Petition zur Erhaltung der Maiwagenkultur im Landkreis Calw - Initiative der Bauwagenfreunde Kreis Calw von Thomas Baitinger und Ricarda Becker

Durch die Polizeireform der aktuellen Landesregierung kam es im vergangenen Jahr zu einem Aufeinandertreffen der kulturellen Tradition der Maiwagenfahrten mit der Karlsruher Polizei, die diesen Brauchtum nicht kannten und auch nach friedlicher, gewaltfreier Diskussion und der Suche nach Kompromissen im Gespräch mit den Bauwagenfreunden, die Maiwagentouren nun verbieten. Nach Ansicht der badischen Polizeidirektion handle es sich bei den Touren nicht um eine kulturelle Brauchtumsveranstaltung, sondern lediglich um Spaßfahrten.

Begründung

Die Maiwagentouren am 1. Mai sind im Landkreis Calw bereits seit Jahrzehnten ein Bestandteil der Tradition, den Tag der Arbeit zu begehen und gemeinschaftlich den historischen Streiktag, der bereits im 19. Jahrhundert zu einer Verbesserung der Arbeitsverhältnisse führte, zu feiern. Einzigartig in Deutschland organisieren sich über den Kreis hinweg verschiedene Gruppen, die mit Maiwägen durch den Kreis ziehen und an verschiedenen Punkten zusammen kommen, um gemeinsam zu feiern und so kilometerweite Distanzen des ländlichen Kreises überwinden. Als besonderer Brauchtum hat sich dabei die Dekoration und die Ausstattung der Maiwägen entwickelt, die von Jugendgruppen in wochenlanger Arbeit mit der Unterstützung lokaler Firmen, der Eltern und Vereinen als Gemeinschaftsprojekt mit viel Mühe umgesetzt werden. Nicht zuletzt trägt dieser Brauchtum zu dem Erfolg mehrerer 1. Mai-Feiern, wie das Mekka des Maiwagenfests dem Frühlingsfest in Vollmaringen oder die Mai-Hocketse der Bäckerei Raisch in Oberriedt bei und fördert ein gemeinschaftliches, kreisweites Feiern. Mehrere tausend Menschen kommen an diesem Tag zu den Veranstaltungen, um die aufwendigen Brauchtumswägen zu bestaunen. Auch aufgrund der inzwischen hohen Sicherheit dieser Wägen und der friedlichen Veranstaltungen, wurde der Brauchtumszug der Maiwägen in den vergangenen Jahren von den Polizeidirektionen des Kreises toleriert. Durch die Polizeireform der aktuellen Landesregierung kam es im vergangenen Jahr zu einem Aufeinandertreffen dieser kulturellen Tradition mit der Karlsruher Polizei, die diesen Brauchtum nicht kannten und auch nach friedlicher, gewaltfreier Diskussion und der Suche nach Kompromissen im Gespräch mit den Bauwagenfreunden, die Maiwagentouren nun verbieten. Nach Ansicht der badischen Polizeidirektion handle es sich bei den Touren nicht um eine kulturelle Brauchtumsveranstaltung, sondern lediglich um Spaßfahrten. Dieses Verbot führt neben dem Verlust eines traditionellen Kulturguts im Landkreis Calw auch zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden für die Firmen, Vereine und Organisatoren, die den Ausbau der Wägen fördern, die Veranstaltungen bewirten und kulturell umrahmen. Darüber hinaus fällt ein wichtiger Bestandteil der Jugendorganisationen weg, die so verhindern, dass Jugendliche am 1. Mai ziellos „Saufgelage“ veranstalten, die in den verschiedenen Ortschaften, über den Kreis verteilt, zu einem erhöhten Aufwand für die Polizei, sowie zu einer Belästigung der Bevölkerung führen könnten. Die Bauwagenfreunde e.V. möchten diese Maiwagentouren als Brauchtumsveranstaltung erhalten und gemeinsam mit der Polizei einen Weg finden, auch in 2016 zu einem Gelingen der Veranstaltungen im Landkreis Calw, sowie zur gemeinsamen Gestaltung eines friedlichen Feiertags beizutragen. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung! Ihre Unterschrift kann dazu beitragen, mit den Behörden und den zuständigen Ämtern ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, dass die Maiwagentouren eine von der Bevölkerung mitgetragene Tradition ist, die im Landkreis willkommen geheißen wird. Je mehr Unterstützer wir dafür bekommen, desto mehr Rückhalt haben die Bauwagenfreunde für die Diskussion. Helfen Sie uns dabei, ein Stück Tradition des Landkreises zu erhalten!

„Wer etwas verhindern will, sucht Gründe. Wer etwas erreichen will, findet Wege“ Harald Kostial

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Nach der Vorankündigung der verschärften Kontrollen von Maiwägen am 1. Mai und der Mitteilung, die Maiwagentouren würden nicht mehr als Brauchtumsveranstaltung eingestuft, hatten sich die Bauwagenfreunde Kreis Calw e.V. mit der Unterstützung der Jungen Union im Kreis Calw mit einer Petition dazu entschlossen, den Brauchtum darzulegen und mit der Polizei im Gespräch die Abschaffung der Tradition im Landkreis zu verhindern. Mit über 4.300 gesammelten Stimmen innerhalb einer Woche, erfuhr die Petition bereits große Unterstützung in der Bevölkerung.
    Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wurde nun bei einem spontanen, gemeinsamen Gespräch der Bauwagenfreunde Kreis Calw mit dem Polizeipräsidenten Günther Freisleben vom Polizeipräsidium Karlsruhe gemacht. Thomas Blenke, Landtagsabgeordneter für den Kreis Calw und innenpolitischer Sprecher der CDU- Fraktion im Landtag vermittelte die konstruktive Runde mit den Vertretern der Bauwagenfreunde Kreis Calw e.V. Thomas Baitinger und Ricarda Becker im Rahmen des Besuchs von Bundesinnenminister Thomas de Maziére am vergangenen Freitag in Calw, an dem auch Polizeipräsident Freisleben vor Ort war. Auch ihm lag es am Herzen, hier eine Lösung gemeinsam mit der Polizei für den Brauchtum seines Heimatkreises zu finden, weshalb er schnell reagierte.

    Im Gespräch stellte Freisleben klar, dass mit den angekündigten Kontrollen kein Fahrverbot für die jeweiligen Maiwägen kommuniziert werden sollte. Die Vorankündigung der Kontrollen sollte lediglich die Organisatoren der verschiedenen Jugendgruppen darauf vorbereiten, die hier geltenden Vorschriften einzuhalten. Es sei zu keiner Zeit beabsichtigt worden, den Maiwagentouren den Brauchtum abzusprechen, sondern für die Einhaltung der Vorschriften für solche Brauchtumsveranstaltungen zu sorgen. „Es ist wichtig, dass die jeweiligen Maiwägen für diesen Tag als Straßenfahrzeug zugelassen und pflichtversichert werden, sowie eine Sitzgelegenheit für jeden Mitfahrer gewährleistet wird. Über Ausnahmen entscheidet aber die Verkehrsbehörde.“, so Freisleben im Gespräch. Eine Versicherung, die eventuelle Vorkommnisse abdeckt und bei Zwischenfällen die Haftungen klärt, sei für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer an diesem Tag zwingend notwendig. „Sollten diese Voraussetzungen gegeben sein, steht einer Maiwagentour sicherlich nichts mehr im Wege.“
    Die Idee der Bauwagenfreunde, einen eigenständigen Kriterienkatalog für die Ausstattung und Gestaltung der Maiwägen zu entwerfen und die Umsetzung der Maßnahmen mit einem Siegel an den Wägen zu bestätigen, begrüßte der Polizeipräsident und betonte, dass eine kooperative Zusammenarbeit hier auch seitens der Behörden gewünscht ist. Das Siegel soll in Kooperation mit den Behörden für einen friedlichen Ablauf der traditionellen Maiwagentouren sorgen.
    Daniel Steinrode, Ortsvorsteher von Vollmaringen und Kandidat der SPD für die kommenden Landtagswahlen im Kreis Calw, lud die Bauwagenfreunde nach dieser Wendung ebenso spontan in die Sporthalle Vollmaringen ein, um dort die Infoveranstaltung für das Siegel durchzuführen.

    Sowohl Blenke, als auch die beiden Vertreter der Bauwagenfreunde zeigten sich sehr zufrieden mit dem überraschenden Verlauf des Gesprächs und freuen sich darüber, die Tradition der Maiwagentouren im Landkreis Calw erhalten zu können.
    Die Petition, die Baitinger und Becker gestartet haben, wird aufgrund der Lösung des Konflikts wieder eingestellt, da sie ihren Zweck bereits erfüllt hat.

Pro

Es handelt sich nicht nur um eine Tradition Die Organisatoren/Bauteam sammeln senden Für Krebskranke Kinder ... Bei der Veranstaltung geht es nicht nur um Tradition und Spaß Genau so geht es darum zusammen zuhalten und gleichzeitig Andern Menschen Glanz und Freude in die Augen zu geben Sei es Zuschauer die sich freuen Oder kranken Kinder denen geholfen werden kann

Contra

Ich finde das umherfahren des Umzugs mit den Maiwägen ist unnötiger zusätzlicher Co2 Ausstoß und wir eine Verpflichtung gegenüber unserem Planeten haben ihn zu Schützen