Das Studentenwerk der Universität Rostock möchte auf dem Gelände Ulmenstraße 45 eine neue Mensa und Studentenwohnungen schaffen. Leider nicht in den Räumlichkeiten des ehemaligen Elisabethheims, das aus vielen Gründen erhaltenswert ist – statt dessen ist ein Abriss geplant. Dies ist umso verwunderlicher, als dieser Abriss der Erhaltungssatzung der KTV widerspricht und ein Ensemble aus Gebäude und Parkanlage zerstört, das nicht nur für Rostock sondern auch für Mecklenburg-Vorpommern große Bedeutung hat (unter anderem die Wirkungsstätte des Arztes Paul Scheel - mehr weiter unten im Aufruf). Wir wünschen uns eine Entwicklung des Geländes, sehr gern zum angedachten Zweck, die Gebäude und Parkanlagen erhält - für das Stadtbild, den Stadtteil und das kulturelle und soziale Gedächtnis der Stadt.

Begründung

Nähere Informationen zum Elisabethheim: Das Haus mit der dahinterliegenden Parkanlage wurde 1907 in direkter Nachbarschaft des Armenarbeitshauses errichtet und beherbergt von nun an das 1886 von Herzogin Elisabeth gegründete „Landeskrüppelheim“. 1913 waren dort 65 Kinder untergebracht, erhielten Betreuung, Schulausbildung und die Möglichkeit der Berufsausbildung. Ab 1919 wird das Haus von Prof. Dr. Paul Friedrich Scheel geleitet, dem damals einzigen Facharzt für Orthopädie in Mecklenburg. Unter seiner Leitung wird das Haus umgebaut, um es als Klinik betreiben zu können. 1946 wird das Elisabeth-Heim umbenannt – von nun an beherbergt es den Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Rostock. Seit der Zusammenlegung der beiden Rostocker Frauenkliniken und dem daraus folgenden Umzug der Orthopädie im Jahr 2004 steht das Gebäude leer. Seine architekturgeschichtliche Bedeutung liegt begründet in seiner Entstehungszeit, die in die kurze Phase zwischen Historismus und Moderne fällt – ein ebenso wichtiges wie seltenes Bauzeugnis einer Epoche. Außerdem hat das Gebäude eine stadtbildprägende Funktion. Resultierend aus diesem Verständnis wurde 2016 beim Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Denkmalschutz für Gebäude und Areal beantragt. Dieser Antrag wurde abgelehnt,wie die Antragstellerin leider nur aus der Presse erfahren hat. Am 13. und 14.6.2017 wurden nun drei offene Briefe verschickt - an Prof. Dr. Wolfgang Schareck, den Rektor der Universität Rostock und an Birgit Hesse als Bildungsministerin, mit der Bitte, sich für eine Erhaltung des Gebäudes einzusetzen. Diese offenen Briefe können auf Wunsch von der Verfasserin der Petition erbeten werden, da eine Veröffentlichung über diese Seite technisch nicht möglich ist.

Weiterführende Informationen zur Geschichte des Elisabethheims: orthopaedie.med.uni-rostock.de/ueber-uns/chronik/

Anfrage von Uwe Flachsmeyer (Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zum Bauvorhaben Studentenwerk Ulmenstraße und Antworten der Stadtverwaltung: ksd.rostock.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013816

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Kristina Koebe aus Rostock
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion
  • Liebe Unterstützer*innen der Petition gegen den Abriß des Elisabethheims,

    die meisten von Ihnen wissen es bereits: Der Abriß des ehemaligen Elisabethheims fand Ende November 2017 statt. Dennoch wende ich mich heute ein letztes Mal an Sie, um sie über ein Schreiben des Petitionsausschusses des Landtages Mecklenburg-Vorpommern zu informieren, das uns vor wenigen Tagen erreichte: Sie finden es im Anhang an diese Nachricht. Auch hier ist man offenbar über den Verlauf befremdet - was die Situation selbst nicht mehr ändern kann.

    Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt, bezogen auf die "Betty", nur noch Eines: Aus den Erfahrungen Lehren zu ziehen, die künftigen Projekten und Objekten zugute kommen. Vor diesem Hintergrund empfehle ich Ihnen auch den jüngst erschienenen Beitrag "Gebäude weg - aber wenigstens was gelernt?" in der jüngsten Ausgabe der Rostocker Stadtgespräche (www.stadtgespraeche-rostock.de) zur Lektüre.

    Ihnen allen möchte ich hiermit für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement danken - und eine schöne und erholsame Weihnachtszeit wünschen.

    Herzliche Grüße
    Kristina Koebe

  • Unter diesen Kontaktdaten erreichen Sie die Verantwortlichen:

    Polizei Rostock: Doerte.Lembke@polmv.de
    Studentenwerk Rostock: gf@studentenwerk-rostock.de

    Und - ganz wichtig: Auch kreative eigene Aktionen sind hochwillkommen. Von der Demo bis zum Solikonzert...was auch immer...

    Herzlichen Dank!

  • Die "Betties" sind nun schon seit fast vier Tagen von der Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung abgetrennt. Obwohl anders zugesichert, gibt es seit Freitag keine Stromversorgung mehr. Egal wie man zur Besetzung stehen mag - diese Unterbindung einer humanitären Grundversorgung ist völlig inakzeptabel!! Wir bitten darum, den Protest dagegen auf allen möglichen Kanälen deutlich werden zu lassen - vor Ort oder in Emails und Briefen an Polizei und Studentenwerk! Werden Sie aktiv. Bitten Sie Vereine und Organisation darum, sich zu diesem unsäglichen Vorgehen zu äußern. Die Grundversorgung soll gewährleistet und die Verhandlungen ohne Einsatz solcher Druckmittel weitergeführt werden - das ist der richtige Weg. Danke für Ihre Unterstützung!

Pro

Ob Fährbecken auf der Mittelmole, die Heinkelmauer oder jetzt die Orthopädie mit dem Park etc., diese und andere geschichtsträchtige und identitätsstiftende Strukturen der Hansestadt verdienten, in einem Strukturentwicklungsplan der Hansestadt Rostock Berücksichtigung zu finden. Der begrenzte Wohnraum in der KTV erfährt mit der Entwicklung des Werftdreiecks eine angemessene Ventilöffnung in die richtige Richtung, zum Wasser. Eine Verknüpfung mit der Innenstadt wird auch das gesamte Quartier stärken. Bitte mit Historie. und mit Grün! Wie es allen privaten Investoren abverlangt wird.

Contra

Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz. Ein Erhalt ist zwar wünschenswert, aber demnach nicht zwingend notwendig.