Keine Bevormundung in der Trauer - Weg mit dem Friedhofszwang für Asche

Petition richtet sich an:
Landtag von Baden-Württemberg (Petitionsausschuss)

4.319 Unterschriften

18 %
4.066 von 22.000 für Quorum in Baden-Württemberg Baden-Württemberg

4.319 Unterschriften

18 %
4.066 von 22.000 für Quorum in Baden-Württemberg Baden-Württemberg
  1. Gestartet 14.07.2026
  2. Sammlung noch > 4 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Petition richtet sich an: Landtag von Baden-Württemberg (Petitionsausschuss)

Hiermit bitte ich darum, dass das Bestattungsgesetz BW, gültig ab dem 1. Januar 1971, dahingehend geändert wird, dass die Friedhofspflicht für Asche entfällt:

  1. Von der Asche eines Verstorbenen geht keine Gefahr aus. Das zeigt sich auch darin, dass der Staat bei Tieren deren Asche den Besitzern zur freien Verfügung übergibt.
  2. Die Besuchsbarkeit als Trauerort wird von staatlicher Seite nicht verlangt, sonst wären anonyme Bestattungen und Seebestattung, bei denen nicht einmal die Angehörigen anwesend sein dürfen, verboten.
  3. Sollte es über den Verbleib der Asche Konflikte unter den Erbberechtigten geben, so wäre das wie bisher zu regeln (Vorrang des testamentarischen Willens, ggf. eine gerichtliche Entscheidung). Damit gibt es auch keinen juristischen Grund, sich der Abschaffung des Friedhofzwanges zu widersetzen.
  4. In Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 des Grundgesetzes wird das Recht, autonom über das eigene Leben, die Identität und den Körper zu bestimmen garantiert. Dagegen verstößt der Friedhofszwang für Asche in eklatanter Weise.

Offene Fragen die sich mir stellen:
Wer hat das Recht, uns vorzuschreiben, wie und wo wir Trauerarbeit leisten sollen?
Hat der Staat mehr Recht über unsere Asche zu bestimmen als die Angehörigen des Verstorbenen und der Verstorbene selbst?
Haben die Gesellschaft, die Nachbarn, die Kirchen das Recht uns in Fragen zu bevormunden, die nur uns selbst betreffen?

Der Friedhofszwang für Asche ist LEGAL, LEGITIM ist er keinesfalls.
Bitte entsprechen Sie im Namen aller Bürger und Bürgerinnen dieser Petition.

Begründung

Ich möchte, dass meine Asche einmal in meinem Garten oder im Rhein mit einer privaten Trauerfeier bestattet wird. Das aber verbietet das Bestattungsrecht in Baden-Württemberg. Wer den Friedhof als Trauer- und Bestattungsort vorzieht, dem darf dies nicht verwehrt werden. Aber uns alle dazu zu zwingen, den Service der Kommunen in Anspruch zu nehmen, widerspricht meiner Betrachtungsweise nach unseren Grundrechten.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Peter Hakenjos, Pfinztal
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 14.07.2026
Sammlung endet: 13.01.2027
Region: Baden-Württemberg
Kategorie: Bürgerrechte

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Neuigkeiten

  • Liebe Mitpetenten,
    ich bin ehrlich überrascht über die Anzahl der Unterschriften. Mittlerweile sind es über 2900, die diese Petition mit uns unterstützen. Mit einer so hohen Beteiligung habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und wollte, um der Petition noch mehr Gewicht zu geben, bis November mit der Einreichung warten.
    Doch jetzt, meine ich, könnten wir die Petition früher einreichen. Der Landtag in Baden-Württemberg tritt wieder nach dem Ferienbeginn zusammen. Das wäre dann der 12. September.
    Zeitgleich damit würde ich eine Pressemeldung verschicken.
    Wie sehen Sie diese Vorgehensweise?
    Freundliche Grüße aus Pfinztal
    Peter Hakenjos

  • Liebe Mitpetenten,
    die Petition gegen den Friedhofszwang zählt schon über 1800 Unterschriften. Das zeigt, wie stark das Interesse daran ist, sich nicht vorschreiben zu lassen, was mit der Asche eines Verstorbenen zu geschehen hat.
    Ich habe recherchiert, was eine Feuerbestattung auf dem Friedhof in Baden-Württemberg im Durchschnitt kostet. Diese soll auf über 6400 Euro kommen, wobei die Bestatterleistungen 3200 Euro ausmachen. Die Kommunen befürchten sicherlich Einkommensverluste bei einer Abschaffung der Friedhofspflicht. Der Frage, was wichtiger ist, Selbstbestimmung, wie sie im Grundgesetz garantiert wird, oder die Finanzierung von Friedhöfen, weicht man sicherlich aus.
    Da ich gefragt wurde, was auf den Tafeln steht, hier die Texte, die von mir stammen. Das erste Gedicht wurde von Antonio Machado inspiriert, einem spanischen Dichter. Das Foto stammt aus meinem Garten, wo meine Asche eines Tages verstreut werden soll.

    An einem Tag
    einem beliebigen Tag
    Werde ich im Wind ruhen.

    Irgendwann
    Beginnt die Restzeit des Lebens
    eine berechenbare Größe zu werden,
    sich auszudrücken in Bruchteilen
    des Zurückgelegten.
    Irgendwann verengt sich die Perspektive
    des Machbaren.

    Hoffen wir auf den Erfolg unserer Petition und bis bald.
    Viele Grüße aus Pfinztal
    Peter Hakenjos

Die Behauptung "wenn man die Asche auf den Kamisims stellt, wird man nie loslassen können" Ist falsch. In diesem Sinne dürfte man auch keine Photos von Verstorbenen "auf den Kaminsims" oder der Komode aufstellen. Friedhofsbesuche sind für viele Menschen eine psychische Belastung, da sie eine geliebte Person NICHT mit irgendeinem Friedhof identifizieren können. Insbesondere für ältere Hinterbliebene ist der Gang zum Friedhof meist ohne unterstützende Begleitung nicht möglich.

Was passiert Jahre später mit der Asche, wenn sich keiner mehr verantwortlich fühlt? Auch wenn die Person verbrannt ist, sollte die Totenruhe bewahrt werden und eine letzte Ruhestätte gefunden werden. Das muss nicht der Friedhof sein. Das Argument, dass bei Seebestattungen keine Angegörigen anwesend sein dürfen, ist schlicht weg falsch. Die Reedereien bieten wunderschöne Zeremonien an und man kann später den Ort immer wieder besuchen gehen.

Warum Menschen unterschreiben

Über seine Asche soll der Mensch selbst bestimmen , wohin diese einmal kommen soll.
Deshalb kein Friedhofszwang. Das sind doch Vorschriften von vorgestern.

Ich finde es ist das Recht jedes Bürger wenigstens darüber zu entscheiden was nach einer Einäscherung mit der Asche geschieht und dabei sollte es mehr als nur die Option Friedhof erlaubt sein

Ich möchte selber entscheiden wo ich in meiner Urne die letzte Ruhe Stätte finde

Rechte wahren

Weil ich es meinen Kindern überlassen möchte wie und wo sie um mich trauern möchten. Für mich ist der Gang zum Friedhof jedesmal eine Überwindung und ich bin ganz grundsätzlich gegen eine solche Art der Bevormundung. Ich würde mir wünschen dass dieses Gesetz endgültig gekippt wird.

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