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Education

Büchervernichten in Berlin? Bibliotheken werden kaputt rationalisiert

Petition is directed to
Abgeordnetenhaus Berlin, Stiftungsrat der Zentral- und Landesbibliothek
20.498 Supporters 15.169 in Berlin
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  1. Launched 2014
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Bitte wenden Sie sich gegen Pläne des Stiftungsrats der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, den Medien-Einkauf künftig über den externen privaten Dienstleister EKZ in Reutlingen abwickeln zu lassen statt wie bisher nur über ausgebildetet LektorInnen der Berliner Bibliotheken.

Bitte wenden Sie sich auch gegen die Pläne, Medien, die länger als zwei Jahre nicht ausgeliehen wurden, zu VERNICHTEN.

Bitte wenden Sie sich gegen weitere Vernichtung von Berliner Bibliothekskultur durch Privatisierung, Rationalisierungen und Einsparungen und setzen Sie sich für eine lebendige Bibliothekskultur (nicht nur) in der Hauptstadt ein.

www.zlb.de/ueber-uns/ueber-uns/kontakt.html taz.de/Mainstream-beim-Buecherkauf/!150878/ www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&dig=2014%2F12%2F13%2Fa0207 s.a. taz Druckausgabe vom 13./14. Dezember.

Reason

Welch ein Fest: Sie gehen in eine der Berliner Bibliotheken und bekommen so gut wie jedes Buch, von dem Sie gehört oder gelesen haben, das Sie neugierig gemacht hat. Sie lesen schon zwischen den Buchregalen mit Gewinn, Sie finden Neues und vertiefen sich in Altes. Bücher aus dem Archiv werden Ihnen bereitgestellt, die vielleicht schon lange niemand mehr ausgeliehen hat.

Und Sie sind die/der erste Mensch seit langem, der das Wissen eines vielleicht längst Verschwundenen wieder ausgräbt, Papier anfässt und blättert. Bücher, die von gut Ausgebildeten gekauft und in den vorhandenen Bestand eingepflegt worden sind. Eine freundliche Mitarbeiterin am Schalter berät Sie fachkundig, genau zu Ihrem Thema, gibt Ihnen einen Filmtipp und vermittelt Ihnen gleich die DVD. Oder sie bestellt einen Comic neu für den Bestand, nachdem Sie die Anregung gegeben haben. Und Sie sind dann der/die Erste, das neue Buch zu lesen bekommt, und das so gut wie kostenfrei!

Genau so eine Bibliothekslandschaft hatten wir in der Bildungsstadt Berlin einmal. Doch nun soll ein weiterer Kahlschlag vorgenommen werden. Gestern veröffentlichte die taz Pläne des Stiftungsrates der Zentral- und Landesbibliothek, dass nicht mehr v.a. die LektorInnen der Bibliotheken die Bücher einkaufen sollen, sondern ein billigerer "Bibliotheksdienstleister" aus Reutlingen den Großteil des Einkaufs erledigt. Außerdem soll jedes Buch, das seit zwei Jahren nicht mehr ausgeliehen wurde, VERNICHTET werden! taz.de/Mainstream-beim-Buecherkauf/!150878/ www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&dig=2014%2F12%2F13%2Fa0207 s.a. taz Druckausgabe vom 13./14. Dezember.

Wenn der Schredder fertig ist, bedeutet das wohl weiteren Personalabbau in den Bibliotheken. Der nächste Schritt wird sein, dass die Bibliothekenlandschaft in Berlin weiter zentralisiert und automatisiert wird, was wiederum weitere Schließungen von kleineren Bibliotheken in den Stadtteilen nach sich ziehen dürfte.

Vielen Dank sagt

Eckart Müller

Quelle des Fotos oben: Joe Crawford Moorpark, CA, USA. wikicommons

Thank you for your support, Eckart Müller from Berlin
Question to the initiator

This petition has been translated into the following languages

News

  • Liebe Unterzeichner*innen,

    am kommenden Montag, 3. Sept., befasst sich ab 14:00 Uhr der Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses in öffentlicher Sitzung noch einmal mit der Auslagerung der Buchauswahl bei der Zentral- und Landesbibliothek in private Hände der ekz.bibliotheksservice GmbH und Hugendubel.

    Es wäre schön, könnten viele von uns kommen und Interesse zeigen, schon das würde unser gemeinsames Anliegen unterstützen. Jana Seppelt von Verdi wird eine Stellungnahme in unserem Sinne abgeben und auf Fragen der Ausschussmitglieder antworten.

    Auf unsere Petition haben wir weiterhin keine Antwort bekommen. Trotzdem ist sie in der ZLB scheinbar weiterhin in aller Munde und stärkt dort diejenigen, die weiterhin die gute Arbeit unserer Lektor*innen... further

  • Liebe Unterstützer*innen guter Bibliotheken in Berlin und anderswo,

    groß war die Freude über das Wahlversprechen der Linken in Berlin, die Zentral- und Landesbibliothek wieder durch die eigenen Fachlektoren mit Büchern versorgen zu lassen, noch größer die Freude, dass mit Klaus Lederer eben jemand aus dieser Versprecher-Partei der zuständige Senator wurde.

    Allein genützt hat es nichts. Auch unter Lederer ist die Privatisierung weiter vorangetrieben worden. So meldete Verdi am 29. August: "Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) soll die Auswahl und Bearbeitung der Bücher und Medien nahezu komplett an die Privatwirtschaft übergeben. Den Zuschlag soll der Münchner Buchhandelskonzern Hugendubel erhalten. [...] Laut Ausschreibungstext soll... further

  • Liebe Unterstützer*innen der ZLB,

    nach der letztwöchigen Pressekonferenz der Gewerkschaft Verdi zur ZLB-Privatisierung war das Presseecho groß (s.u.).

    Besonders erfreulich dabei: Mit der Berliner Zeitung ist nun auch ein bedeutendes Leitmedium unseren Argumenten gefolgt. Nikolaus Bernau, in bisherigen Artikeln eher neutral bis wohlwollend gegenüber den radikalen Privatisierungsplänen des Managementdirektors Volker Heller, fordert nun in seinem Kommentar „Es geht um den Charakter“ am 27. April, „die Vielfalt der Medien, der Sprachfülle, der Luxus des Unsinnigen“ müsse in der ZLB „gewahrt bleiben“. „Leser müssen auch weiter Zugang haben zu jenen Absurditäten des Buchmarkts, die eben nur fachkundigen Lektoren bekannt sein können.“

    Deren weitere... further

pro

Ich war heute in der AGB: voll, voll, voll! Sah nicht so aus, als würde Lesen außer Mode kommen. Und es ist gerade die spezielle Buchauswahl, die die Leute anzieht! Wenn es hier dasselbe gibt wie in der Bezriksbibliothek um die Ecke - weshalb soll man sich dann noch auf den Weg in die ZLB machen? Und weshalb wird ein System der Medienauswahl abgeschafft, das hervorragend funktioniert und sehr kundenorientiert ist? Ich bezweifle, dass sich das auszahlt. Berlin stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus.

contra

Ich finde es sehr unglücklich in der Petition die beiden Punkte "zentrale Bestellung" und "Vernichtung nach 2 Jahren" zu vereinen. Ich würde sofort Punkt 2 unterschreiben, weil ich ebenfalls der Meinung bin, dass die Bewahrung und "zur-Verfügung-Stellung" ältere Medien ebenfalls eine wichtige Aufgabe aller Bibliotheken sind. Punkt 1 fällt mir schwer zu beurteilen. Theoretisch ist gegen eine zentrale Auswahl, die z.B. berücksichtigt, dass Bücher von ev. geringerem Interesse seltener, aber z.B. 1x pro Stadtbezirk bestellt werden, gut. Ich unterschreibe, damit sich die Politik damit beschäfti

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