Der Bonner Stadtrat hat am 29.9.2016 beschlossen, Kurfürstenbad und Frankenbad zu schließen und durch ein Zentralbad in Dottendorf zu ersetzen. Mit dem Bürgerbegehren „Kurfürstenbad bleibt!“ haben sich im Herbst 2016 bereits viele tausend Bonner Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt des einzigen Bad Godesberger Hallenbades ausgesprochen.

Wir als Unterzeichner/innen dieser Petition gehen einen Schritt weiter und fordern Oberbürgermeister Sridharan und die Ratskoalition aus CDU,FDP und GRÜNEN jetzt zu einem grundsätzlichen Kurswechsel in der Bäderfrage auf. Denn Bonn braucht kein Zentralbad, sondern regelmäßig sanierte und standortbezogen weiterentwickelte und modernisierte Stadtteilbäder. Für Bonn! Für Beuel! Für Hardtberg und Bad Godesberg!

Begründung

Die Stadt der Zukunft ist eine Stadt der kurzen Wege. Eine bürgernahe und zukunftsorientierte Stadtentwicklungspolitik berücksichtigt das. Sie stärkt die gewachsene Identität des jeweiligen Stadtbezirks durch standortangepasste, dezentrale öffentliche Einrichtungen und Angebote. Die Pläne für ein Bonner Zentralbad sind dagegen rückwärtsgewandt und nicht mehr zeitgemäß. Zentralisierung schwächt die gewachsenen Stadtteilzentren und verschärft nachhaltig die bestehenden innerstädtischen Verkehrsprobleme.

Schwimmen lernen sollte jedes Kind. Schwimmen aus gesundheitlichen Gründen, im Alter oder Sportschwimmen sind ebenso wie das Schulschwimmen Teil des alltäglichen Lebens vor Ort. Schwimmbäder sind deshalb Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und gehören wie Kindergärten, Bibliotheken, Sportplätze und Schulen in die Stadtteile. Sie müssen für alle zu Fuß oder per Rad leicht erreichbar sein. Das schafft urbane Lebensqualität für alle in einer Stadt von morgen.

Die Kosten für Sanierung und Modernisierung der vier Bonner Stadtteilbäder wurden mehrfach ermittelt und stehen fest. Die Zentralbadpläne von SWB, Stadt und Ratskoalition sind dagegen Luftschlösser, die weder durch ein konkretes Bad- und Betreiberkonzept noch durch seriöse und belastbare Kosten- und Zeitkalkulationen unterlegt sind. Vor diesem Hintergrund ist es unverantwortlich, Bonn unmittelbar nach dem WCCB-Desaster im „Blindflug“ in das nächste finanzielle Hochrisikoprojekt auf Kosten seiner Bürgerinnen und Bürger zu führen.

Wir fordern eine dezentrale Bonner Bäderlandschaft: 4 Stadtbezirke – 4 Schwimmbäder!

Im Namen aller Unterzeichner/innen

Bonn, 3.12.2016, Anne Gronski

Weiterführende und aktuelle Informationen zur Bonner Bäderfrage u.a. auf www.kurfuerstenbad-bleibt.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Anne Gronski aus Bonn
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Pro

Jahrzehntelang hat die Stadt die Instandhaltung aller Bäder vernachlässigt, obwohl es Aufgabe der Politik ist, sich verantwortungsvoll um kommunale Infrastruktureinrichtungen für Bürger zu kümmern. Der Verweis auf ihren jetzigen maroden Zustand ist ein Eingeständnis von Politikversagen und führt zu noch mehr Politikverdrossenheit.

Contra

Das ist eine Philosophie-Frage die jeder für sich selbst beantworten muss, deswegen der richtige Bürgerentscheid. Jeder sollte sich fragen: Möchte ich zwei einfache 60er Jahre Häuschen im Zentrum sanieren oder für den gleichen Preis eine neue Villa nach meinen Wunschvorstellungen bauen, aber 3 km weiter. Wobei ich bei den Hauskosten der energieffizienten Villa ca. 30% unter denen der beiden Häuser liege, über einen Zeitraum von 20 Jahren. Zudem könnte ich die Grundstücke der beiden Häuschen zu einem Preis verkaufen, mit dem ich die Baukosten der Villa fast refinanziere. Was würde ich machen?