Der Grundärger: Seit 2009 werden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gezwungen, viele ihrer mit viel Geld produzierten Reportagen und andere bildungsrelevante Sendungen nach mehr oder weniger kurzer Zeit für die Öffentlichkeit unzugänglich zu machen, also zu „depublizieren“. Was ist der Grund für diese im digitalen Zeitalter so anachronistisch anmutende Regelung? Die private Konkurrenz der „Öffentlichen“ – also werbefinanzierte Fernsehsender und auch Zeitungsverleger – hegte die Befürchtung, durch ein „ausuferndes“ digitales Engagement von ARD, ZDF & Co um Marktanteile bei ihren Online-Angeboten gebracht zu werden, worauf nach einiger Diskussion die Zwangsdepublikation eingeführt wurde. Im Bereich der Fernsehunterhaltung war die Sorge der „Privaten“ ja noch durchaus nachvollziehbar. Wie allerdings dezidierte Bildungsangebote („Tiere des Amazonas“ o.ä.) eine im bedeutenden Ausmaß marktverzerrende Situation hätten herbeiführen sollen, eine Situation, in der die Nachteile einer unbegrenzten Vorhaltung im Internet die Vorteile für die Allgemeinheit überwogen hätten – das blieb von Anfang an nebulös. Sehr konkret hingegen gestalten sich die Nachteile der großen Verlierer dieser Neuerung: die Bürger – also wir alle – zahlten und zahlen Rundfunkgebühren an die „Öffentlichen“, die mit einem offiziellen Bildungsauftrag dann auch Bildungsfernsehen produzieren bzw. einkaufen (und so eine Amazonasreportage ist gewiss nicht billig…). Nach der Ausstrahlung der Sendung im konventionellen TV beginnt dann eine „Gnadenfrist“, die von sieben Tagen bis zu zwölf Monaten reicht und in der man das Format z.B. über eine der „Mediatheken“ im Netz noch aufrufen kann. Danach schlägt die Depublizierung zu und „senst“ die Aufzeichnung ins digitale Jenseits. (Wer sich über den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag von 2009 und seine depublizierenden Auswirkungen näher informieren möchte, dem sei der einschlägige und traurige Wikipedia-Artikel de.wikipedia.org/wiki/Depublizieren wärmstens empfohlen.)

Begründung

Hier hingegen nun zur Forderung dieser Petition an die Bundespolitik und alle weiteren beteiligten Akteure:

„Der Rundfunkstaatsvertrag möge unverzüglich so abgeändert werden, dass Bildungsangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Zukunft ohne jedwede zeitliche Beschränkung im Internet frei und allgemein zugänglich zur Verfügung stehen. Hierbei ist vor allem auch darauf zu achten, dass eine Verlinkung auf passende Sendungen von der Wikipedia und ähnlichen gemeinnützigen Angeboten aus problemlos möglich ist.“

Im Internet finden sich einige bürgerschaftliche und politische Initiativen bzw. Absichtserklärungen, den untragbaren Ist-Zustand zu reformieren. Auch die private Konkurrenz der „Öffentlichen“ signalisiert für den Bildungsbereich Gesprächsbereitschaft. Auf Bundesebene beschlossen wurde aber bisher nichts. Daher muss von Seiten möglichst vieler Bürger Druck gemacht werden, das jetzige netzpolitische Jammertal schnellstmöglich zu verlassen. Deutschland als rohstoffarmes Land ist auf die Bildung seiner Bürger angewiesen. Eine Demokratie ist auf die Bildung ihrer Bürger angewiesen. Lassen wir uns unsere Bildung nicht depublizieren!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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