Ein Investor möchte im Inneren des Einzelbaudenkmals "Gignoux-Haus" Wände des 19. Jhs. mit Versatzstücken des 18. Jhs. in den Obergeschossen gegen das Veto des Landesamtes für Denkmalpflege herausbrechen. Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung am 14.12.2017 Zustimmung signalisiert. Das Gebäude soll zudem rückwärtig mit zwei Balkonen je Wohneinheit versehen werden. Den Farbbefund möchte der Investor nicht umsetzen. Nach einem offenen Brief mehrerer Historiker und Architekten will der Bauausschuss nun im April einen Ortstermin abhalten. Wir möchten eine neuerliche Diskussion im Bauausschuss anregen:

1) Den bestehenden Grundriss des Gebäudes (18./19. Jh.) so weit wie möglich zu erhalten und vor allem die Fragmente des 18. Jhs. (Türen mit Toile-de-Jouy-Motiven sowie Lamperien) zu erhalten bzw. ggf. zu sichern.

2) Auf die Balkone zu verzichten bzw. ihre Zahl zu reduzieren und formal zu ändern (z.B. französische Balkone).

3) Den barocken Farbbefund umzusetzen.

Uzasadnienie

Das 1764/65 errichtete Gignoux-Haus ist eines der wichtigsten Baudenkmale in Augsburg und erinnert an Anna Barbara Gignoux, eine Kattunfabrikantin. Es gehört mit dem Schaezlerpalais, dem Koepf-Haus, sowie der Schüleschen Kattunfabrik (Hauptflügel) zu den herausragenden bürgerlichen Bauten seiner Zeit in dieser Stadt. Es ist die einzige Kattunfabrik, die so gut erhalten blieb; der Umbau des 19. Jh. mit dem Ziel, mehrere Wohnungen zu gewinnen, ist Teil des Denkmalwertes, zumal zahlreiche Fragmente des 18. Jahrhunderts in die Wände des 19. Jahrhunderts eingebaut sind und der gesamte Grundriss im 19. Jh. abgeändert wurde. Das Gignoux-Haus zeigt also eine Umnutzung des 19. Jhs. in der Kubatur und dem Grundriss des 18. Jahrhunderts.

Der Ausbruch von Wänden hätte vermutlich statische Auswirkungen, die noch stärkere Eingriffe in die Bausubstanz nach sich zögen. Die Zukunft der besonders hochwertigen Türen mit Malereien (vielleicht on Joseph Christ) und Lamperien ist unklar.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Dr. Gregor Nagler od Augsburg
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Aktualności

pro

Dieses Haus prägt in außergewöhnlicher Weise ein ganzes Stadtquartier mit und ist elementarer Teil des „kulturellen Gedächtnisses” der Stadt. Auch im Inneren Wertvolles zu erhalten, ist sinnvoll. Umnutzung muss nicht automatisch Umstrukturierung bedeuten: Ein kreativer Umgang liegt doch stets darin, sich als Nutzer in die Bedingungen einzufinden statt sich lediglich mit situativem Bedarf (oder Bedürfnissen) aufzudrängen. Von den Toile-de-Jouy-Motiven wünsche ich mir Fotos, damit wir wissen, wovon hier eigentlich an Erhaltenswertem auszugehen ist.

kontra

Ich muss euch jetzt mal eines schreiben. Auch ich bin dafür, dieses Haus weitestgehendst in seinem Zustand zu erhalten. Dass man aber nicht alles erhalten kann und die Zeit auch Fortschritte gemacht hat, ist ja wohl auch klar! Warum sollte man innenliegende Wände erhalten? Man muss etwas verändern, sonst passt es nicht mehr in die heutige Zeit! Sind wir froh, dass sich nach jahrelangen Streitigkeiten endlich jemand erbarmt, viel Geld in die Hand nimmt und aus dem Haus wieder ein ansehnliches Objekt dieser Stadt macht!!!