65 Unterschriften
Petition richtet sich an: Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, sowie der Rat der Stadt Peine
Wir fordern das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, die verantwortlichen Behörden sowie die Kommunalpolitik auf, die geplante Reaktivierung und Erweiterung der alten Peiner-Träger-Deponie bei Berkum zu einer DK-II-Deponie strikt abzulehnen.
Die Umsetzung muss sich an anerkannte, transparente Planungsstandards halten und folgende Schritte umfassen:
- Unabhängige Bedarfsanalyse statt kommerzieller Interessen: Vor jeder Genehmigung fordern wir eine lückenlose Ist-Standsanalyse der tatsächlich offenen Deponie-Kapazitäten und Reichweiten in Niedersachsen. Nur bei einem nachgewiesenen, realen regionalen Bedarf darf überhaupt neu geplant werden.
- Zwingende Prüfung von Standortalternativen: Wir fordern, dass die Genehmigungsbehörde mindestens zwei alternative Standorte untersucht. Der bloße Verweis auf eine historische „Vorbelastung“ der Altdeponie darf kein Freifahrtschein sein, um Berkum automatisch als Opferstandort festzulegen und auf eine transparente Nutzwertanalyse zu verzichten.
- Sichere Versiegelung im Ist-Zustand statt gefährlicher Großbaustelle: Statt die seit Jahrzehnten ruhenden Altlasten unter enormen Risiken für die Bevölkerung aufzugraben, um nachträglich eine Basisabdichtung für ein neues, kommerzielles Folgeprojekt einzuziehen, fordern wir eine dauerhafte und sichere Oberflächenabdichtung des bestehenden Geländes, um den aktuellen Zustand ohne Gefährdung der Umgebung einzufrieren.
- Erhalt des Biotops: Das über Jahre entstandene Natur- und Waldareal am Mittellandkanal muss unberührt bleiben.
Begründung
Diese Petition ist von höchster Dringlichkeit, da das geplante Vorhaben die Gesundheit der Menschen und die Lebensqualität in der gesamten Region Peine massiv bedroht, ohne dass die Notwendigkeit oder Alternativlosigkeit dieses Standorts methodisch nachgewiesen wurden.
- Keine Willkür bei der Standortwahl: Dem Argument, es könne auf eine Alternativensuche verzichtet werden, weil dort schon einmal eine Deponie war, widersprechen wir entschieden. Berkum darf nicht zum bequemen Opferstandort für den Bauschutt aus ganz Niedersachsen und NRW werden, nur weil die Betreiber sich die aufwendige Suche nach einem besseren Standort sparen wollen. Bei einem Projekt dieser Dimension muss über eine objektive Nutzwertanalyse der absolut sicherste Ort ermittelt werden – und dieser liegt nicht direkt neben Wohngebieten.
- Unkalkulierbare Gefahren durch das Aufgraben von Altlasten: Das Versprechen des neuen Eigentümers, das Gelände nach unten hin nachträglich abzudichten, erfordert ein vollständiges Abtragen und Bewegen der alten Gift- und Feinschlämme aus der Ilseder Hochofen- und Stahlwerkszeit. Dieses jahrelange Aufreißen der Deponie birgt ein unkalkulierbares Risiko: Hochgiftige Stoffe, die seit Jahrzehnten unter Bewuchs ruhen, werden wieder freigesetzt.
- Akute Gesundheitsgefahr durch Staub und Asbest: Neben den aufgewirbelten Altlasten soll über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren eine neue, riesige Halde aufgeschüttet werden, die zu einem großen Teil aus belastetem Material (darunter krebserregende Asbestplatten) besteht. Das nächste bewohnte Haus ist gerade einmal 330 Meter entfernt. Bei der vorherrschenden Westwindlage wehen Staub- und Faseremissionen in weniger als einer Minute direkt auf das angrenzende Industriegebiet, nach Peine-Horst und weiter in die Peiner Kernstadt. Bei drehenden Winden, Sturm oder Tiefdruckgebieten entlang des Mittellandkanals sind zudem die umliegenden Ortschaften wie Handorf, Rosenthal und Berkum unmittelbar von den unkalkulierbaren Risiken durch Faserstäube betroffen.
- Gigantische Dimensionen direkt vor der Haustür: Geplant ist eine Aufschüttung von bis zu 35 Metern Höhe – höher als das Peiner Rathaus (entspricht einem 10-stöckigen Hochhaus). Einen solchen massiven Klotz gibt es im ganzen Landkreis nicht. Er wird die Baumwipfel weit überragen und das Landschaftsbild für Generationen zerstören.
- Vernichtung eines wertvollen Biotops: Für das Vorhaben soll ein rund 14 Hektar großes Areal weichen. Ein Großteil des Waldes und der Brache, die sich seit den 1990er Jahren zu einem intakten und schützenswerten Biotop direkt am Mittellandkanal entwickelt haben, wird komplett zerstört.
- Wertverlust und Ungewissheit für Hausbesitzer: Die enorme optische Beeinträchtigung und die dauerhafte Nähe zu einer Deponie der Klasse II führen zu einem erheblichen Wertverlust von Eigentum in den umliegenden Ortschaften. Einen Ausgleichsfonds lehnt der Betreiber strikt ab.
Solange kein regionaler Bedarf nachgewiesen und keine transparente Nutzwertanalyse alternativer Standorte durchgeführt wurde, darf die Gesundheit der Bürger nicht hinter die wirtschaftlichen Interessen eines kommerziellen Projekts zurückgestellt werden!
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
27.05.2026
Sammlung endet:
26.11.2026
Region:
Peine
Kategorie:
Gesundheit
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Deponie zu nah am Wohngebiet, sehr gesundheitsschädliche Stoffe.