Durch die Beschränkung der Wehrpflicht auf den Spannungs- und Verteidigungsfall im Jahr 2011 sind der Bundeswehr, aber auch allen Organisationen im Zivil- und Ersatzdienst sehr viel Personal verloren gegangen. Auch der Gewinn von Nachwuchs aus den Pflichtdiensten ist gänzlich weggebrochen. Hilfsorganisationen wie ASB, JUH und DRK, aber auch staatliche und kommunale Hilfeleister wie THW und die Feuerwehren haben keine Möglichkeit mehr, die zum Dienst verpflichteten für ihre Aufgaben zu begeistern und zu einem freiwilligen Mitwirken über die Pflichtzeit hinaus zu überzeugen. Sozialen Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen, Behindertenwerkstätten und vielen anderen Einrichtungen der sozialen Arbeit fehlen die vielen tausend Zivildienstleistenden und können so immer weniger, bei steigendem Druck für den Einzelnen leisten. Auch hier fehlt der Nachwuchs in den sozialen Bereichen, der früher doch mal "hängen" geblieben ist.

Entgegen zu wirken wäre ganz einfach. Reaktivierung der Wehr-, Zivil- und Ersatzdienstpflicht. Aber mit einer Modernisierung der gesetzlichen Vorgaben. Einerseits muss die Wehrpflicht zu einer Dienstpflicht geändert werden, dass die Verpflichtung des jungen Staatsbürgers gegenüber dem Staat und der Gesellschaft herausgestellt wird, nicht der Wehrgedanke. Weiter muss die Dienstpflicht für alle Geschlechter gelten und mindestens 12 Monate, längstens 23 Monate am Stück andauern. Dienstzeiten unter 12 Monaten sind für alle Organisationseinheiten mit negativen Auswirkungen verbunden. Ersatzdienstzeiten sind entsprechend länger anzusetzen, wie bereits zur Wehrdienstzeit praktiziert.

Die Dienstpflichtigen sollen sich ihre Organisationseinheit (Wehr-, Zivil- oder Ersatzdienst) frei wählen und ihre Ableistungszeit in Absprache mit der Organisationseinheit erbringen können. Die Dienstpflicht soll zwischen dem 16 und 30 Lebensjahr abgeleistet werden können. Die gesundheitliche Tauglichkeit ist an den gewünschten Einsatzbereich zu koppeln. Wer z.B. für den Wehrdienst nicht tauglich ist, ist u.U. in oder für einen sozialen Dienst sehr gut geeignet. Die sozialen Bereich im früheren Zivil- oder auch Ersatzdienst waren so vielschichtig, dass sich eine Untauglichkeit eigentlich grundsätzlich nicht ergeben kann. Körperliche oder geistige Behinderungen natürlich ausgenommen. Der Schutz und die Gesundheit der heranwachsenden Jugend steht an erster Stelle.

Begründung

Es ist einfach ersichtlich und weithin bekannt, dass unsere Organisationen ohne die Unterstützung von Dienstpflichtigen nicht mehr die Leistungen erbringen können, als noch zu Zeiten des Zivil- oder Ersatzdienstes. Die Tätigkeiten der früheren Zivildienstleistenden müssen jetzt, soweit finanziell leistbar, durch Lohnempfänger erbracht werden. Die Masse kann aber von den Organisationen nicht mehr erbracht werden, da schlichtweg nicht mehr finanzierbar. Oder die Preise mussten so angezogen werden, dass die Angebote einfach für die meisten potentiellen Nutzer zu teuer sind. Auch die vielen Ersatzdienstleistenden fehlen den Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz wie den Feuerwehren im Brandschutz. Die Mitgliedergewinnung aus den Reihen der Ersatzdienstleistenden war für alle Organisationen essentiell wichtig und fehlt heute merklich. Die Mitgliederzahlen sinken seit Jahren.

Es ist fast jeden Tag den Medien zu entnehmen, unter welchem Personalmangel die Bundeswehr leidet. Auch erst seit Aussetzen der Wehrpflicht. Die Bundeswehr braucht den mündigen Staatsbürger in Uniform. Für das benötigte Mannschaftspersonal, zur Gewinnung von Zeit- und Berufssoldaten und vor allem als gesellschaftliches Kontrollorgan.

Aber auch die Jugend würde wiederum von der Dienstpflicht profitieren. Charakterentwicklungen wie Zusammenhalt, Teilen, Gehorsam, Ordnung und Sauberkeit, öffentliches Gut zu wahren und zu schützen, aber auch sich unter- oder einordnen zu müssen und nicht zuletzt kameradschaftliches Miteinander gehen immer mehr verloren. Unsere Gesellschaft entwickelt sich immer mehr zu einer "Ich-Gesellschaft". Die allgemeine Dienstpflicht, egal in oder bei welcher Organisationseinheit, egal in welcher Dienstform würde hier entgegenwirken.

Die allgemeine Dienstpflicht ist für unsere Gesellschaft als ganzes wichtig und notwendig.

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Vielen Dank!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Michael Weiß aus Weiler-Simmerberg
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Contra

und nicht auf das NS-Mittel der Dienstpflicht zurückgreifen. Ggf. sollten die Chefs und Bonzen der Sozialindustrie ihre Einkommen entsprechend reduzieren: Es muß nicht immer der Masarati als Dienstwagen sein und auch nicht das Haus am See als Dienstvilla (Stichwort: Treberhilfe Berlin) Das könnte Euch so passen: Dienstpflicht für junge Leute und die Sozialbonzen prassen - LOL

Warum Menschen unterschreiben

  • am 19.07.2018

    Weil es wichtig ist und früher oder später unumgänglich wird

  • am 09.07.2018

    Mehr Verantwortung für heranwachsende

  • am 30.04.2018

    Wenn man vom Staat viels will, so soll man Ihm auch was geben. Außerdem sehe ich eine Orientierungslosigkeit der jungen Menschen heute, weil die Möglichkeit eine Orientierung zu bekommen während des Wehr-/Ersatz-/Sozialdienstes nicht mehr gegeben ist. Ich habe viele jugendliche Schulabgänger während meiner Dienstzeit als Soldat erlebt, die am Beginn der Wehrpflicht keine Idee hatten, was nach der Schule passieren sollte, aber am Ende Ihrer Dienstzeit eine Endscheidung treffen konnten.

  • am 02.04.2018

    Ein Jahr seines Lebens nicht direkt Schule, Studium oder Karriere zu widmen, sondern dem Dienst an der Gesellschaft, kann einen jungen Menschen enorm bereichern. Ohne die Pflicht hätte ich selbst nicht dieses eine Jahr investiert, das mir vielfältige Erfahrungen gebracht hat.

  • am 29.03.2018

    Wer den Schutz der Gesellschaft genießt, hat auch etwas zu geben!

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