleiben – nur das Blackfacing soll entfallen. Uniform, Aufgabe und Rolle innerhalb des Grenzgangs bleiben unverändert.
Wir sind überzeugt: Der Grenzgang muss sich nicht zwischen Tradition und gesellschaftlicher Verantwortung entscheiden. Beides ist möglich.
P.S. Im Zuge der Unterschriftenabgabe können Sie optional Angaben machen warum Ihnen diese Petition wichtig ist. Nutzen Sie gerne diese Möglichkeit, um Ihre Gedanken zu dem Thema zu äußern.
Begründung
Der Grenzgang ist für uns zu wertvoll, um ihn dauerhaft auf die Diskussion um die Figur des „Mohren“ reduzieren zu lassen. Wir wünschen uns, dass wieder das im Mittelpunkt steht, was den Grenzgang seit Generationen ausmacht: Gemeinschaft, Heimatverbundenheit und das Miteinander.
Gleichzeitig merken wir, dass uns die aktuelle Debatte nicht mehr loslässt. Wir fragen uns, ob wir Bilder des Grenzgangs in seiner heutigen Form noch unbeschwert teilen oder Menschen von außerhalb mit derselben Selbstverständlichkeit dazu einladen würden wie früher. Das macht uns traurig, denn eigentlich möchten wir unseren Grenzgang mit Stolz nach außen tragen.
Wir befürchten, dass ein Fest, das auf berechtigte gesellschaftliche Fragen keine Antwort findet, langfristig nicht nur immer wieder in die gleiche Diskussion gerät, sondern auch dem Ansehen Biedenkopfs schadet. Das würde weder dem Grenzgang noch den vielen Ehrenamtlichen gerecht, die ihn mit großem Engagement tragen.
Wir wünschen uns deshalb eine Lösung, die Tradition und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet. Eine Lösung, die den Charakter des Grenzgangs bewahrt und gleichzeitig zeigt, dass unsere Stadt bereit ist, ihre Traditionen verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
Denn wir möchten auch in vielen Jahren noch mit Überzeugung sagen können: Auf unseren Grenzgang sind wir stolz.
Man kann die Figur nicht mehr Mohr nennen, wenn es auch nur eine Person gibt, die das verletzt. Weißen Menschen steht es nicht zu, jemand anderem das Gefühl der Diskriminierung abzusprechen. Weiße Menschen mag das nicht direkt betreffen, aber blackfacing ist alles andere als zeitgemäß, es muss sich daran dringend etwas ändern, damit der Grenzgang 2033 nicht wieder überschattet wird von dieser unnötigen Diskussion, die gar keine sein sollte. Danke für diese Initiative!
(Bearbeitet)