Es fällt mir nun schon seit einigen Jahren auf, dass die aktive Benutzung der Lichtinstallation am Wissenschaftspark Gebäude anscheinend keinerlei zeitlichen Begrenzung unterliegt und die ganze Nacht angeschaltet ist. Das sollte nicht so sein. Die Leuchtzeit der Kunstinstallation soll aus Gründen des Gemeinwohls und des Natur- sowie Tierschutzes einer begrenzten Nutzungszeit unterliegen. Mein Vorschlag ist, dass sie im Zeitraum von 22:00-6:00 Uhr abgeschaltet bleibt.

Reason

Ruhestörung kann nicht nur durch Lärm sondern auch durch Licht hervorgerufen werden.

Es gehört gem. § 3 Abs. 2, 3 BImSchG sowohl zu den Emissionen als auch den Immissionen, welche nach selbigen Gesetz als schädliche Umwelteinflüsse zu qualifizieren sind, sollten sie nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sein, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft herbeizuführen (§3 Abs. 1 BImSchG). Sowohl Tiere als auch Menschen brauchen Dunkelheit für eine geregelte und erholsame Nachtruhe. Von einer solchen kann allerdings nicht gesprochen werden, wenn es die ganze Nacht über hell ist.

Rund 60% aller Wirbellosen Tiere sind nachtaktiv viele von ihnen orientieren sich am Nachthimmel, insbesondere an Sternen. Da die Sterne aber durch die zunehmende Lichtverschmutzung nachts kaum noch erkennbar sind, sind die Tiere vollkommen desorientiert. So werden auch Insekten aus dunkleren Ökosystemen von künstlichem Licht weggelockt, was zu einer Verarmung der Insektenpoulation auf vielen landwirtschaftlichen Flächen, die 11% der weltweiten Bodennutzung ausmachen , führt. In den letzten 27 Jahren ist die Insektenpopulation um ca. 75% zurück gegangen. Die Sterberate kann in beleuchteten Gegenden zwischen 40- und 100-mal höher sein als in dunkleren Ökosystemen. Grund dafür ist zu einem auch die erhöhte Lichtverschmutzung. Diese werden durch die Konfrontation mit künstlichem Licht, das als „Barriere“ für viele Insekten agiert, in ihrer Ausbreitung gebremst, da künstliches Licht erheblich den Sexualtrieb der Insekten schwächt. Das verhindert einen genetischen Austausch zwischen den Insektenpoulationen. Dadurch werden die Insekten anfälliger für Pestizide und andere schädliche Umwelteinflüsse. Aufgrund der Nahrungskette wirkt sich die Schwächung der Insekten nicht nur unmittelbar auf unseren Lebensraum aus, so dass Pflanzen weniger bestäubt werden, sondern hat auch mittelbare Folgen auf die konkrete Gesundheit eines jeden Einzelnen, da Krankheitserreger in der unteren Stufe der Nahrungskette zwangsläufig irgendwann beim Menschen ankommen.

Auch Pflanzen benötigen eine dunkle Nacht, da sie in der Dunkelatmung den Sauerstoff aufnehmen, den sie zur funktionsfähigen Fotosynthese am Tage benötigen.

So ist mit sehr wohl klar, dass es sich bei der Lichtinstallation um ein von Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG, geschütztes Kunstwerk handelt, jedoch findet wohl auch die Kunstfreiheit ihre Grenzen in dem Erhalt einer, vor allem existenzwerten, Lebensgrundlage finden, insbesondere gem. Art. 20a GG, an welches die Wissenschaftspark GmbH als Tochtergesellschaft der Stadt Gelsenkirchen (zu 51%) gebunden ist.

Die Wissenschaftspark GmbH organisieren Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit, wie die 5. Kommunale Nachhaltigkeitstagung NRW und sagt über sich selbst es liege „ein Schwerpunkt der Aktivitäten [des Wissenschaftsparks] im Bereich der Zukunftsenergien“. So kann es bloß ein stringentes Handeln nach diesem Denken sein, wenn Sie die Benutzung der Lichtinstallation und die Lichtbestrahlung in einem verträglichen Maße für Mensch und Tiere hält.

Ich hoffe auf eure Unterstützung, dass der Wissenschaftspark auch in Zukunft ein erholsamer Ort für Menschen und Tiere bleibt.

Quellen: www.spektrum.de/news/lichtverschmutzung-bedroht-insekten/1423701 www.pflanzenforschung.de/de/themen/lexikon/stoffaustausch-373 www.wipage.de/ueber-uns/allgemein/ www.wissenschaft.de/umwelt-natur/insektensterben-durch-lichtverschmutzung/

Thank you for your support, Luzie Nagel from Gelsenkirchen
Question to the initiator

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