Petition richtet sich an:
Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages
Volle Fahrgastrechte für das Deutschlandticket sowie besserer Gesundheitsschutz und verlässliche Anschlüsse im öffentlichen Personennahverkehr
Das Deutschlandticket muss wieder mit umfassenden Fahrgastrechten ausgestattet werden.
Die aktuelle Einstufung als „erheblich ermäßigtes Beförderungsentgelt“ führt dazu, dass Millionen Menschen zentrale Rechte verlieren – besonders chronisch Kranke, gesundheitlich vulnerable und mobilitätseingeschränkte Personen. Gleichzeitig brechen digitale Reiseketten regelmäßig zusammen, Anschlüsse werden nicht abgewartet und Ersatzbeförderungen fehlen. Dies verursacht persönliche Belastungen, gesundheitliche Risiken und volkswirtschaftliche Schäden durch verspätete Arbeitswege, verpasste Termine und stressbedingte Ausfallzeiten.
Die Petition fordert:
1. Volle Fahrgastrechte für Deutschlandticket‑Nutzer • Entschädigung bei Verspätungen • Ersatzbeförderung bei Anschlussverlusten • Gleichbehandlung mit anderen Nahverkehrstickets
2. Verbindliche Anschlussregelungen für digitale Reiseketten • Wenn eine Verbindung digital angezeigt wird, muss sie verbindlich sein • klare Wartepflichten und robuste Pufferzeiten
3. Angemessene Ersatzbeförderung bei Anschlussverlusten • SEV‑Bereitstellung, wenn Anschlüsse nicht warten • Nutzung alternativer Linien oder Verkehrsmittel
4. Gesundheitsschutz im ÖPNV stärken • Betreuung bei Stillstand • Wasser, Schatten, medizinische Ersthilfe • Schutz bei Hitzeereignissen • Umsetzung der EU‑VO 2021/782
5. Wissenschaftliche Untersuchung der Folgen eingeschränkter Fahrgastrechte • gesundheitliche, soziale und volkswirtschaftliche Auswirkungen erfassen
6. Gleichbehandlung aller Fahrgäste • gleiche Rechte unabhängig vom Ticketpreis • Ende der Zwei‑Klassen‑Struktur
Warum diese Änderungen notwendig sind
Der ÖPNV ist für Millionen Menschen essenziell. Unzuverlässige Anschlüsse, Ausfälle und fehlende Unterstützung belasten besonders vulnerable Personen. Wartezeiten bei Hitze, defekte Klimaanlagen, überfüllte Züge und fehlende Betreuung können zu Kreislaufproblemen, Schmerzen, Stressreaktionen und Ausfallzeiten führen. Verbraucherschützer warnen seit Einführung des Deutschlandtickets vor eingeschränkten Fahrgastrechten¹⁵. Studien zeigen, dass Pendelzeiten und Mobilitätsstörungen wirtschaftliche Schäden verursachen¹⁶. Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn Reiseketten zuverlässig funktionieren und strukturelle Benachteiligungen abgebaut werden¹⁷.
Praxisbeispiel Rotenburg (Wümme)
Regelmäßig erreicht der Metronom Rotenburg wenige Minuten verspätet, während der Anschlusszug RS6 trotzdem pünktlich abfährt – trotz bekannter Umsteiger. Die Folgen sind über eine Stunde Zeitverlust, Weiterfahrt über Bremen, zusätzliche Wartezeiten und gesundheitliche Risiken, z. B. bei kühlpflichtigen Medikamenten. Diese Situationen treten häufig auf und belasten viele Reisende sichtbar psychisch und körperlich.
Diskussionsfragen
• Wie kann ein modernes Verkehrssystem funktionieren, wenn digitale Reiseketten nicht verbindlich sind? • Ist es sozial gerecht, dass Deutschlandticket‑Nutzer weniger Fahrgastrechte haben als Nutzer teurer Tickets? • Welche gesetzlichen Änderungen sind notwendig, um Gesundheitsschutz, Verbindungsintegrität und Gleichbehandlung sicherzustellen?
Quellen:
- Verbraucherzentrale Bundesverband – Nachteile für Deutschlandticket‑Nutzer
- Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) – Pendelkosten und Mobilitätsstörungen
- Ariadne-Projekt – Evidenz zum Deutschlandticket
- EU-Verordnung 2021/782 – Fahrgastrechte im öffentlichen Verkehr
- Robert Koch-Institut (RKI) – Hitze und Gesundheit
- Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) – Verkehrswende
- Deutscher Bundestag – Bericht zur Mobilität
- Bundesagentur für Arbeit – Auswirkungen von Verspätungen auf Arbeitswege
- Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) – Wirtschaftliche Folgen von Mobilitätsstörungen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Gesundheitliche Risiken im ÖPNV
- Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) – Fahrgastrechte und Servicequalität
- Deutscher Wetterdienst (DWD) – Klimawandel und Hitze
- Sozialverband VdK Deutschland – Soziale Gerechtigkeit im Verkehr
- Verbraucherzentrale NRW – Fahrgastrechte im Nahverkehr
- Verbraucherzentrale Bundesverband – Warnung vor eingeschränkten Fahrgastrechten beim Deutschlandticket
- Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) – Pendelkostenstudie
- Ariadne-Projekt – Studien zur Verkehrswende
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG) – Gesundheitsschutz
- Europäische Kommission – Richtlinien für barrierefreien Verkehr
- Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) – Arbeitsrechtliche Aspekte im ÖPNV
Begründung
Ich verliere immer wieder Zeit und Nerven durch nicht wartende Anschlüsse, ausgefallene, verspätete, defekte oder überfüllte Züge. Besonders belastend ist die Verbindung Hamburg–Hannover über Rotenburg (Wümme) und Verden: Der Metronom kommt dort häufig wenige Minuten verspätet an, während der RS6 trotzdem pünktlich abfährt – selbst wenn eine Anfrage zum Warten gestellt wurde.
Zuletzt traf der Metronom um 9 Minuten nach der vollen Stunde ein, der RS6 fuhr jedoch bereits um 6 Minuten nach der vollen Stunde ab. Dadurch bleibt nur die Weiterfahrt nach Bremen, wo ich oft lange warten muss und erst dort von weiteren Ausfällen erfahre. In einem Fall verlor ich allein durch den verpassten Anschluss eine Stunde und kam statt um 17 Uhr erst um 20 Uhr an.
Ich sehe regelmäßig Menschen, die unter diesen Umständen sichtbar psychisch und körperlich leiden – manche den Tränen nahe. Auch ich selbst bin betroffen. Wenn ich ein kühlpflichtiges Medikament mitführe, kann ich mich nicht auf unzuverlässige Reiseketten verlassen. Kühlakkus halten nur begrenzt, und Verspätungen können gesundheitliche Risiken verursachen.
Bereits wenige gezielte gesetzliche Anpassungen könnten die Situation für Millionen Menschen deutlich verbessern.
Ich bin schwerbeschädigt, da sind Pünktlichkeit und gesicherter Anschluss extrem wichtig, denn ich brauche sehr viel Zeit zum Umsteigen.