Region: Nossen

Für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in der Stadt Nossen und ihren Ortsteilen - jetzt!

Petition richtet sich an
Bürgermeister Christian Bartusch

88 Unterschriften

Sammlung beendet

88 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet Januar 2025
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht am 05.02.2026
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Bürgermeister Christian Bartusch

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dieser Petition wenden wir uns an Sie, um auf die dringende Notwendigkeit des Ausbaus der öffentlichen Ladeinfrastruktur in der Stadt Nossen hinzuweisen.

Aktuell gibt es, abgesehen von den Schnellladern an den Autohöfen der Umgebung, in Nossen und seinen 55 Ortsteilen nur eine einzige öffentliche Ladestation mit zwei Ladepunkten, nämlich die vor dem Rathaus der Stadt Nossen. Nutzer von Elektrofahrzeugen müssen deshalb derzeit lange Wege auf sich nehmen, um Ihre Fahrzeuge zu laden, sofern im privaten Bereich keine Möglichkeit dazu besteht. Zeitweise treten schon jetzt Engpässe beim Laden der Fahrzeuge auf. Zudem laden viele Fahrer von Hybridfahrzeugen ihre Fahrzeuge nicht, weil keine öffentliche Ladeinfrastruktur wohnortnah zur Verfügung steht.

Die erste und einzige Ladestation in Nossen ist also angesichts der erwarteten Zunahme an Elektro- und Hybridfahrzeugen völlig unzureichend. Schätzungen zufolge werden zukünftig etwa 30-50 % aller Ladevorgänge im öffentlichen Raum stattfinden müssen, weil nicht jeder Bürger sich eine private Ladestation aufbauen kann oder will. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, muss die Stadt Nossen als Teil der Daseinsvorsorge jetzt den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur vorantreiben.

Wir fordern daher den Stadtrat und den Bürgermeister der Stadt Nossen auf, folgende Maßnahmen umzusetzen:

  1. Aktive Förderung privater Investoren: Die Stadt sollte private Anbieter von Ladeinfrastruktur aktiv auffordern, sich am Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in der Stadt Nossen und seinen Ortsteilen zu beteiligen. Die Stadt muss diese Anbieter unterstützen, indem geeignete Standorte identifiziert und bereitgestellt sowie bestehende Fördermöglichkeiten genutzt werden.
  2. Flächendeckender Ausbau von Normalladepunkten: In jedem Ortsteil und jedem Wohngebiet der Stadt Nossen muss bis 2030 mindestens eine Normalladestation mit zwei Ladepunkten bis 22 kW installiert werden. Geeignete Standorte sind öffentliche Parkplätze, Supermärkte, Sport- und Freizeiteinrichtungen und weitere Orte, an denen die Bürger und ihre Gäste länger verweilen. Diese Normalladestationen sind kostengünstiger und erfordern weniger technischen Aufwand, was ihre schnelle und einfache Errichtung ermöglicht.
  3. Aufholen des Rückstandes: In vergleichbaren Nachbargemeinden wie Großschirma und Wilsdruff stehen schon heute mehr öffentliche Ladestationen als in Nossen zur Verfügung. Nossen muss diesen Rückstand im Bereich der öffentlichen Ladeinfrastruktur schnellstmöglich aufholen. Ziel muss es sein, ein vergleichbares oder besseres Niveau an Ladepunkten zu erreichen, um als Wohn- und Gewerbestandort attraktiv zu bleiben.
  4. Berücksichtigung bei Bauprojekten: Bei jedem Bauprojekt im öffentlichen Raum muss zukünftig das Thema der öffentlichen Ladeinfrastruktur mitgedacht werden. Dies gilt es auch bei der Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sowie jeglichen Straßenausbauten zu beachten. 
  5. Integration von Ladepunkten in Wohngebiete: Besonders in Wohngebieten und an Mehrfamilienhäusern sollten Lademöglichkeiten geschaffen werden, um den Umstieg auf Elektro- und Hybridfahrzeuge auch für Mieter ohne eigene Lademöglichkeit zu ermöglichen.
  6. Langfristige Planung und nachhaltige Strategie: Die Stadt Nossen soll eine langfristige, zukunftsorientierte Strategie für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur entwickeln. Dabei müssen auch künftige Entwicklungen und die erwartete Zunahme an Elektrofahrzeugen berücksichtigt werden.

Begründung

Bereits ab 2030 ist mit einer deutlichen Zunahme der Elektromobilität insbesondere im PKW-Bereich zu rechnen. Fahrzeughersteller entwickeln schon heute kaum noch neue Verbrennungsmotoren. Der Übergang zu Elektro- und Hybridfahrzeugen wird deshalb, trotz derzeit schleppender Verkäufe, schneller erfolgen als bisher angenommen. Ab 2035 wird gemäß den letzten Beschlüssen der EU-Kommission die Zulassung neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren nur noch dann möglich sein, wenn diese mit CO2-neutralen Kraftstoffen betrieben werden. Dies und der technische Fortschritt bei den Akkukapazitäten und Fahrzeugreichweiten wird die bestehenden Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber der Elektromobilität reduzieren und zu einem massiven Anstieg an Elektro- und Hybridfahrzeugen führen. Auf diese Entwicklung muss sich Nossen schon heute vorbereiten.

Der umgehende Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist nicht nur aus Gründen der Verkehrswende notwendig, sondern auch ein wichtiger Faktor, um die Attraktivität von Nossen und seiner Ortsteile als Wohn- und Gewerbestandort zu steigern. Auch das Vorhandensein öffentlicher Ladeinfrastruktur wird zukünftig darüber entscheiden, ob Gewerbetreibende und junge Familien nach Nossen kommen oder nicht. Nossen darf hier nicht weiter hinter vergleichbaren Nachbargemeinden wie Großschirma und Wilsdruff zurückbleiben.

Ebenfalls muss berücksichtigt werden, dass die Errichtung einer einzelnen Ladestation regelmäßig eine Vorlaufzeit von 1 bis 2 Jahren für die Planung, die Genehmigung und den Bau benötigt. Zudem ist mit der Zunahme des Bedarfes ab 2030 auch mit Engpässen bei der Errichtung von Ladeinfrastruktur zu rechnen. Um den steigenden Bedarf an Lademöglichkeiten rechtzeitig zu decken, muss der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur in Nossen daher schon heute begonnen und konsequent vorangetrieben werden.

Der Ausbau einer gut funktionierenden Ladeinfrastruktur ist eine notwendige Voraussetzung, um die Nutzung von Elektro- und Hybridfahrzeugen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nossen attraktiv und praktikabel zu machen. Mit der entsprechenden Infrastruktur könnte Nossen zu einer zukunftsfähigen Stadt werden, die aktiv zum Klimaschutz beiträgt und ihre Bürgerinnen und Bürger bei der Umstellung auf emissionsfreie Mobilität unterstützt.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe auf Ihre Unterstützung, damit Nossen eine zukunftsfähige öffentliche Ladeinfrastruktur erhält, die den Anforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte gerecht wird.

Bitte nutzen Sie bei der Unterzeichnung der Petition die Möglichkeit, im Eingabefeld „Warum ist Ihnen diese Petition wichtig?“ einen konkreten Ort mitzuteilen, an dem Sie einen Bedarf für eine öffentliche Ladestation in Nossen und seinen Ortsteilen erkannt haben. Dies könnte der Stadtverwaltung helfen, Bedarfe zu erkennen und den Ausbau zu priorisieren. 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Falk Werner, Nossen
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 18.01.2025
Sammlung endet: 15.01.2026
Region: Nossen
Kategorie: Verkehr

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung unserer Petition: „Für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in der Stadt Nossen und ihren Ortsteilen – jetzt!“.

    Ich möchte Sie heute über den aktuellen Stand informieren:

    Am 15. Januar 2026 haben wir die Unterschriftensammlung beendet und konnten am 5. Februar 2026 im Rahmen der Stadtratssitzung unsere Petition offiziell beim Bürgermeister einreichen.

    Was wurde bisher erreicht?

    Das Thema der unzureichenden Ladeinfrastruktur ist durch unsere Initiative in der Verwaltung und im Stadtrat angekommen. Im Oktober 2025 wurde ein Vertrag zwischen der Stadtverwaltung Nossen und der Sachsenenergie AG über den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Nossen unterzeichnet. Geplant ist, zunächst drei neue Ladestationen zu errichten: Zwei Ladestationen (eine Normalladestation [AC] und eine Schnellladestation [DC]) sollen auf dem Parkplatz Grüner Weg und eine weitere Normalladestation (AC) auf dem Lehrerparkplatz an der Oberschule Nossen errichtet werden. Diese neuen Ladestationen sollen im Laufe des Jahres 2026 in Betrieb genommen werden.
    Im Vertrag ist außerdem ein weiterer Ausbau der Ladeinfrastruktur in Aussicht gestellt, sofern die neuen Ladestationen rege genutzt werden und damit der Nachweis eines steigenden Bedarfs in Nossen geführt wird. Dies betrifft dann auch die Errichtung von Ladeinfrastruktur in den Ortsteilen von Nossen.

    Was wurde bisher nicht erreicht?

    Die drei neuen Ladestationen reichen unserer Einschätzung nach für den tatsächlichen Bedarf in Nossen nicht aus. Dies gilt insbesondere, da zwei der drei neuen Stationen erneut in der Kernstadt entstehen, wo bereits eine Ladesäule vor dem Rathaus vorhanden ist. Eine breitere Verteilung der Ladepunkte im Stadtgebiet (z. B. in den Wohngebieten Augustusberg, Waldheimer Straße usw.) konnte bisher nicht erreicht werden.
    Auch für die größeren Ortsteile wie Rhäsa, Leuben, Raußlitz, Rüsseina, Ziegenhain, Starbach und Heynitz war die Errichtung von Ladeinfrastruktur gefordert worden. Die Sachsenenergie hat lehnt dies aber bisher ab, weil die Wirtschaftlichkeit solcher Standorte angezweifelt wird. Für diese Standorte muss die Sachsenenergie AG noch gewonnen oder Alternativen (z.B. in Zusammenarbeit mit örtlichen Gewerbebetrieben) gefunden werden. Das dies geht, zeigen uns unsere Nachbargemeinden Klipphausen und Wilsdruff mit den Ladestationen in den Ortsteilen Groiztsch und Limbach.
    Ein Vertrag über den Aufbau neuer Ladestationen wurde von der Stadtverwaltung bisher ausschließlich mit der Sachsenenergie AG geschlossen. Weitere Möglichkeiten, wie die Einbeziehung anderer Anbieter oder die Kooperationen mit örtlichen Gewerbetreibenden oder Verbrauchermärkten werden von der Stadtverwaltung derzeit nicht verfolgt.

    Unser gemeinsamer Einsatz hat also bereits eine erste, wichtige Bewegung in der Sache bewirkt. Dennoch bleibt noch viel zu tun, um in Nossen und den Ortsteilen ein flächendeckendes und zukunftsfestes Ladenetzwerk zu schaffen.

    Wir werden Sie auch weiterhin über neue Entwicklungen und Fortschritte informieren.

    Nochmals vielen Dank für Ihre Unterstützung – und bleiben Sie weiter dran!

    Mit freundlichen Grüßen

    Falk Werner
  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    heute möchte ich wieder einmal ein Update zu unserer Petition geben.

    Trotzdem die Zahl der Unterstützer unserer Petition weiterhin "ausbaufähig" ist, haben wir doch schon Einiges erreicht. So sollen in den nächsten Monaten zwei neue Ladestationen in Nossen entstehen. Der Bürgermeister hat gestern im Rahmen der Stadtratssitzung bekanntgegeben, dass ein entsprechender Vertrag zwischenzeitlich mit unserem örtlichen Versorger, der Sachsenenergie AG, geschlossen wurde. Demnach ist vorgesehen, auf dem Parkplatz "Grüner Weg" eine Schnelladestation mit 2 DC-Ladepunkten und in der Umgebung des Volksbades eine Normalladestation mit 2 AC-Ladepunkten zu errichten. Technische Details wie z.B. die vorgesehenen Ladeleistungen waren zunächst nicht zu erfahren.

    Auch wenn wir noch weit von einem flächendeckenden Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in unserer Gemeinde entfernt sind, scheint mir das doch ein, wenn auch kleiner, Schritt in die richtige Richtung zu sein. Laut Bürgermeister enthält der Vertrag mit der Sachsenenergie AG auch die Option eines weiteren Ausbaus, wenn sich die beiden jetzt geplanten Ladestationen wirtschaftlich tragen.

    Aus wirtschaftlichen Gründen erneut ausgeschlossen hat der Bürgermeister die Errichtung öffentlicher Ladeinfrastruktur außerhalb der Kernstadt in unseren vielen Ortsteilen. Dies halte ich nach wie vor für einen schweren Fehler. So kann und darf man mit den Menschen einfach nicht umgehen. Auch für wirtschaftlich vermeintlich nicht so attraktive Standorte im ländlichen Raum ließen sich sicher Lösungen finden. So könnte man beispielsweise mit mehreren Anbietern öffentlicher Ladelösungen innerhalb unserer Gemeinde arbeiten und wirtschaftlich attraktive und weniger attraktive Standorte im Paket an diese vergeben. Diese Chance scheint jedoch momentan vertan. Unsere Nachbargemeinde Wilsdruff geht übrigens anders mit seinen Ortsteilen um, wie man an der nagelneuen Ladestation am Rittergut im Ortsteil Limbach erkennen kann.

    Liebe Grüße

    Falk Werner

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