• Von: Florian Sauter mehr
  • An: Bundesministerium für Gesundheit
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 255 Unterstützer
    239 in Deutschland
    Sammlung abgeschlossen

Abschaffung der Höchstgrenzen für die Krankenversicherung der Studierenden

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Studierende werden maximal bis zum 14. Fachsemester oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres in der Krankenversicherung der Studierenden versichert (KVdS).

Jedoch werden durch diese Grenzen jene benachteiligt, welche sich erst später, z. B. nach Wehrdienst, Ausbildung oder Berufserfahrung zu einem Studium und somit zu einer höherwertigen Qualifikation entschließen. Ebenfalls werden Menschen benachteiligt, welche mehrere akademische Abschlüsse anstreben oder aus diverse Gründen die maximale Fachsemesterzahl (ungewollt) überschreiten.

Das Motto der Bundesregierung "Lebenslanges Lernen" wird hiermit praktisch ad absurdum geführt, da die jährliche Belastung (neben den üblichen Kosten für Lebensunterhalt und Studium) in einem 4-stelligen Bereich über denen von jungen Studierenden liegen.

Lösung dieses Problems:

Abschaffung der Höchstgrenzen für die Krankenversicherung der Studierenden.

Altersunabhängige Möglichkeit, sich für ein Erst- sowie Zweitstudium an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen in der KVdS zu versichern und Anpassung des Gesetzes an den Bologna-Prozess.

Das Ziel, ein Studium in angemessener Zeit zu absolvieren, sollte nicht in der Krankenversicherung geregelt werden, sondern an anderer Stelle (z. B. in der Studienordnung).

Damit das Einschreiben an einer Hochschule nicht alleinig für den Status "Werkstudent" und die damit verbundenen Vorteile bei der Berechnung der Sozialversicherungsabgaben genutzt wird, müssen für diesen Fall individuelle Grenzen festgesetzt werden. Denkbar wäre z. B. eine Begrenzung des Werkstudenten-Status auf maximal 7 Jahre im Leben.

Begründung:

Lebenslanges Lernen ist ein Motto, welches sich Deutschland und Europa auf die Fahnen geschrieben hat.
Ein angeblicher Fachkräftemangel findet immer wieder seinen Weg in Politik und Medien.

Dies bedeutet aber auch, dass sich Menschen, welche über 30 sind und sich für ein Studium entscheiden oder während des Studiums altersbedingt aus der KVdS herausfallen, abwägen müssen, ob sie sich dieser Mehrbelastung stellen können oder nicht.

Dies bedeutet auch, dass Menschen, welche die maximale Fachsemesterzahl überschreiten, entscheiden müssen, wie und ob sie die finanzielle Mehrbelastung stemmen können.

Es ist gut möglich, dass sich qualifiziertes Fachpersonal nicht zu einem Studium entschließt, da die finanzielle Mehrbelastung eine zu hohe Hürde darstellt.

Hier liegt eine Altersdiskriminierung vor, welche es gilt abzuschaffen.
Hier liegt eine Hürde vor, welche Menschen davon abhalten kann, ein Studium zu beginnen oder gar zu beenden.
Hier wird lebenslanges Lernen ad absurdum geführt.
Hier wird deutlich, dass der Fachkräftemangel zum Teil hausgemacht ist.
Die Krankenversicherung sollte nicht zur Regelung einer maximalen Studiendauer oder eines maximalen Alters bei Studienbeginn dienen.

Um Ihnen ein Beispiel zu geben, mein Werdegang:
Allgemeinbildendes Abitur, Wehrdienst, eine kaufmännische Ausbildung, Berufserfahrung, aber auch ein Studienabbruch nach 2 Semestern und ein anschließendes Jahr im Berufsleben, führten bei mir zu meinem höheren Alter bei erneutem Studienbeginn.

Mittlerweile habe ich einen B.Sc. Abschluss im Fach der technisch orientierten Betriebswirtschaftslehre und studiere in einem konsekutiven Masterstudiengang (M.Sc.) an der Universität Stuttgart. Die Mehrbelastung von rund 1.000 EUR im Jahr zu stemmen erweist sich immer als äußerst schwer und macht sich massiv am Schuldenberg bemerkbar.
Ferner bekomme ich altersbedingt selten die selben Vergünstigungen, welche meinen jüngeren Kommilitonen zur Verfügung stehen. Dies addiert sich nur noch zusätzlich zu den höheren Belastungen.

Ich hoffe Ihnen verdeutlicht zu haben, warum die Höchstgrenzen in der KVdS Menschen davon abhält, auch in höherem Alter, einen akademischen Abschluss nachzuholen oder gar zu beenden. Die KVdS sollte Menschen die Möglichkeit bieten ein Studium zu beginnen oder zu beenden, ohne Sie dafür finanziell mehr zu belasten als andere Studierende.

Wir brauchen Fachkräfte und v. a. Menschen aus dem Fach, mit Ausbildung und Berufserfahrung, geben unter Umständen äußerst gute Akademiker ab. Ich möchte nicht, dass sich Menschen nicht zu einem Studium entscheiden oder eines abbrechen, weil ein 4-stelliger Betrag sie dazu zwingt.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

70197, 18.04.2015 (aktiv bis 17.10.2015)


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Textlicher Fehler verbessert. Jährliche Belastung ist 4-stellig. Nicht die monatliche. Neuer Petitionstext: Sehr geehrte Damen und Herren, Studierende werden maximal bis zum 14. Fachsemester oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres in ...

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Debatte zur Petition

PRO: Es sollte unerheblich sein, wie alt jemand ist. Wenn sich jemand mit 40 Jahren noch zu einem Studium entscheidet und sich weiterbilden möchte, warum sollten wir ihn mehr belasten?

PRO: Das Contra Argument, dass sich dann viele Einschreiben lassen nur um die KV Kosten zu senken halte ich für nicht haltbar. In meinem Studiengang könnte man das vlt die ersten 2 Semester machen, danach wird man exmatrikuliert wenn man keine Prüfungen bestanden ...

CONTRA: ich kenne genug Beispiele, die das bisherige System schon ausnutzen um an eine billige KV zu kommen.

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