Im letzten Oberstufenjahr (Q3, Q4), in dem auch Fächer wie zum Beispiel Politik und Wirtschaft, Kunst, Musik, weitere Fremdsprachen sowie weitere naturwissenschaftliche Fächer abgewählt werden können, sollte Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, das Fach Religion/Ethik abwählen zu können. Um dies durchzusetzen, muss das Hessische Schulgesetz geändert werden.

Begründung

Gemäß Hessischem Schulgesetz gibt es in der Gymnasialen Oberstufe Fächer, die durchgehend zu belegen sind sowie Fächer, die nach zwei Schulhalbjahren abgewählt werden können.

  • Durchgehend zu belegen sind: Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache, Geschichte, eine Naturwissenschaft, Religion, Sport
  • Nach zwei Schulhalbjahren abwählbar sind: Kunst oder Musik, Politik und Wirtschaft, weitere Fremdsprachen, weitere Naturwissenschaften und Informatik

Jede Schülerin und jeder Schüler muss sich im Abitur in einem Fach des Aufgabenbereiches II prüfen lassen, entweder in Geschichte, Politik und Wirtschaft, Religion/Ethik oder Erdkunde.

Warum wird den Fächern Religion und Ethik ein höherer Stellenwert als dem Fach Politik und Wirtschaft zugewiesen?

Seit der Grundschule, in der Unter- und Mittelstufe, der Einführungsphase sowie dem ersten Oberstufenjahr (Q1, Q2) haben Schülerinnen und Schüler den Religions- oder Ethikunterricht besucht. In dieser Zeit werden wichtige Unterrichtsinhalte wie ethische Grundsätze, Weltvorstellungen, philosophische und religionskundliche Fragen ausführlich behandelt.

Im letzten Oberstufenjahr (Q3, Q4) sollte allen Schülerinnen und Schülern, die das Fach Religion/Ethik (auf Grund anderer eigener Schwerpunktsetzung) nicht als Prüfungsfach im Abitur wählen möchten, die Möglichkeit gegeben werden, das Fach abwählen zu können.

Es ist nicht einzusehen, warum das Fach Religion/Ethik genau wie beispielsweise Deutsch und Mathematik durchgängig belegt werden muss.

Ein Beispiel aus der Praxis: - Eine Schülerin oder ein Schüler ist politisch interessiert und würde gerne das Fach Politik und Wirtschaft weiter belegen, entscheidet sich jedoch auf Grund der Verpflichtung zur Teilnahme am Religions- oder Ethikunterricht und der damit verbundenen Stundenzahl dazu, das Fach Politik und Wirtschaft abzuwählen.

Je nach Interessenslage sollte eine Wahlmöglichkeit geschaffen werden. In diesem Beispiel hätte sich die Schülerin oder der Schüler zu Gunsten des Faches Politik und Wirtschaft und somit gegen das Fach Religion/Ethik entschieden.

Im Hinblick auf die gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten erscheint ein verpflichtender Religions- und Ethikunterricht in der Oberstufe nicht mehr zeitgemäß. Den Schülerinnen und Schülern sollte die Wahl gelassen werden, ob sie sich stattdessen mit aktuelleren Themen beschäftigen möchten, ohne ihre Stundenzahl unverhältnismäßig erhöhen zu müssen.

Religiöse Kenntnisse gehören fraglos zur Allgemeinbildung. Innerhalb von elf (G8) beziehungsweise zwölf (G9) Schuljahren sollte es jedoch gelungen sein, ein grundlegendes religiöses Verständnis aufgebaut und vermittelt zu haben, sodass die Freiwilligkeit der Belegung des Fachs Religion/Ethik im letzten Jahr der Oberstufe gegeben sein sollte.

kultusministerium.hessen.de/sites/default/files/media/hkm/lesefassung_schulgesetz_mit_inhaltsverzeichnis_zweispaltig_stand_30.05.2018.pdf

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Karla Matthey aus Wehrheim
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Warum Menschen unterschreiben

  • vor 2 Tagen

    Der Religionsunterricht ist unnötig und nicht effektiv

  • vor 2 Tagen

    Weil ich 3 Kinder habe, die das betrifft!

  • Nicht öffentlich Friedrichsdorf

    vor 3 Tagen

    Abiturienten bereiten sich auf ihr (Berufs-)Leben vor und entwickeln Eigenverantwortlichkeit. Sie sollten die Möglichkeit haben, im letzten Jahr zum Abitur entsprechend Prioritäten setzen zu können. Aus meiner Sicht ist die Fähigkeit und Möglichkeit, solche Entscheidungen zu treffen, essentiell für die Entwicklung der Persönlichkeit junger Menschen.

  • Maja Plachetta Bad Homburg

    vor 8 Tagen

    Weil es mich ebenfalls bald betreffen wird und ich keinerlei interesse an diesem Schulfach habe und es deshalb nur eine noch größere belastung in meinem Ohnehin schon großen Stundenplan wir.

  • Francois Praum Friedrichsdorf

    am 06.01.2019

    Es ist wichtig Jugendliche unabhängig von ihrer ethischen Auffassungen zu bilden.

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