Region: Bayern
Familie

Bayern: ALLE Kinder sind systemrelevant – gebt ihnen und ihren Eltern eine Perspektive #Corona

Petition richtet sich an
Bayerischer Landtag / Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie; Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
16.375 Unterstützende 14.908 in Bayern
62% von 24.000 für Quorum
  1. Gestartet 19.04.2020
  2. Sammlung noch 4 Tage
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
Ich bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert werden. Der Petent kann meinen Namen und Ort einsehen und an den Petitionsempfänger weiterleiten. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Die gegenwärtige Situation des Shutdowns stellt uns alle vor große Herausforderungen. Eine Gruppe, der dabei bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt wird, sind Kita-Kinder und ihre Eltern. Ohne eine klare zeitliche und inhaltliche Perspektive, wie es weitergehen soll, entstehen materielle, vor allem aber soziale und psychische Probleme für die Betroffenen. Es geht uns darum, umsetzbare Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen der Kleinsten – und ihrer Eltern – entsprechen.

Wir fordern…

  1. dass Kinder jeden Alters – auch die Kleinsten – endlich Gehör in der Politik finden.

  2. einen öffentlichen Diskurs zwischen Wissenschaft, Politik und Praktikern, sodass zeitnah Lösungen für alle Kinderbetreuungseinrichtungen erarbeitet werden.

  3. eine höhere Priorität von Kitas bei der schrittweisen Öffnung aller Lebensbereiche.

  4. transparente Kriterien für die schrittweise Öffnung von Betreuungseinrichtungen.

  5. eine Berücksichtigung der psychischen, sozialen und finanziellen Folgen, die die Kita-Schließung für Kinder und Eltern verursacht.

  6. die Anerkennung von Betreuungsbedarf für alle berufstätigen Eltern, nicht nur für als systemrelevant definierte Berufe.

  7. den Stopp des erzwungenen Rückfalls in traditionelle Familienmodelle mit einem Hauptverdiener. Die Entscheidung für ein Familienmodell muss der Familie selbst obliegen.

Dabei muss berücksichtigt werden:

  • Es müssen individuelle, über die bekannten Denkmuster hinausgehende Lösungen erarbeitet werden, welche die Verschiedenartigkeit aller Formen der Betreuung berücksichtigen – von Kitas unterschiedlicher Größe und Orientierung bis hin zu Tagesmüttern usw.

  • Der Sicherheit des Betreuungspersonals ist ebenso Rechnung zu tragen wie den Möglichkeiten der einzelnen Einrichtungen bei der Umsetzung.

  • Der Diskurs von Politik, Wissenschaft und Praktikern soll die Chancen und Gefahren einer Wiederöffnung der Betreuungseinrichtungen berücksichtigen und fundiert analysieren.

  • Home-Office darf keine mittel- und langfristige Lösung der Kinderbetreuung darstellen. Es dient lediglich der erhöhten Flexibilität und Verkürzung von Anfahrtszeiten.

  • Die Politik ist dringend aufgerufen, zusammen mit Eltern und Arbeitgebern zeitnah praktikable Lösungsmodelle bereitzustellen, die das Arbeitsleben für beide Seiten – berufstätige Eltern und Arbeitgeber – familiär und wirtschaftlich gelingen lassen!

Solidarität, Schutz und Fürsorge der Jüngeren für die Älteren und Vorerkrankten ist wichtig und richtig! Doch auch die Jungen und die Kleinen brauchen und verdienen die Solidarität, den Schutz und die Fürsorge ihrer (älteren) Mitbürgerinnen und Mitbürger! Denn wir (Eltern und unsere Kinder) sind die Generation, die heute für die menschliche und ökonomische Zukunft unserer Gesellschaft sorgen will und muss. Deswegen unsere Bitte an die Gesellschaft: Helft uns, dass unsere Kinder nicht länger in Isolationshaft leben müssen und wir unsere Familien versorgen können!!

Begründung

Es ist unbestritten, dass die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sinnvoll waren, um Katastrophen wie in der Lombardei oder NY abzuwenden. Diese werden nicht in Frage gestellt.

Aktuell werden schrittweise Lockerungen diskutiert und umgesetzt. Die Erfordernisse von jungen Familien werden dabei völlig ausgeklammert. Es wird über vieles diskutiert, doch wie es mit der Betreuung von kleinen Kindern weitergeht, bleibt unklar.

In den Empfehlungen der Leopoldina gibt es zu den Kitas nur einen einzigen Satz: „Da kleinere Kinder sich nicht an die Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können, sollten die Kitas […] bis zu den Sommerferien weiterhin im Notbetrieb bleiben.“ Basierend darauf werden Kita-Kinder pauschal von jeglichen Überlegungen zur Lockerung des Lockdowns ausgeschlossen.

De facto werden sich kleinere Kinder aber auch nach den Sommerferien nicht an Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten können. Nach Expertenmeinung (z.B. RKI) gibt es bis Jahresende keinen Impfstoff. Wie geht es dann also im Herbst weiter? Offensichtlich gibt es für junge Familien und deren Kinder keinerlei Perspektive.

Wie wichtig Perspektiven sind, um schwerwiegende psychologische und soziale Auswirkungen abzufedern, wird in den Empfehlungen der Leopoldina betont. Die Notwendigkeiten von jungen Familien wurden jedoch in den Empfehlungen zu Kitas bei weitem nicht hinreichend berücksichtigt. Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe (Altersdurchschnitt > 63; 92% Männer) lässt vermuten, dass darin ein Grund für die Gewichtung der vorgeschlagenen Maßnahmen liegt. Eine objektive Basis für politische Entscheidungen stellt dies nicht dar.

Es gibt keinerlei Vorstellungen darüber, wie Eltern der bundesweit über 2,7 Mio. Kita-Kinder ihren beruflichen Verpflichtungen mittel- und langfristig nachkommen sollen, wenn keinerlei Betreuungsmöglichkeit für deren Kinder besteht. Wenige Berufe sind als systemrelevant eingestuft, sodass für die breite Masse keine Notbetreuung in Frage kommt. Auch eine Erweiterung der Notbetreuung ist keine flächendeckende Lösung, sondern verschärft vielmehr die soziale Ungerechtigkeit. Auch bei der Umsetzung von Home-Office wird ignoriert, dass bei Kita-Kindern eine gleichzeitige Betreuung und Arbeit schlichtweg unmöglich ist.

Dieser berufliche Ausnahmezustand ist für einen begrenzten Zeitraum bewältigbar, kann aber nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden. Zahlreiche Eltern nehmen derzeit Urlaubstage oder arbeiten nachts, um die durch die Kinderbetreuung verlorene Arbeitszeit zu kompensieren. Wir können diesen Zustand nicht endlos verlängern, ohne schwerwiegende psychische, soziale und finanzielle Folgen hervorzurufen.

Werden nun für alle anderen die Regeln weiter schrittweise gelockert, verschärfen sich berufliche Nachteile für Eltern jüngerer Kinder. Der Rückfall in ein konventionelles Rollenbild mit einem Hauptverdiener wird damit als einzig mögliches Familienmodell aufgezwungen. Neue Familienmodelle sind aber nicht nur ideologisch, sondern auch ökonomisch begründet. Die Opfer solcher Entwicklungen sind primär Alleinerziehende und Frauen. Werden sie aus dem Berufsleben gedrängt, entgehen dem Staat wichtige qualifizierte Arbeitskräfte und Steuereinnahmen.

Kitas sind nicht nur Betreuungseinrichtungen, sie haben auch einen Bildungsauftrag. Jüngeren Kindern werden gerade pädagogische Angebote entzogen, die bisher als unerlässlich für ihre Entwicklung galten. Stattdessen leben sie über einen langen Zeitraum völlig abgeschnitten von sozialen Kontakten, verpassen Lerngelegenheiten und damit wichtige Entwicklungsschritte. Je länger der Lockdown, umso gravierender die Auswirkungen für das frühkindliche Lernen. Besonders betroffen davon sind sozial schwache Familien und Familien mit Migrationshintergrund.

3,7 Mio. Kleinkinder werden gerade kommentar- und alternativlos in die soziale Isolation verbannt. Die langfristigen Auswirkungen einer monatelangen Isolation werden nicht hinterfragt. Kinder brauchen viel Bewegung. Spielplätze sind seit Anfang des Lockdowns alternativlos geschlossen. Das Familienleben muss vielfach in engen Wohnungen organisiert werden und birgt höhere Konflikt- und Belastungspotenziale, die auch zu Gewalt führen können.

Zudem ist aktuell unklar, ob Kinder signifikant zur Verbreitung des Virus beitragen und ob Kita-Schließungen wesentliche Faktoren bei der Eindämmung der Pandemie waren. Die bisherigen Studien dazu sind widersprüchlich. Eindeutiger ist hingegen, dass Kinder äußerst selten schwere Krankheitsverläufe erleben. Die Öffnung von Betreuungseinrichtungen dogmatisch auszuschließen ist daher nicht nachvollziehbar; insbesondere angesichts des Fehlens jeglichen Konzeptes für berufstätige Eltern.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Familien in der Krise aus Augsburg
Frage an den Initiator

Diese Petition wurde in folgende Sprachen übersetzt

Neue Sprachversion

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer dieser Petition,

    wir planen, die Petition baldmöglichst beim Sozialausschuss im Bayerischen Landtag einzureichen! Gleichzeitig möchten wir durch eine weitere Aktion unsere Forderungen noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Deswegen organisieren wir für den 04.07.2020 eine Familien-Demonstration unter dem Motto "KIDS FIRST: Lösungen für Bildung & Betreuung! Jetzt!". Wir möchten an diesem Samstag auf die aus unserer Sicht immer noch bestehende politische Planlosigkeit in den Bereichen Bildung und Betreuung aufmerksam machen. Denn die Rückkehr in einen Normalbetrieb für Kitas und Schulen nach den Sommerferien ist momentan das Wunschszenario der Landesregierung. Aber auf welche Zumutungen müssen sich Eltern und... weiter

  • Liebe Unterstützer-/innen,

    gerne weiße ich auf die morgige Familiendemo in München zu diesem Thema hin. Sie wird von der Initiative #FamilieninderKrise organisiert und findet von 11 bis 12 Uhr am Karl-Stützel-Platz (80333 München) statt. Alle weiteren Infos dazu habe ich unten beigefügt.

    WICHTIG: Die Demo ist Corona-konform. Deshalb bitte Masken tragen, Abstand halten und unbedingt vorher bei den Organisatoren anmelden, wenn ihr kommen möchtet (die Anzahl an Teilnehmern ist begrenzt!).

    Herzliche Grüße
    Birgit Seidl-Bisani

    ***

    Liebe Familien in Bayern & München,

    seit mittlerweile mehr als 2 Monaten (!) betreuen wir unsere Kinder zu Hause, arbeiten nebenbei, schmeißen den Haushalt und machen ggf. auch noch Homeschooling!
    Viele von uns sind... weiter

Weil Kinder die gleichen Grundrechte haben wie Erwachsene und nicht daheim eingesperrt werden dürfen! Weil Kinder Gleichgesinnte brauchen um sich zu entwickeln und weil es einfach von Anfang an hieß, Kinder sind Virenschleudern, man dies aber nie geprüft, getestet oder hinterfragt hat, seit 6 Wochen nicht.

Ich bin nicht gegen die Petition, vielmehr finde ich vieles sachlich und faktisch richtig was dort geschrieben wird. Kleinkindern und Ihren Eltern müssen Lösungsansätze und Perspektiven geboten werden. Warum aber wird hier eigentlich die Problematik weitgehend ausgeklammert, dass es zahlreiche KiTa-Kinder gibt, die mit Personen der Risikogruppen zusammen leben. Bevor also geöffnet wird, müssen auch dafür belastbare Konzepte zur Risikominimierung her. Die könnte man gerne hier in der Petition versuchen zu ergründen

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 18 Std.

    Weil ich selbst betroffen war/bin.

  • vor 21 Std.

    Es ist eine Ungleichbehandlung dem Kind gegenüber, wenn Kinder aufgrund der Berufswahl der Eltern in die Betreuung dürfen und andere nicht. Die einen dürfen in der gewohnten Alltagsumgebung mit Kindern zusammen sein, die anderen nicht.

  • vor 21 Std.

    Weil unsere Kinder einen nicht wieder gut zu machenden psychischen Schaden/Traumatisierung erlitten haben und noch erleiden. Weil sich die Regierung und auch Herr Söder nur auf einen Wissenschaftler, Herrn Drosten verlässt. Wenn man etwas von Medizin weiß, dann ist das Handeln nicht angebracht. Ich habe zwei Pflegefällen und nicht im Geringsten Angst um sie gehabt, da ich sie und mich ( auch mit Autoimmunkrankheiten und vom Alter gefärtet) gesund ernähre, und mit NEM versorge. Mit freundlichen Grüßen Irmgard Meißner

  • Nicht öffentlich Breitengüßbach

    vor 1 Tag

    Kinder sind wichtig!!

  • vor 2 Tagen

    weil ich selber 2 Kinder habe

Werkzeuge für die Verbreitung der Petition.

Sie haben eine eigene Webseite, einen Blog oder ein ganzes Webportal? Werden Sie zum Fürsprecher und Multiplikator für diese Petition. Wir haben die Banner, Widgets und API (Schnittstelle) zum Einbinden auf Ihren Seiten.

Unterschreiben-Widget für die eigene Webseite

API (Schnittstelle)

/petition/online/bayern-alle-kinder-sind-systemrelevant-gebt-ihnen-und-ihren-eltern-eine-perspektive-corona/votes
Beschreibung
Anzahl der Unterschriften auf openPetition und gegebenenfalls externen Seiten.
HTTP-Methode
GET
Rückgabeformat
JSON

Mehr zum Thema Familie

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

Jetzt fördern