Am 20.03.2018 wurde der Artikel "Uni will Studienkolleg schließen" in der Ostsee-Zeitung veröffentlicht. Wie schon aus der Überschrift zu entnehmen ist, beabsichtigt die Uni Greifswald das Studienkolleg (die Vorbereitungskurse für die internationalen Studienwillige) zu schließen.

Der Erhalt des Studienkollegs sichert die Zukunft vieler internationaler Studienwilliger, die ihr Studium in Deutschland absolvieren möchten. Mit ihrer Ausbildung kann Deutschland wirksam dem Fachkräftemangel begegnen. Daher würden wir uns sehr freuen, wenn wir Ihre Unterstützung dabei bekommen würden.

Begründung

Internationale Studienwillige, deren Abitur in Deutschland nicht anerkannt wird, müssen die sog. Feststellungsprüfungen ablegen, um an einer deutschen Universität\Hochschule studieren zu dürfen. Das Studienkolleg begleitet, unterstützt und bereitet die Studierenden auf die Feststellungsprüfung vor, damit sie in der Lage sind, diese erfolgreich zu absolvieren und ein Studium in Deutschland möglichst reibungslos abzuschließen. Einerseits sind die Anzahl der staatlichen Studienkollegs als auch die an ihnen angebotenen Plätze beschränkt und andererseits ist die Anzahl der sich in jedem Semester bewerbenden Studienwilligen mind. 20-mal höher als die zur Verfügung stehenden Plätze. Daher müssen die meisten von ihnen mehrere Aufnahmeprüfungen an verschiedenen Universitäten ablegen. Diejenigen, die keinen Platz bekommen, müssen in der Regel ein Semester warten, bis sie an der nächsten Runde von Aufnahmeprüfungen teilnehmen können. Die Schließung eines von den 29 staatlichen Studienkollegs bedeutet ca. 90 Plätze weniger für die internationalen Studienwilligen.

Ein Hauptargument, das für die Schließung des Studienkollegs genannt wurde, ist, dass die Mehrzahl der erfolgreichen Absolventen nicht in Mecklenburg-Vorpommern studieren. Der Sachverhalt stimmt, ist aber zum Teil hausgemacht. Wer z. B. zum Sommersemester mit dem Studienkolleg beginnt und dann erfolgreich abschließt, kann sich nicht direkt anschließend zum Studium in Mecklenburg-Vorpommern anmelden, weil die meisten Studiengänge erst zum Wintersemester beginnen. Diese Absolventen sind auch aus aufenthaltsrechtlichen Gründen gezwungen, sich an anderen Universitäten (mit der Möglichkeit des Studienbeginns zum Sommersemester) zu bewerben. Auch das Studienangebot der Universität Greifswald ist in den meisten Fällen für ausländische Studienbewerber unzureichend und ist ein weiterer Grund, weshalb ausländische Studienwerber gezwungen sind, nicht in MV für ein Studium zu bleiben. Die von der Rektorin der Uni-Greifswald angedachte Alternative, die Konzentration auf qualitätsvolle Deutschkurse, ist sicherlich sinnvoll, dennoch vermitteln normale Sprachkurse nach wie vor nicht den notwendigen Fachwortschatz und können nicht bestehende Bildungslücken in den Studenten abdecken. Dazu werden deren Abiturzeugnisse nicht berücksichtig.

Das betrifft alle Herkunftsländer außerhalb der EU mit wenigen Ausnahmen. Selbst Absolventen einer internationalen Schule sind auf das Studienkolleg angewiesen. Im Übrigen wäre es wünschenswert, wenn die Uni-Greifswald ihren eigenen Studienkollegsabsolventen bei der Vergabe von Studienplätzen bevorzugen würde, wie viele andere Universitäten dies auch mit ihren Absolventen machen. Insgesamt wird durch die Uni-Greifswald immer wieder der Eindruck erweckt, dass ausländische Studierende eher unerwünscht seien - insofern braucht sich die Rektorin nicht darüber wundern, dass nur wenige Studierende in Greifswald bleiben, nachdem sie das Studienkolleg abgeschlossen haben.

Wir sind der Meinung, dass das Studienkolleg in Greifswald dringend weiter benötigt wird. Deswegen brauchen wir Ihre Unterstützung, um die Studienziele vieler internationaler Studienwilligen weiterhin verwirklichen zu können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Daniel Salinas-Lange aus Greifswald
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Pro

Seit fast 40 Jahren ( 2019 ) gibt es die Studienvorbereitung mit sprachlicher und fachsprachlicher Ausbildung für ausländische Studierende in Greifswald. Da ich selbst viele Jahre am Studienkolleg gearbeitet habe,kann ich nur betonen, wie wichtig diese Vorbereitung ist, um in Deutschland ein Fachstudium zu beginnen. Dies wird mir immer wieder von ehemaligen Absolventen berichtet. Internationalisierung bedeutet doch nicht nur Europa, sondern auch die Förderung ausländischer Studierender aus Entwicklungsländern in einer globalisierten Welt. Dazu leistet das Studienkolleg qualifizierte Arbeit.

Contra

Die Schließung des Studienkollegs betrifft nicht "alle Herkunftsländer außerhalb der EU mit wenigen Ausnahmen.", sondern seit einigen Jahrne nur noch sehr wenige Staaten der Welt. Ebenjene hat sich in den letzten 40 Jahren deutlich gewandelt. Das betrifft auch das Abiturniveau in Ländern außerhalb der EU, für dessen Kompensation Studienkollegs einst eingerichtet wurden. Nicht umsonst haben mittlerweise vier Bundesländer ihre Studienkollegs vollständig geschlossen und andere die Zahl deutlich reduziert. Warum sollte gerade das arme MV Entwicklungshilfe leisten?