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Die Petition wurde abgeschlossen
Petition richtet sich an: Alexander Dobrindt, Verkehrsminister
Jeder Autofahrer kennt das Szenario: eine zweispurige Autobahn, flüssiger Verkehr mit Richtgeschwindigkeit auf der linken Spur, rechts die LKW. Urplötzlich schert ein LKW nach links aus und zwingt zahlreiche Autos zur Vollbremsung. Der nun folgende Überholvorgang dauert Minuten an, denn das überholende Fahrzeug fährt nur wenige Km/h schneller als der zu Überholende.
LKW behindern den Straßenverkehr und stellen darüber hinaus oft durch waghalsige oder unnötige Verkehrsmanöver eine Gefahr für andere Verkehrteilnehmer dar. Diese Petition richtet sich an den Verkehrsminister Alexander Dobrindt mit der Forderung, ein generelles Überholverbot für LKW auf Autobahnen umzusetzen.
Begründung
- Erhöhtes Unfallrisiko durch überholende LKW
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für LKW mit einem Gewicht über 2,8 Tonnen beträgt 80 km/h. Geht man von der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h aus, sind Kraftfahrzeuge auf den linken Spur um 50 km/h schneller, als der LKW. Beginnt dieser einen Überholvorgang, zwingt er Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur zu einer Vollbremsung, wenn der vorherige Abstand nicht erheblich war. Daraus resultiert eine deutlich erhöhte Auffahrwahrscheinlichkeit, sowohl zwischen dem LKW und dem Fahrzeug, als auch zwischen weiteren Fahrzeugen auf der linken Spur.
- LKW brechen bereits Verkehrsvorschriften
In §5 (2) der Straßenverkehrsordnung heißt es „[…] Überholen darf ferner nur, wer mit wesentlich höherer Geschwindigkeit als der zu Überholende fährt.“ Dieser Abschnitt entspricht bereits einem Verbot, dass in der Praxis aber nicht umgesetzt wird. Allein die technischen Voraussetzungen verschiedener LKW-Modelle lassen keine potentiellen Geschwindigkeitsunterschiede zu, die einen Überholvorgang laut Gesetzbuch rechtfertigen würden.
- Vermeidbare Behinderungen im Straßenverkehr
Das Konzept der vermeidbaren Behinderungen besagt, dass alle Behinderungen im Straßenverkehr verboten sind, die aufgrund von Fehlverhalten oder mangelnder Planung entstehen. Ein minutenlanger Überholvorgang, der zahlreiche andere Verkehrsteilnehmer zum plötzlichen Bremsen zwingt und an der zügigen Weiterfahrt behindert, gehört dazu.
- LKW fördern die Fahruntüchtigkeit anderer Verkehrsteilnehmer
Überholvorgänge von LKW verursachen bei vielen Verkehrsteilnehmern Stress und Wut. Extreme Emotionen haben nachweislich einen negativen Effekt auf die Fahrtüchtigkeit von Verkehrsteilnehmern. Daher untersagt die Straßenverkehrsordnung die Teilnahme am Straßenverkehr, wenn eine solche emotionale Situation zutrifft. Demnach fördern Überholvorgänge von LKW die Fahruntüchtigkeit anderer Verkehrsteilnehmer.
- Vorgaben der Speditionen
LKW-Fahrer überholen nicht aus bösartiger Absicht, sondern weil viele Speditionen Ihnen unrealisitische Zeitvorgaben machen und bei Verspätungen teilweise keine Kompensation für Überstunden leisten. Eine Gesetzgebung zum Überholverbot würde damit gleichzeitig die Verhandlungsposition von LKW-Fahrern gegenüber Ihren Arbeitgebern verbessern.
- Überholverbot als Wirtschaftshemmnis?
Oft wird angeführt, dass die LKW-Speditionen essentiell für unsere Wirtschaft sind und sie daher gefördert werden müssen. Dazu ist zu erwidern, dass ein Überholverbot die Transportkosten nicht dramatisch erhöht und dass die Kosten für Verspätungen bei anderen Verkehrsteilnehmern durch LKW-Überholvorgänge nicht beziffert werden können. De Facto laufen die minimalen Kosteneinsparungen bei den LKW-Speditionen durch Überholungen zurzeit zu Lasten der anderen Verkehrsteilnehmer.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
08.04.2015
Sammlung endet:
07.07.2015
Region:
Deutschland
Kategorie:
Verkehr