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Economy

Coriant/Infinera: Massenentlassungen bei früherem Siemens-Bereich in München verhindern

Petition is directed to
Deutscher Bundestag, Bayerischer Landtag & Stadtrat München
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  1. Launched August 2019
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Coriant/Infinera hat angekündigt am Standort München von den zurzeit 224 Beschäftigten 163 (also fast 75%) zu entlassen!

Im Betrieb übrigbleiben sollen nur 61 Personen: in einigen wenigen unersetzbaren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen und ein paar Kundenbetreuer für die Bundesregierung und andere wichtige deutsche Kunden.

Falls der Betriebsrat in München keine Namensliste akzeptiert und die Verhandlungen bis Ende September zu keinem Ergebnis führen, droht Infinera mit der Schließung des gesamten Standorts München und der Entlassung aller Beschäftigten. Dann soll auch kein Sozialplanbudget mehr für die von Entlassung bedrohten Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung stehen.

Wir fordern den Deutscher Bundestag, den Bayerischen Landtag und den Stadtrat München auf, Einfluss auf die Geschäftsführung zu nehmen:

• Verhandlungen ohne Erpressung

• Kein Personalabbau gegen den Willen der Betroffenen und wenn, dann nur sozialverträglich

• Erhaltung des Standorts München mit einer Zukunftsperspektive, z.B. durch Beschäftigungssicherung und Investitionen

Reason

Infinera ist ein US-amerikanisches, börsennotiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Sunnyvale (Kalifornien), das optische Übertragungssysteme für lange Strecken über Glasfasernetze herstellt. Infinera hat im Oktober 2018 den Konkurrenten Coriant (ehemals Siemens und Nokia Siemens Networks) gekauft, u.a. mit seinen beiden Standorten in München und Berlin.

Im Januar 2019 hat Infinera angekündigt, den Produktionsstandort Berlin mit seinen ca. 400 Beschäftigen zu schließen. Trotz der Solidarisierung und Unterstützung der betroffenen Beschäftigten (www.openpetition.de/petition/online/infinera-mit-seinen-400-industriearbeitsplaetzen-am-standort-berlin-erhalten) konnte der Standort Berlin leider nicht gerettet werden; allerdings konnten die Bedingungen für die Betroffenen erheblich verbessert werden.

Anfang Juli 2019 rollt Infinera nun die 2. Entlassungswelle aus, diesmal zum Forschungs- und Entwicklungsstandort nach München, um 3/4 der Beschäftigten arbeitslos zu machen und das verbleibende Viertel einer ungewissen Zukunft zu überlassen. Infinera hat zum Zeitpunkt der Übernahme von Coriant genau gewusst, wie viele Menschen in welchen Funktionen an den beiden Standorten München und Berlin tätig sind. Sollten die Pläne der Infinera-Geschäftsführung umgesetzt werden, hätte sie es geschafft, innerhalb des Jahres 2019 die Anzahl der Kolleginnen und Kollegen in Deutschland von ca. 640 auf 60 zu reduzieren und damit über 90% der Belegschaft zu entlassen.

Nachdem Infinera die Beschäftigten in München seit Anfang des Jahres hingehalten hat, sollen nun nach der Ankündigung Anfang Juli bis September während der Urlaubszeit unter großem Zeitdruck mit dem Betriebsrat Verhandlungen geführt und abgeschlossen werden. Die Firma droht dabei noch vor Beginn der Verhandlungen mit Betriebsschließung und Rücknahme eines noch nicht einmal konkretisierten Sozialplanbudgets. Der Versuch, dem Betriebsrat schon jetzt den Schwarzen Peter zuzustecken, falls er nicht mitspielen sollte, ist zwar leicht zu durchschauen, aber deshalb nicht weniger dreist.

Wir, die Unterzeichnenden, verurteilen die Entscheidung der Infinera-Geschäftsführung, 163 Beschäftigte bzw. alle 224 Beschäftigte am Standort München entlassen zu wollen. Wir fordern die Infinera-Geschäftsführung auf, die Drohungen zurückzunehmen und mit dem Betriebsrat eine Lösung zu finden - zum Wohle aller von der geplanten Maßnahme betroffenen Menschen.

Alle Kolleginnen und Kollegen sind aufgerufen, sich solidarisch zu erklären und zu protestieren. Nur gemeinsam können wir der Geschäftsführung und ihrem Plan entgegentreten. Daher unterstützen wir unsere Freundinnen und Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen von Infinera bei ihrem Kampf um den Verbleib in München.

Vielen Dank für Ihre und Eure Unterstützung, Michael Rust, Betriebsratsvorsitzender von Coriant - Part of Infinera, aus München

Thank you for your support, Michael Rust from München
Question to the initiator

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News

Deutschland wird digitales Dritte-Welt-Land, es findet ein Ausverkauf der dafür nötigen Technologien statt. Kein Computerkonzern mehr, Siemens Datentechnik an Fujitsu verkauft. Telekommunikation an Nokia. Smartphones an BenQ gegeben und dort bankrott gegangen. Siemens IT-Bereich an Atos verscherbelt. Geradezu lächerlich, dass angesichts einer solchen Technologiepolitik hier in Deutschland die Politik (und auch die Siemens-Leitung) ständig von Digitalisierung faseln. Deswegen Erhalt der Arbeitsplätze in München.

Zwei US-Investoren haben Monopoly mit Coriant gespielt (marlinequity.com und infinera.com ) . Einer hatte Pech. Sollte dieser auch noch hohe Zahlungen in das deutschen Sozialsystem leisten? In den USA wäre das keine Frage.

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