Wir wehren uns dagegen, dass die einzigen Literatursendungen des Bayerischen Fernsehens „Lesezeichen“ und „Lido“ abgesetzt werden sollen. Das ist unvereinbar mit dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Begründung

Nach jetzigen Informationen plant das Bayerische Fernsehen, die Literatursendungen "Lesezeichen" und „Lido“ ersatzlos zu streichen. Das Ressort Literatur wäre damit vollständig abgeschafft. Wir finden, dass der von Gebührengeldern finanzierte Bayerische Rundfunk auch in Zukunft seinem Bildungs- und Kulturauftrag nachkommen muss. Wir können nicht zulassen, dass die Literaturvermittlung immer weiter aus den öffentlich-rechtlichen Medien zurückgedrängt und allein den sozialen Netzwerken überlassen wird. Auch im Fernsehen brauchen wir eine professionelle Literaturberichterstattung - Interviews, Buchbesprechungen, Autorenporträts und Reportagen. Es geht um kulturelle Identität, um das Bewusstsein für Sprache, um das Einüben von Empathie.

Am 30. Juli 2015 steht die entscheidende Rundfunkratssitzung an. Deshalb unterschreiben Sie bitte so schnell wie möglich, spätestens bis Dienstagnachmittag. Und bitte mit Klarnamen, gerne auch mit Ihrer Funktion, denn nur so hat Ihre Stimme Macht. Kontaktdaten wie Email und Wohnsitz werden nicht veröffentlicht.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Julia Benkert aus München
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  • München, 31. Juli, 2015

    Liebe Freunde der Literatur!

    Was für eine überwältigende Unterstützung! Und was für ein großartiger Erfolg! Wie ein Aufschrei hallte es weit über die bayerischen Grenzen hinweg bis ins ferne Ausland. Über sechstausend Stimmen hatten bereits bis zur entscheidenden Rundfunkratssitzung unterzeichnet. Ein Unbehagen über den allgemeinen Schwund der Kultur brach sich da Bahn, das jedem Politiker und Fernsehverantwortlichen zu denken geben sollte. Die vielen, wunderbaren Kommentare zeigen, wie lebendig die Leidenschaft für die Literatur nach wie vor ist und dass sie sich nicht weiter aus den öffentlich-rechtlichen Medien verdrängen lassen darf.
    Der öffentliche Druck hat den BR dazu bewogen, das Programmschema nachzujustieren und der Literatur auch in Zukunft einen festen Sendeplatz einzuräumen.

    SZ, 31.7.2015
    „Bettina Reitz sagte mit Blick auf den Protest wegen Lesezeichen und Lido zur Rolle von Literatur im Programm, die Position von Lesezeichen werde nicht gekürzt.“

    AZ, 31.7.2015
    "Wenn Aussagen im Rundfunkrat einen Wert haben, ist der befürchtete Kahlschlag bei den Literatursendungen nach dieser verbalen Sendung der Chefetage ausgeschlossen.“

    Danke deshalb an alle, die über die Petition berichtet haben:
    AZ, Deutschlandradio Kultur, FAZ, Nürnberger Nachrichten, Radio München, SZ, Tagesspiegel, TZ und die ZEIT.

    Danke auch an die vielen, die die Petition weitergeleitet, und auf ihren Webseiten gepostet haben.
    Und natürlich danke ich meinen Unterstützern der ersten Stunde: Regina Moths, Tilman Urbach, Thomas Kraft, dem Leiter des Schriftsteller Verbandes Bayern, dem PEN-Zentrum, dem Börsenverein, Thomas Palzer und dem BR-Rundfunkrat Robert Stauffer, der die Schriftstellerorganisationen vertritt.

    Es hat sich gelohnt zu kämpfen!
    Und wir werden genau verfolgen, ob sich der BR an sein Versprechen hält.

    Ihre
    Julia Benkert

Pro

Mein Gegensparvorschlag an den BR: Spart euch lieber die Intendanz! Geist statt Kohle!

Contra

Ein Format ohne Format darf gern einmal versenkt sein. Aus dem Lesezeichen wird ein Buchstabenfest. Freunde. Bitte ganz langsam aufwachen. "Meer, Meer wir selber, woogend in Morgens Schooß." schrieb Wolfskehl. Welche Bücher haben die Menschen, die übers Meer zu uns kommen, mitgebracht? Dem Wirklichen eine poetische Gestalt zu geben wurde stets versäumt. Schlechte Papiere heißt eine Erzählung von Florian List. Kurt Benning hat dazu ein Vorwort geschrieben. Ich empfehle Goethe und München von Franz Rapp unter Beachtung der Fußnoten. Das Haus ist in Verwandlung.