171 Unterschriften
Petition richtet sich an: Kreistag Siegen-Wittgenstein
Jetzt besteht die Möglichkeit, die Staatsforstflächen des Landes NRW am Rothaarkamm (Kreis Siegen-Wittgenstein, NRW) als Nationalpark auszuweisen. Das Umweltministerium NRW geht den Schritt aber nur, wenn die Bürgerinnen und Bürger vor Ort dafür sind. Der Nationalpark am Rothaarkamm ist eine einmalige Chance, Naturentwicklung, regionale Wertschöpfung und Lebensqualität nachhaltig zu stärken. Deshalb: Gebt dem Nationalpark eine Chance und stimmt für den Nationalpark Rothaarkamm!
Begründung
Ein Nationalpark ist ein großräumiges Schutzgebiet, in dem sich die Natur im überwiegenden Teil ungestört entfalten darf. Das vorrangige Ziel von Nationalparken ist es, „Natur Natur sein zu lassen“. Also natürliche Entwicklungsprozesse zuzulassen. Dies heißt: „Prozessschutz“. Es handelt sich daher um Landschaften, in denen die Natur sich selbst und ihren eigenen Gesetzen überlassen bleibt. Nationalparke schaffen und bewahren großräumig intakte und stabile Rückzugsräume für Pflanzen, Pilze und Tiere und sind deshalb unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde.
In dem Staatsforst am Rothaarkamm gibt es mit Naturwaldzellen und Wildnis-Entwicklungsgebieten schon heute kleinere, nicht zusammenhängende Prozessschutzflächen, in denen auf die wirtschaftliche Nutzung verzichtet wird. Aber nur in einem Nationalpark würden diese Prozessschutzflächen zu einer großen zusammenhängenden Fläche zusammengeführt. Dies würde den Austausch oder Verbund zwischen kleinen Teilpopulationen verschiedener Tierarten ermöglichen erleichtern und wesentlich zum Artenschutz beitragen.
Die Gebietskulisse für einen möglichen Nationalpark Rothaarkamm umfasst ausschließlich die landeseigene Staatswaldfläche von ca. 4.300 ha entlang des Rothaarkamms. Privateigentum ist nicht betroffen
In dem ausgewählten Gebiet, der Gebietskulisse, sind Buchen- und Buchenmischwälder in allen Altersstufen noch großflächig vorhanden und bilden je nach Standortbedingungen mit weiteren Baumarten wie Eichen, Bergahorn oder Esche die natürlichen Waldgesellschaften des Rothaargebirges. Damit ist die natürliche Walddynamik auf lange Sicht möglich. Vor allem alte Buchenwälder über 150 Jahre haben ökologisch besonders große Bedeutung.
Selten und daher ebenfalls besonders wertvoll sind die Bruch- oder Moorwälder, die mit den Übergangsmooren in den Bachauen und Quellgebieten der Bachläufe wachsen. Neben Moor-Birken kommen auch Erlen, Weiden und Faulbaum vor. Auf dem schwingenden Boden wachsen Gräser, Seggen und Binsen in Bulten und Torfmoose in ausgedehnte Moosdecken. Leider wurden diese Gebiete früher auch entwässert und mit Fichten aufgeforstet. Dank aufwendiger Renaturierungsmaßnahmen konnten einige naturnahe Bruchwälder wieder hergestellt werden. In der Gebietskulisse befinden sich die Quellen der drei bekanntesten Gewässer im Kreis: die Siegquelle, die Lahnquelle und die Ederquelle.
Das bestehende FFH- und Naturschutzgebiet in einen Nationalpark einzubetten, ist aus Sicht des Artenschutzes sehr bedeutsam. Denn nur ein Nationalpark ist ein großräumiges Schutzgebiet, in dem sich die Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten darf. Mit einem Nationalpark würde der Arten- und Naturschutz in der Region Siegen-Wittgenstein sichtbar gestärkt werden.
Zu den gesetzlichen Aufgaben von Nationalparken gehören zudem das Naturerleben der Bevölkerung, die Umweltbildung und Forschung. Mit ihren vielfältigen Angeboten geben Nationalparke wertvolle Impulse für die wirtschaftliche Regionalentwicklung.
In einem Nationalpark sind Bäume jeden Alters. Bäume können alt werden, im Höchstalter absterben und als stehendes oder liegendes Totholz im Wald verbleiben und vergehen. Das Totholz bietet wiederum Lebensraum für komplexe Lebensgemeinschaften und eine nachhaltige Basis für neue Baumgenerationen. Ein Nationalpark schafft Raum für natürliche Prozesse und ermöglicht die Entwicklung von vielfältigen, widerstandsfähigen Waldökosystemen. Im Nationalpark ist:
- Mehr Artenvielfalt: Alte Bäume, Totholz jeder Dimension und natürliche Waldstrukturen bieten Lebensraum für zahlreiche Pilze, Insekten, Vögel und andere Tierarten.
- Natürliche Waldentwicklung: Es entstehen wieder unterschiedliche Entwicklungsphasen, Altersstufen und Flächen- und Höhenstrukturen im Wald.
- Mehr Widerstandskraft: Strukturreiche Wälder sind stabiler und reagieren oft robuster auf Stürme, Trockenheit und Schädlinge.
- Mehr Lebensraum: Vom Waldboden bis zu den Baumkronen entsteht eine größere Vielfalt an Lebensräumen Strukturen und Wohnstätten.
- Wildnis zulassen: Auch bei naturnaher Waldwirtschaft finden im Wald Eingriffen durch Holzernte und zur Erhaltung der dafür erforderlichen Infrastruktur statt. Besonders bei Kalamitäten können diese Eingriffe das Ökosystem schwerwiegend stören. Durch das Zulassen von Wildnis und Einstellen der forstlichen Nutzung kann das vermieden werden.
Alle Nationalparke in Deutschland und die meisten weltweit zeigen, dass möglichst großflächige Prozessschutz-Gebiete der richtige Weg ist, die Artenvielfalt durch Lebensraumschutz zu erhalten. Sogar verschwundenen Arten „tauchen“ wieder auf und werden durch das regelmäßige Artenmonitoring erfasst.
Mehr Infos unter: https://pro-nationalpark-rothaarkamm.de/
https://www.siegen-wittgenstein.de/Kreisverwaltung/Themen-und-Projekte/Nationalpark/
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
06.09.2026
Sammlung endet:
06.11.2026
Region:
Kreis Siegen-Wittgenstein
Kategorie:
Umwelt
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Wir brauchen wieder eine stärkere Bindung zur Natur! Darüber hinaus muss Siegen-Wittgenstein endlich in ihre Eigenmarke investieren und die Außenwirkung deutlich stärken - dazu trägt ein Nationalpark als Aushängeschild sehr bei!