Keine Ausweisung des Windvorranggebiets W36 bei Deuna/Niederorschel

Petition richtet sich an:
Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen

1.040 Unterschriften

Sammlung beendet

1.040 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet September 2025
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht am 31.10.2025
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen

Wir fordern die Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen auf, das geplante Vorranggebiet W36 für Windenergieanlagen im 3. Entwurf des sachlichen Teilplans Windenergie nicht auszuweisen.

Das Gebiet ist bereits durch zahlreiche Industrie- und Verkehrslärmquellen stark vorbelastet, liegt in unmittelbarer Nähe zu geschützten Brutstätten und hat eine wichtige Funktion für Tourismus, Naherholung und Landschaftsbild.

Bitte unterstützen Sie diese Stellungnahme mit Ihrer Unterschrift, damit sie als Sammeleinwendung im Beteiligungsverfahren berücksichtigt wird.

Begründung

Zwischen Deuna und Niederorschel soll mit dem Vorranggebiet W36 ein neues Gebiet für Windenergieanlagen entstehen. Was auf einer Landkarte nur wie eine freie Fläche aussieht, ist in Wirklichkeit ein Landschaftsraum, der bereits heute von vielfältigen Belastungen betroffen ist und zugleich wichtige Funktionen für Natur, Gesundheit und Naherholung erfüllt.

Die Region ist bereits seit 50 Jahren durch den industriellen Standort des Zementwerks Deuna mit all seinen Umweltbelastungen geprägt, wenngleich nach der politischen Wende von der Firma Dyckerhoff sehr viel in den Lärm- und Emissionsschutz investiert worden ist. Hinzu kommen Beeinträchtigungen durch Verkehrslärm, die teilweise durch den Werksverkehr, dauerhaft aber durch den Autoverkehr auf der angrenzenden BAB 38 und dem Autobahnzubringer Ortsumfahrung Niederorschel ausgelöst werden. Ein Windpark würde laut Planung genau die Fläche zwischen diesen Lärmquellen besetzen und für eine weitere akute Lärmbelästigung der Anwohner sorgen. Nach § 2 Abs. 2 des Raumordnungsgesetzes (ROG) sollen vorbelastete Räume entlastet und nicht weiter belastet werden. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine solche Mehrfachbelastung das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und psychische Belastungen deutlich erhöht.

Gleichzeitig ist das geplante Gebiet ökologisch sensibel. Das ausgewiesene Vorranggebiet grenzt südlich und nördlich an den 8 ha großen Ahlenbachstausee an, der sich zu einem wichtigen Naturschutz- und Naherholungsgebiet entwickelt hat. Nicht nur der Stausee selber sondern auch der östlich angrenzende Wald Schiereiche und die Vegetation entlang der Anschlussbahnlinie beherbergen zahlreiche Brutvogelarten wie Rot- und Schwarzmilan, Baumfalke und Uhu bzw. Singvögel wie Nachtigall, Rohrsänger- und Grasmückenarten. Im nahen Zementwerk brütet der Wanderfalke regelmäßig und am Ortsrand von Rüdigershagen hat sich eine kleine Graureiherkolonie etabliert, deren Nestjunge mit Nahrung aus dem Stausee versorgt werden. Zugvögel wie Fischadler, Gänse oder Limicolen nutzen das Gewässer und angrenzende Ackerflächen als Rastgebiet. Das Jagdrevier der Fledermausart Großes Mausohr, deren Wochenstube in der Wasserburg Deuna angesiedelt und laut Managementplan überregional bedeutsam ist, erstreckt sich nördlich über den Stausee hinaus. Besonders die Greif- und Zugvögel wären in einem Windpark der geplanten Größe einem erhöhten Kollisionsrisiko ausgesetzt.

Darüber hinaus hat der Raum rund um Deuna auch eine hohe Bedeutung für Erholung der Einwohner der Gemeinde und den Tourismus.
Das Dünkreuz, ein weithin sichtbares steinernes Kreuz oberhalb von Deuna, ist ein traditionsreicher Wallfahrtsort und ein beliebter Aussichtspunkt mit weitem Blick über den Eichsfelder Kessel bis zum Harz. Von dort aus verlaufen der Eichsfeldwanderweg und weitere Pilger- und Rundwanderwege über den Höhenzug Dün. Die Umgebung ist bekannt für ihre besondere Ruhe und den Kontrast zwischen bewaldeten Höhenzügen und offener Kulturlandschaft. Menschen kommen hierher, um die Stille, die Natur und den weiten Blick zu genießen. Windkraftanlagen würden dieses Landschaftsbild dauerhaft verändern: Statt ungestörter Fernsicht würden künftig technische Großstrukturen die Silhouette prägen, verbunden mit Lärm und Bewegungsreizen. Das würde den Erholungswert und die touristische Attraktivität des Gebiets deutlich mindern.

Die geplante Ausweisung von W36 würde also einen Raum betreffen, der bereits heute durch Industrie, Verkehr und Lärm stark beansprucht ist, der ökologisch wertvolle Brut- und Lebensräume beherbergt und der zugleich ein bedeutender Naherholungsbereich für die Bevölkerung ist. Dieser Raum braucht Entlastung und Schutz.

Mit dieser Petition wollen wir erreichen, dass diese besonderen Rahmenbedingungen bei der Regionalplanung berücksichtigt werden. Wir möchten deutlich machen, dass eine weitere Verdichtung von Industrie- und Infrastrukturprojekten in dieser sensiblen Landschaft nicht verantwortbar ist. Der Standort W36 ist für Windenergie aus unserer Sicht ungeeignet, weil er die noch vorhandenen Rückzugsräume für Natur, Erholung und Gesundheit weiter einschränken würde.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Energiewende mit Augenmaß erfolgt – an geeigneten Standorten, aber nicht auf Kosten der letzten ruhigen Landschaftsräume. Darum bitten wir die Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen, das geplante Vorranggebiet W36 nicht auszuweisen und stattdessen auf weniger vorbelastete und naturverträglichere Flächen auszuweichen. Jede Unterschrift trägt dazu bei, dass diese Aspekte im Planungsverfahren berücksichtigt werden.

Die Daten der Unterzeichner werden ausschließlich zur Einreichung der Stellungnahme im Planverfahren verwendet.

Entwurf Sachlicher Teilplan Windenergie: https://regionalplanung.thueringen.de/nordthueringen/regionalplan-nordthueringen/aenderung-des-regionalplanes/entwurf/entw-3bettpw-2025

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Andreas Dietrich, Niederorschel
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 14.09.2025
Sammlung endet: 31.10.2025
Region: Niederorschel
Kategorie: Umwelt

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    während wir weiterhin gegen die Ausweisung des Windvorranggebietes W36 an unserem Ahlenbachstausee kämpfen, hat sich eine ehrenamtliche Initiative aus dem Förderverein der Staatlichen Grundschule Deuna und dem Heimatverband Eichsfelder Kessel gebildet.

    Gemeinsam möchten wir unser Naherholungsgebiet mit der Idee eines Grünen Klassenzimmers am Ahlenbachstausee Deuna verbinden. Damit soll ein besonderer Lern- und Begegnungsort in der Natur entstehen – für Kinder, Familien, Schulklassen, Vereine und alle Menschen, denen dieser Ort am Herzen liegt.

    Das Projekt zeigt, wie wertvoll unser Stausee schon heute für Naturerlebnis, Umweltbildung, Naherholung und gesellschaftliches Miteinander ist. Gleichzeitig ist es ein weiteres starkes Argument dafür, dieses Gebiet in seiner besonderen Qualität zu erhalten und nicht durch ein Windvorranggebiet zu beeinträchtigen.

    Nun gibt es eine erfreuliche Nachricht: Das Grüne Klassenzimmer am Ahlenbachstausee Deuna ist für den Thüringer Demografiepreis 2026 nominiert und steht im landesweiten Online-Voting. Unter den 17 ausgewählten Projekten aus ganz Thüringen ist es das einzige Projekt aus dem gesamten Eichsfeld.

    Damit haben wir die Chance, unseren Ahlenbachstausee, unser Engagement und unsere Region landesweit sichtbar zu machen. Gleichzeitig geht es beim Voting auch um Preisgeld, das direkt unserem Projekt zugutekommen und die rasche Umsetzung des Grünen Klassenzimmers weiter voranbringen kann.

    Dafür benötigen wir wieder einmal eure Hilfe.

    Bitte unterstützt unser Projekt mit wenigen Klicks im Online-Voting:
    1. Abstimmungsseite aufrufen: https://digitales-infrastruktur.thueringen.de/heimatthueringen-thueringer-demografiepreis#c107161
    2. Das Projekt „Grünes Klassenzimmer am Ahlenbachstausee Deuna“ auswählen
    3. Stimme abgeben und den Link gerne an Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte weiterleiten

    Die Abstimmung läuft bis zum 9. August 2026. Jede Stimme zählt und kann dabei helfen, zusätzliches Preisgeld für das Grüne Klassenzimmer nach Deuna zu holen.

    Mit eurer Unterstützung können wir zeigen, dass der Ahlenbachstausee mehr ist als nur eine Fläche auf einer Planungskarte. Er ist ein Ort der Erholung, des Lernens, der Naturbeobachtung und des gemeinsamen Engagements. Genau das möchten wir mit dem Grünen Klassenzimmer sichtbar machen.
    Vielen Dank für eure bisherige Unterstützung, euren Rückhalt und eure Verbundenheit mit unserem Stausee.

    Gemeinsam setzen wir ein starkes Zeichen für den Ahlenbachstausee Deuna.

    Herzlichste Grüße
    AG-W36
    Förderverein der Staatlichen Grundschule Deuna e. V.
    Heimatverband Eichsfelder Kessel e. V.

  • Liebe Unterstützende,

    die Regionale Planungsgemeinschaft Nordthüringen hat unsere Petition nun offiziell erhalten.
    Über 1.000 Menschen haben die Online-Petition gegen das Vorranggebiet W-36 unterzeichnet, und zusätzlich konnten wir mehr als 700 persönliche Einwendungen bei der Planungsbehörde einreichen.
    Das ist ein beeindruckendes Zeichen des Zusammenhalts im Eichsfelder Kessel – ein klares Signal gegen die Ausweisung des Stausee-Gebietes als Windvorranggebiet. 🌿💪

    Im Namen der Arbeitsgruppe W36 bedanke ich mich von Herzen für eure Unterstützung, euer Engagement und euren Mut, gemeinsam für den Schutz unserer Heimat einzustehen. 🙏

    Ein erster wichtiger Schritt ist getan – doch der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Wir bleiben dran, um weiterhin mit Fakten, Argumenten und unserer gemeinsamen Stimme die Interessen unserer Region zu vertreten.

    Mit herzlichen Grüßen
    Eure Arbeitsgruppe W36

    Zeitungsartikel zur Übergabe der Einwendungen: www.thueringer-allgemeine.de/lokales/eichsfeld/article410343275/mehr-als-700-einwendungen-gegen-den-windpark-im-eichsfelder-kessel.html

Windräder sind gefährlich in mehreren Ansichten . Eingreifen in eine Kulturlandschaft , Infraschall , Beeinträchtigung der Flora und Fauna , jedes Windrad verbraucht pro Jahr 600 Liter Schmieröl und beim Recycling der Rotorblätter entstehen giftige Dämpfe und Stäube.

"Die geplante Ausweisung von W36 würde also einen Raum betreffen, der bereits heute durch Industrie, Verkehr und Lärm stark beansprucht ist, der ökologisch wertvolle Brut- und Lebensräume beherbergt und der zugleich ein bedeutender Naherholungsbereich für die Bevölkerung ist." ist das Gebiet jetzt durch Industrie, Verkehr und Lärm stark beansprucht oder ein bedeutender Naherholungsbereich?

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