Die KjG in NRW kritisiert die Ausdehnung der täglichen Schulzeit. Diese geht zu Lasten von persönlicher Freizeit und außerschulischen Bildungsangeboten. Denn nicht nur in der Schule werden wichtige Lern- und Lehr-Erfahrungen gemacht, sondern auch außerhalb. Dies muss von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wieder stärker anerkannt, von der Politik aber auch in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Daher fordern wir:

  • eine 35-Stunden-Woche für SchülerInnen - Die Schule muss ihren Bedarf an der täglichen Zeit junger Menschen auf das wirklich Notwendige begrenzen.

  • einen Schulschluss um 16 Uhr - Unterrichtsplanung und Lehrplaninhalte sind so zu gestalten, dass alle SchülerInnen in der Regel alle schulischen Aufgaben inklusive Hausaufgaben bis spätestens 16 Uhr erledigen können.

  • einen schulfreien Nachmittag pro Woche - Der schulfreie Nachmittag gilt ab 13 Uhr und ist landesweit, mindestens aber regional gemeinsam abzustimmen.

www.kjg-nrw.de www.facebook.com/35stunden

Begründung

  • Es gibt einen deutlichen Trend zu mehr Unterrichtsstunden.

Ein Vergleich der Stundentafeln der Schuljahre 2002/03 und 2011/12 zeigt, dass die Mindestwochenstunden in allen Bundesländern erhöht wurden. Dies gilt für alle Schulformen. Vor allem die SchülerInnen an den Gymnasien haben deutlich mehr Unterricht als noch vor zehn Jahren. Denn auch nach der Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium – also dem Wechsel von G9 auf G8 – ist eine Voraussetzung für das Abitur gleich geblieben: 265 Mindestwochenstunden Unterricht. Das heißt: Bei G9 wurden diese Unterrichtsstunden noch auf neun Schuljahre verteilt, G8-SchülerInnen müssen nun die gleiche Menge an Unterricht in acht Jahren schaffen. (siehe 4. Bildungsbericht (2012), Kap. D2 Zeitaufwand für Schule, S. 76)

  • Die Politik scheint einen Bildungsbegriff der wirtschaftlichen Verwertbarkeit zu favorisieren.

Schule und Studium werden mehr und mehr – zum Beispiel auch durch die Verkürzung von Schul- und Studienzeiten – als Durchlauferhitzer betrachtet, damit junge Menschen möglichst schnell dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Im Widerspruch dazu steht die breite Forderung der Politik nach mehr bürgergesellschaftlichem Engagement.

  • SchülerInnen von G8-Gymnasien oder Ganztagsschulen engagieren sich weniger ehrenamtlich.

52% der G9-SchülerInnen übernehmen freiwillige Aufgaben und Tätigkeiten in einem Verein, einem Projekt oder einer Gruppe – aber nur 43% der G8-SchülerInnen. (Dabei ist es ganz gleich, ob ihr G8-Gymnasium eine Halbtagsschule oder eine Ganztagsschule ist.) Ebenso deutlich wird es im Vergleich von SchülerInnen einer Halbtagsschule und denen einer Ganztagsschule (unabhängig von Hauptschule, Realschule, Gymnasium): 39% der HalbtagsschülerInnen sind ehrenamtlich aktiv, aber nur 29% der GanztagsschülerInnen. Dies zeigt: Die Abnahme von frei verfügbaren Zeiten und eine intensiver werdende Schule führen bei Jugendlichen zu weniger ehrenamtlichem Engagement. (siehe 3. Bildungsbericht (2010), Kap. D5 Aktivitäten in außerschulischen Lernorten, S. 81)

  • Bildung findet nicht nur in der Schule statt.

Außerschulische Lernorte wie die Kinder- und Jugendverbände sind für eine gelingende selbstbewusste Biographie unverzichtbar. Denn dort lernen junge Menschen freiwilliges Engagement und Verantwortungsübernahme. Sie lernen, sich selbst zu organisieren und in zweckfreien Räumen und Zeiten eigene Talente zu entdecken. Diese Zeiträume für freiwilliges und selbstbestimmtes Engagement werden ihnen aber durch die Ausdehnung der täglichen Schulzeit genommen.

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach dem Einreichen der Petition keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass der Petitionsempfänger nicht reagiert hat.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Ab sofort bieten wir Ihnen und euch eine Arbeitshilfe zum Download. Sie enthält Daten und Fakten als Argumentationshilfen, Erläuterungen zu unseren drei Forderungen sowie Fragen und Antworten rund um unsere schulpolitische Haltung.

    Unter diesem Link kjg-nrw.de/unsere-forderung/arbeitshilfe/
    gibt es einen pdf-Download zum Anschauen und Teilen sowie einen zum Ausdruck auf A4.

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Online-Petition,

    einen herzlichen Dank, dass Sie und Ihr unser Forderungen, die schulischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen zu begrenzen, mittragt. Die Zeichnungsfrist ist am vergangenen Donnerstag abgelaufen und wir haben unsere Forderungen zusammen mit den Unterschriften an Schulministerin Frau Löhrmann übersendet.
    Mitte August hatten wir bereits die Gelegenheit, mit Frau Löhrmann persönlich über unser Anliegen nach mehr frei verfügbarer Zeit für SchülerInnen zu sprechen. Eine Pressemeldung dazu befindet sich hier: kjg-nrw.de/35-stunden-sprach-mit-schulministerin-loehrmann/

    Auf www.kjg-nrw.de und www.facebook.com/35stunden können Sie sich / könnt Ihr Euch weiterhin über aktuelle Entwicklungen zu unserer Kampagne informieren.

    Viele Grüße

    Holger Walz
    (Referent der KjG im Erzbistum Köln)

Pro

Sehr gut! G8 und die immer länger werdenden Schulzeiten machen unsere Mühen in der Jugendarbeit kaputt. Die Kinder haben kaum Zeit, neben Schule, Nachhilfe, Musik- & Sportangebote etwas anderes zu machen, wo sie ohne Druck Spaß haben können! Die Kinder kommen nicht zu den vielfältigen Angeboten, und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben wenig Zeit, etwas zu organisieren, weil sie so sehr in der Schule eingebunden sind!

Contra

Kann ich Ihnen sehr gerne beantworten. Dann erzählen sie mir mal bitte wo die "älteren" bitte überhaupt eine Ahnung haben wie es heutzutage in der Schule abläuft. Die Schule ist nunmal kein Vergnügen und muss sie auch nicht sein, da es in der Schule um das "Lernen" geht. Wie können sie bitte einschätzen ob es überhaupt für den Stoff der vermittelt werden kann reichen würde unter 35 Stunden. Dazu kommen ausfallende Stunden und Feiertage in Massen. Meine Eltern beschweren sich schon fast dass man heutzutage so gut wie keine Schule mehr hat