Gesundheit

Bundesweit verpflichtende Einführung von Unterricht in Wiederbelebung spätestens ab der 7. Klasse

Petition richtet sich an
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
84.972 Unterstützende
Sammlung beendet
  1. Gestartet September 2021
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Wiederbelebungs-Unterricht erhöht die Überlebensrate. So könnten jedes Jahr mindestens 10.000 Leben mehr gerettet werden. Denn jedes Kind kann mit nur zwei Schulstunden pro Jahr und mit seinen eigenen Händen Leben retten! Es ist ganz einfach.

Eine Zahl, die innehalten lässt: Mehr als 70.000 Menschen in Deutschland erleiden jedes Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Er ist damit die dritthäufigste Todesursache. Viele dieser Leben könnten jedoch gerettet werden – mit nur zwei Händen! 

Jede Minute zählt – eine Herzdruckmassage kann Leben retten

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Allein drei Minuten ohne Sauerstoff können das Gehirn irreparabel schädigen. Fünf Minuten ganz ohne Sauerstoff und das Gehirn ist in nahezu allen Fällen tot. Bis in Deutschland jedoch der Rettungsdienst eintrifft, dauert es durchschnittlich neun Minuten …

Es ist daher unbedingt erforderlich, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sofort mit einer Herzdruckmassage zu beginnen. Denn es befindet sich bei Erwachsenen meist noch genug Sauerstoff im Blut, der aber durch den fehlenden Herzschlag nicht zum Gehirn gelangt. Das muss ein Helfer unbedingt unverzüglich von außen übernehmen.

Da der Herz-Kreislauf-Stillstand häufig im häuslichen Umfeld geschieht, überleben aktuell nur zehn Prozent der Betroffenen, weil das Wissen um die einfachen Handgriffe und das richtige Handeln bei Angehörigen meist fehlt. Nur in 40 Prozent der Fälle helfen medizinische Laien vor Ort und führen vor dem Eintreffen des Notarztes oder der Notärztin eine Herzdruckmassage durch.

Dabei ist es tatsächlich kinderleicht, zu helfen! Würde jede*r Bürger*in Wiederbelebung erlernen und beherrschen, könnten wir in Deutschland mindestens 10.000 Menschenleben jährlich zusätzlich retten!

Deshalb fordern wir die bundesweit* verpflichtende Einführung von zwei Schulstunden jährlich in Wiederbelebung, spätestens ab der 7. Klasse und bis zum Ende der Schulzeit.

*z.B. durch zur Verfügung stellen von Materialien für Lehrkräfte über die BZgA, durch finanzielle Beteiligung an Projekten der Länder und durch die Regelungskompetenz im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung u.a.

Förderer der Kampagne: Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V., Johanniter Unfallhilfe e.V., Malteser Hilfsdienst e.V., ADAC Stiftung, Ambu GmbH, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., Deutsche Herzstiftung e.V., Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V., DRF Luftrettung, Deutsche Stiftung Wiederbelebung, Fachverband Leitstellen e.V., Helios Klinikum Duisburg, PRIMEROS Qualification GmbH, Region der Lebensretter e.V., Uniklinik Köln, Springer Medizin, Verband der privaten Ersten Hilfe Schulen

Unterstützer der Kampagne: 3B Scientific, ADAC Luftrettung, Barmer, Björn Steiger Stiftung, Carl Resuscitec, Der Dozent, Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V., Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V., Deutsches Netzwerk Gesundheitskompetenz e.V., First and Safe GmbH, Helfende Franken, Helios Kliniken GmbH, hestomed + hellbig Medizintechnik GmbH, Herzsicherheit-Schulen NRW, Ich kann Leben retten! e.V., Kreis Mettmann Bildungsakademie für Gesundheits- und Sozialberufe, Life & Rescue Services, littleplan, MED24-7 Medical Service, medXmedia Consulting KG, Mefina Medical GmbH, Mindray Medical Germany GmbH, MSG Erste-Hilfe-Schule, Notfall-Medizinisches-Bildungszentrum Vogtland, Rescor, umlaut SE, Wippermann, ZOLL Medical Corporation

Begründung

Schon seit 2015 wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO für alle Schüler*innen Unterricht in Wiederbelebung ab der 7. Klasse empfohlen. Und tatsächlich ist die Schüler*innenausbildung eine der effektivsten, einfachsten und anhaltendsten Methoden, um die Reanimationsquote durch Laien zu steigern. Die Schüler*innen dienen als Multiplikatoren im Familien- und Freundeskreis und tragen ihr Wissen nachhaltig weiter. Wiederbelebung wird so einfach wie Fahrrad fahren oder schwimmen.

Im Jahr 2014 empfahl auch in Deutschland der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz eine flächendeckende Einführung von Wiederbelebungs-Unterricht in Schulen. Diese Empfehlung wurde jedoch in den meisten Bundesländern bis heute nicht, beziehungsweise nicht flächendeckend, umgesetzt.

Europäische Beispiele zeigen: Wiederbelebungs-Unterricht erhöht die Überlebensrate

Dabei zeigen Beispiele aus anderen europäischen Ländern, dass eine gesetzliche Verankerung der Schüler*innenausbildung in Wiederbelebung tausende Menschenleben jährlich rettet!

In Dänemark wurde im Jahr 2005 der Wiederbelebungs-Unterricht gesetzlich festgeschrieben. Seither hat sich die Laienreanimationsquote von 20 Prozent im Jahr 2000 auf mehr als 60 Prozent im Jahr 2020 gesteigert. Die Überlebensrate von betroffenen Menschen hat sich verdreifacht. Andere Länder wie die Niederlande und Schweden weisen sogar eine Laienreanimationsquote von 70 Prozent und mehr auf.

Hiermit in Deutschland gleichzuziehen, ist unser Ziel! Jedes Kind kann mit nur zwei Schulstunden pro Jahr mit seinen eigenen Händen Leben retten! Es ist ganz einfach.

Quellen:

Neuigkeiten

  • Zeit für ein Update zu unserer Petition #ichrettedeinleben, denn am 3.11. um 20.15 Uhr ist unsere Petition im Fernsehen – als Thema der mehrteiligen Sat1-Reportage „Doc Caro - Einsatz mit Herz“.

    Nachdem wir die Petition offiziell an den Petitionsausschuss des Bundestages übergeben haben, wurden wir informiert, dass unser Anliegen an die Landesregierungen verwiesen worden ist. Entsprechend haben wir direkt nachgehakt: Es ist unverändert geplant, unsere Eingabe im Ausschuss zu besprechen und dann noch einmal an die Länder heranzutreten. Ein Datum hierfür wurde uns bislang noch nicht genannt, wir bleiben aber selbstverständlich dran! Sicher ist aber, dass der Kontakt zur Landesregierung NRW besteht und diese das Vorhaben unterstützen möchte.

    video.sat1.de/serien/doc-caro-einsatz-mit-herz

  • Am Sonntag, dem 16. Oktober, war Word-Restart-a-Heart-Day, der Tag der Wiederbelebung. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) nahm dies zum Anlass, die Kultusminister der Länder auf die stille Pandemie aufmerksam zu machen: Den plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. Hieran sterben in Deutschland ca. 70.000 Menschen pro Jahr. Mindestens 10.000 könnten zurück ins Leben kehren, wenn jeder Bürgerin wüsste, wie man einen anderen Menschen wiederbelebt. Deshalb fordern die Intensiv- und Notfallmediziner endlich die flächendeckende Einführung von Wiederbelebungsunterricht für jedes Kind ab spätestens Klasse 7.

    Denn eigentlich sei es sehr einfach, schreibt die DIVI. Wörtlich heißt es im Brief: „PRÜFEN – RUFEN... weiter

Es kann jeden "erwischen". Mein Papa (sportlich, fit, gesund, unter 40, kein Raucher) konnte nur dank einer direkt ausgeführten Herzdruckmassage überleben. Sein Lebensretter hatte kurz zuvor einen Erste Hilfe Kurs gemacht. Mein Papa ist wieder top fit und ich finde jeder sollte in der Lage sein genauso wie Papas Lebensretter zu handeln!! Es könnte jeden Papa "treffen" und dann sollte man helfen können (auch als Kind!!)

Leider verfehlt die Petition ihr wichtiges Ziel: Bundesweite Forderungen nach Bildungsinhalten laufen angesichts des Föderalismus, also der Bildungshoheit der Länder, leider ins Leere. Die inhlatliche Forderung, die ich absolut unterstütze, sollte sich an die jeweiligen Bildungsministerien der Bundesländer richten. Die Verortung eines "Lehrgangs Wiederbelbung" ist im Sportunterricht sinnvoll angesiedelt, ggf mit Zusatzkräften unterrichtet, Jahr für Jahr bis zum Abschluss in 10 oder 13.

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