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Petition richtet sich an: Andreas Bovenschulte, Senat der Freien Hansestadt Bremen
Wir fordern den Erhalt einer wohnortnahen, leistungsfähigen somatischen Akutversorgung am Klinikum Bremen-Ost.
Die angekündigten Pläne, die somatischen Fachabteilungen aufzugeben und die Versorgung auf andere Kliniken zu verlagern, dürfen nicht ohne eine transparente, unabhängige Prüfung der medizinischen, wirtschaftlichen und strukturellen Folgen umgesetzt werden.
Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung darf nicht allein anhand kurzfristiger Einsparziele entschieden werden.
Das Klinikum Bremen-Ost ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung Bremens und seines östlichen Einzugsgebiets.
Die Zentrale Notaufnahme übernimmt eine wesentliche Funktion in der wohnortnahen Akut- und Notfallversorgung.
Eine Schließung bedeutet nicht, dass der medizinische Versorgungsbedarf verschwindet. Die Patienten müssen künftig an anderen Standorten versorgt werden.
Dabei stellen sich entscheidende Fragen:
- Wie verändert sich die Erreichbarkeit der Notfallversorgung im Bremer Osten?
- Welche zusätzlichen Belastungen entstehen für den Rettungsdienst?
- Verfügen die aufnehmenden Krankenhäuser über ausreichende räumliche, personelle und medizinische Kapazitäten?
- Welche Folgen haben längere Transportwege bei zeitkritischen Erkrankungen?
- Wie werden Versorgungslücken verhindert?
Hochspezialisierte Versorgungsstrukturen stehen auf dem Spiel
Am Klinikum Bremen-Ost bestehen medizinische Einrichtungen, die nicht ohne Weiteres verlagert werden können.
Intensivmedizin: Die erst vor wenigen Jahren gebaute Intensivstation verfügt über eine zeitgemäße technische Infrastruktur. Ihre Aufgabe würde erhebliche Fragen nach notwendigen Ersatzinvestitionen aufwerfen.
Spezialisierte Beatmungsentwöhnung (Weaning): Bremen-Ost verfügt über eine spezialisierte Weaning-Station. Die Versorgung langzeitbeatmeter Patienten muss weiterhin gewährleistet bleiben.
Neurologische Frührehabilitation: Schwer neurologisch erkrankte Patienten benötigen eine eng verzahnte, interdisziplinäre Behandlung und kontinuierliche medizinische Überwachung.
Geriatrische Versorgung und Rehabilitation: Angesichts einer alternden Bevölkerung müssen geeignete Behandlungskapazitäten erhalten bleiben.
Forensische Psychiatrie: Wenn die psychiatrischen Einrichtungen am Standort verbleiben, muss die somatische Akut- und Notfallversorgung dieser Patienten zuverlässig sichergestellt werden.
Diese Strukturen sind über Jahre gewachsen. Sie bestehen nicht nur aus Räumen und Geräten, sondern aus spezialisierten, eingespielten Teams.
Wirtschaftliche Verantwortung bedeutet auch, Alternativen zu prüfen
Die wirtschaftliche Situation der Gesundheit Nord ist ernst. Veränderungen können notwendig sein.
Doch eine wirtschaftlich tragfähige Entscheidung muss sämtliche Folgekosten berücksichtigen: bauliche Anpassungen, zusätzliche Behandlungskapazitäten, medizinische Ausstattung, Personalverlagerungen und Patientenlogistik.
Eine Standortverlagerung ist nicht automatisch wirtschaftlicher als die Weiterentwicklung bestehender Strukturen.
Deshalb müssen verschiedene Sanierungsoptionen nachvollziehbar gegenübergestellt werden.
Unsere konkreten Forderungen
- Keine unumkehrbaren Schließungsentscheidungen, bevor die medizinischen, wirtschaftlichen und strukturellen Folgen unabhängig geprüft wurden.
- Erhalt einer bedarfsgerechten somatischen Akut- und Notfallversorgung im Bremer Osten, einschließlich einer gesicherten intensivmedizinischen Versorgung.
- Unabhängige Prüfung mehrerer Sanierungsalternativen, einschließlich des Weiterbetriebs und der Weiterentwicklung des Klinikums Bremen-Ost.
- Veröffentlichung einer Versorgungsfolgenabschätzung, insbesondere zu Rettungsdienstwegen, Behandlungskapazitäten und spezialisierten Fachbereichen.
- Transparente Darstellung der wirtschaftlichen Grundlagen, einschließlich sämtlicher Investitions- und Folgekosten.
- Frühzeitige Beteiligung der medizinischen Fachverantwortlichen, Pflegekräfte, Arbeitnehmervertretungen und Beschäftigten.
- Verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten, unter Berücksichtigung ihrer Qualifikationen und individuellen Einsatzmöglichkeiten.
Begründung
Gesundheit braucht Verantwortung – keine Entscheidungen ohne die Betroffenen!
Es geht um weit mehr als Gebäude, Bettenzahlen oder betriebswirtschaftliche Kennzahlen.
Es geht um Menschen, die auf eine erreichbare und verlässliche medizinische Versorgung angewiesen sind.
Es geht um hochqualifizierte Beschäftigte, deren Erfahrung und Expertise nicht beliebig ersetzt werden können.
Und es geht um die Verantwortung, eine zukunftsfähige Krankenhauslandschaft zu gestalten, ohne bestehende Versorgungsstrukturen vorschnell aufzugeben.
Wir fordern den Bremer Senat und die Verantwortlichen der Gesundheit Nord auf, die geplante Aufgabe der somatischen Versorgung am Klinikum Bremen-Ost nicht ohne unabhängige Prüfung, transparente Alternativenbewertung und nachgewiesene Versorgungssicherheit zu beschließen.
Unterschreiben Sie diese Petition. Für eine sichere medizinische Versorgung. Für die Beschäftigten. Für den Bremer Osten.
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
24.10.2026
Sammlung endet:
23.04.2027
Region:
Bremen
Kategorie:
Gesundheit
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