In den Hilfsmittelkatalog des GKV-Spitzenverbandes sollen in der Gruppennummer 08 (Einlagen), die sensomotorischen bzw. propriozeptive Einlagen explizit aufgenommen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen wieder animiert werden, diese Art Einlagen auf Anraten des behandelnden Arztes zu übernehmen.

Alle Patienten, insbesondere unsere Kinder, sollen wieder Zugang zur gezielten Versorgung mit sensomotorische Einlagen erhalten. Gerade bei Kindern kann man mit verhältnismäßig wenig Aufwand eine Menge erreichen.

Begründung

Unsere Tochter erhält seit ihrem 2.ten Lebensjahr sensomotorische/propriozeptive Einlagen. In diesen 6 Jahren, in dem Sie diese Einlagenversorgung erhält, hat Sie erhebliche Fortschritte in der Fußstatik und im Gangbild erzielt. Bis zum Jahr 2017 wurden diese Einlagen von unserer gesetzlichen Krankenkasse zuzahlungsfrei übernommen. Seit dem 01.04.2017 steht im Hilfsmittelkatalog des GKV-Spitzenverbandes folgendes: “… Sensomotorische bzw. propriozeptive Einlagen sind im Hilfsmittelverzeichnis nicht berücksichtigt, da die hierfür erforderlichen Nachweise zum medizinischen Nutzen derartiger Produkte nicht vorliegen und darüber hinaus bei keiner Indikation die Behandlung mit sensomotorischen bzw. propriozeptiven Einlagen als dem allgemeinen Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechend angesehen werden kann. ...” (Quelle: hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/produktgruppeAnzeigen_input.action?gruppeId=8 ; Abruf am 06.08.2018 07:37). Seit diesem Tag werden die propriozeptive Einlagen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen. Die durchgängige Einlagenversorgung wurde damit unterbrochen.

Bei verschiedenen Ärzten und Institutionen wurde die Notwendigkeit der propriozeptiven Einlagen bei der Behandlung unserer Tochter empfohlen. Sowohl ein SPZ, ein Klinikum mit spezialisierter Kinderorthopädie und ein MDK hat diese Behandlungsmethode bestätigt.

Aber was sind nun sensomotorische Einlagen? Wikipedia schreibt: „Eine sensomotorische Einlage ist auch unter dem Namen propriozeptive Einlage oder afferenzstimulierende Einlage bekannt. Bei dieser speziellen Einlage wird die Biomechanik des Körpers durch gezielt eingesetzte sensorische Impulse unterstützt. Dabei soll die Aktivität einzelner Muskeln oder Muskelgruppen beim Gehen, Laufen oder Stehen zielgerichtet verändert werden, indem die Muskelspannung erhöht (tonisiert) oder vermindert (detonisiert) wird.“ [Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Sensomotorische_Einlagen ;Abruf: 06.08.2018 06:32]

Sensomotorische Einlagen setzen durch die eingearbeiteten Pelotten Impulse/Reize, auf die das zentrale Nervensystem mit einem angepassten Bewegungsmuster reagiert. Es wird sozusagen die komplette Muskulatur des Bewegungsapparats mit jedem Schritt trainiert.

Die normalen „Kasseneinlagen“ stützen den Fuß bzw. das Fußgewölbe. Sie üben keinerlei Reize aus, um die Muskulatur zu trainieren.

Die sensomotorische Einlagen sind also die konsequente Fortführung der Einlagenversorgung, die nicht mehr auf das Prinzip Führen, Betten und Stützen basiert, sondern den Fuß gezielt durch Reize manipuliert, um die Steuerung der Bewegungen zu beeinflussen.

Neben unserem Fall existieren mehrere Studien, die die Wirksamkeit von sensomotorischen/propriozeptiven Einlagen bestätigen.

Nachfolgend sind stellvertretend Studien bzw. auch Urteile genannt:

Abkürzungen: GKV-Spitzenverband: zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen MDK: Medizinischer Dienst der Krankenkassen SPZ: Sozialpädiatrisches Zentrum

Ich möchte mich, auch im Namen meiner Familie, schon jetzt dafür bedanken, dass Sie uns bei diesem Anliegen unterstützen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Heiko Hergemöller aus Recke
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Neuigkeiten

  • Ich habe *fast* alle Kommentare zur Petition gelesen.

    Durchweg sind positive Rückmeldungen über die Erfolge und die Funktionsweise der sensomotorischen Einlagen zu finden.

    Auch in direkten Gesprächen findet die Petition Anklang.

    Nun kommt der Punkt Debatte zur Geltung und wird genutzt. Die ersten Positionen sind eingetragen und stehen zur Diskussion. Hier wünsche ich mir sehr, dass diese offen und zielgerichtet sind - egal, ob Pro oder Contra.

    Mittlerweise kann man viele Studien zu den sensomotorischen Einlagen finden (wenn auch gut versteckt). Nur dann darauf zu pochen, dass es für die klassischen Einlagen genau so schwer ist, Studien zu finden, ist nicht zielführend. Genauso wenig hilft eine Debatte über Kosten. Hier ist es leicht die klassischen Einlagen mit den Sensomotorischen zu vergleichen. Nur werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Ganzheitlich müssen die 'vermiedenen' Kosten bei der Therapie mit sensomotorischen Einlagen zur klassischen Einlagenversorgung mit ggf. Operationen, weiteren Hilfsmittel und Medikamenten mit einbezogen werden. Dieses ist für mich als Laie nur sehr schwer möglich. Daher halte ich mich über die Kosten bedeckt, da man letztendlich auch spart, vermeidet und vor allem Lebensqualität zurück erhält.

  • Hallo zusammen,

    seit heute ist ein Bericht über diese Petition auf www.ostechnik.de zu finden. Mit der Fachzeitschrift Orthopädieschuhtechnik berichtet der C.Maurer-Verlag über diese Petition. Der Text ist über den Link www.ostechnik.de/news/4753-petition-zur-aufnahme-sensomotorischer-einlagen-ins-hilfsmittelverzeichnis zu finden.

    Der DGOOC-Beratungsausschuss Orthopädieschuhtechnik hat schon 2016 eine Stellungnahme zu sensomotorisch wirkenden Fußorthesen (SMFO) veröffentlicht. Sie ist ebenfalls bei Orthopädieschuhtechnik zu finden: www.ostechnik.de/48-orthopaedie-chirurgie/3439-dgooc-beratungsausschuss-orthopaedieschuhtechnik-stellungnahme-zu-sensomotorisch-wirkenden-fussorthesen-smfo

    Ich wünsche Euch allen schon ein schönes Wochenende!

    Heiko Hergemöller

Pro

Ich halte es erstmal für wichtig die Begriffe Sensomotorik und Propriorezeptiv auseinander zu halten !!! Selber arbeite ich (OT) seit ca 10 Jahren mit propriorezeptiven Einlagen nach Jahrling und habe erstaunliche Ergebnisse gesehen. Studien sind sehr oft fragwürdig, das sieht man aber auch in anderen Bereichen sehr oft. (trau keiner, Die du nicht selbst gefälscht hast...) das Problem, viele Industriefirmen verändern/setzen die Pelotten anders und wenn ich eins gelernt hab, auch nur 1 mm macht wahnsinnig viel aus,... hab viele schlechte Einlagen gesehen....

Contra

Die Studien sind meiner Meinung nach in nichts aussagefähig. Es dürfen doch mehr als nur 24 Probanden sein. Ernstzunehmede Studien erstrecken sich über Jahre und finden mit hunderten Menschen statt. Massiv von einem Hersteller in Berlin vorangetrieben (logisch der verdient damit einen Großteil seines Geldes). Das viele der Kollegen das Thema "Sensomotorik" verwenden, um massiv und z.T unverschämt hohe Summen für die Fertigung aufzurufen, wird auch ganz galant unter den Teppich gekehrt.

Warum Menschen unterschreiben

  • Susanne Will Barsbüttel

    vor 12 Std.

    Durch die Arbeit mit diesen Einlagen bin ich von der Wirkungsweise dieser Einlagen zu 100% überzeugt. Es ist wichtig für alle Betroffenen diese Einlagen in den Hilfsmittelkatalog auf zu nehmen da durch den Einsatz der Einlage Schmerzen deutlich gelindert und Spätfolgen verhindert werden können.

  • vor 12 Std.

    Weil ich Betroffene kenne, mit Kindern, die schon jahrelang versorgt wurden über die Kasse. Auf ein mal hört die Unterstützung der Kassen auf und die Betroffenen haben zumeist nicht die nötigen Mittel um eien Anschlußversorgung zu gewährleisten (gerade dann wenn die Betroffenen Kinder sind).

  • vor 15 Std.

    Unsere Kinder benötigen die Einlagen aufgrund von orthopädischer Verordnung.

  • vor 15 Std.

    Ich bin Orthopädietechnikerin und sehe jeden Tag die Notwendigkeit von sensomotorischen Einlagen.

  • vor 17 Std.

    As a CPO I know about the performance of sensomotorische Einlagen

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