Attention: Please scroll down for an english version of the following text.

Frist ist Frust Die Beschäftigten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen leiden seit Jahren unter einer hohen Befristungsquote, die zudem stark dysfunktional ist. Der dauerhafte Einstieg des Bundes in die Hochschulfinanzierung muss genutzt werden, um endlich mehr Dauerstellen zu schaffen. Das Argument von Ländern und Hochschulen, dass die nur zeitlich begrenzt zur Verfügung stehenden Programmmittel dies verhinderten, ist nun nicht mehr stichhaltig. Zudem ruft die Situation nach einem Neuanfang: Die rasant gewachsenen Studierendenzahlen sind nicht sinnvoll durch immer neue prekäre Projektstellen und Nachwuchs ohne Perspektive zu bewältigen. Die Studierenden brauchen erfahrenes, dauerhaft an den Hochschulen tätiges Personal – und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen vertretbare Berufsperspektiven. Wir fordern daher:

Vollständige Verwendung der Hochschulpaktmittel für Dauerstellen Stellen, die anteilig oder insgesamt aus Mitteln des Hochschulpaktes finanziert werden, sind als dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse einzurichten. Die so neu zu schaffenden Dauerstellen dürfen kein Ersatz für ohnehin neu zu besetzende Dauerstellen sein oder durch neue befristete Stellen an den Hochschulen im Bundesland kompensiert werden. Bei den hinzukommenden Dauerstellen für wissenschaftliches und künstlerisches Personal darf es sich, um Betreuungs- und Arbeitsqualität zu sichern, nicht um Hochdeputats-Lehrstellen handeln. Die reguläre wissenschaftliche Vollzeit-Dauerstelle darf höchstens mit 8 SWS Lehrverpflichtung verbunden sein (in Qualifizierungsphasen mit der Hälfte).

Vertrauen ist gut… Die Verwendung der Mittel für Dauerstellen muss verbindlich und überprüfbar gestaltet werden. Die Länder sind daher innerhalb des Paktes zu einer umfassenden und regelmäßigen Berichterstattung über die Mittelverwendung zu verpflichten. Nur so hat der neue Hochschulpakt das Potenzial für eine Trendwende in der ausufernden Befristungspraxis in der Wissenschaft zu sorgen. Den (selbst-) kritischen Worten der Bundesregierung, des Wissenschaftsrates und der Hochschulrektorenkonferenz können endlich Taten folgen – im Entfristungsjahr 2019.

Wir fordern: Befristungen eindämmen – jetzt!

Weitere Informationen unter: frististfrust.net

English version:

Temporary employment is terrible Employees in higher education and research institutions have suffered under a high rate of temporary contracts, which is also highly dysfunctional. The now permanent role of the Federal government in financing higher education must be used as an opportunity to finally create more permanent positions. The argument advanced by the federal states and universities that programme resources provided for a limited time only, do not allow this, is no longer valid. Moreover the situation calls for a new start: The rapidly rising number of students cannot be managed in a sensible way by constantly new precarious project positions and early career academics without a perspective. Students need experienced, permanently employed university staff – and young academics need acceptable career prospects. This is why we demand: Complete use of Higher Education Pact resources for financing permanent positions Positions which are partially or completely financed through the Higher Education Pact are to be established as permanent employment relationships. The permanent positions to be newly created may not be replacements for permanent positions which have to be filled anyway or compensated by new temporary positions at universities in the federal state. In order to ensure the quality of work and mentoring additional permanent positions for academic and staff in artistic subjects may not be posts with a high teaching commitment The regular academic full-time permanent position should require no more than 8 teaching hours per week per semester (SWS) (only 4 teaching hours in limited-term qualification positions) Ensuring implementation The use of funding for permanent positions must be binding and verifiable. Therefore, federal states within the Pact must be required to report regularly and comprehensively on the application of funds. Only in this way the new Higher Education Pact has the potential for a turnaround in the increasingly extensive practice of temporary employment in academia. Finally, in 2019 permanent contact year?), the (self-) critical words of the Federal Government, the German Council of Science and Humanities and the German Rectors’ Conference can be translated into action. We demand: Curb temporary employment – now!

For further information, please visit: frististfrust.net

Reason

93 % des sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland ist befristet beschäftigt und das häufig über viele Jahre oder gar Jahrzehnte. Auch 23 % der Beschäftigten in Technik, Bibliotheken und Verwaltung an Hochschulen bekommen nur einen Zeitvertrag. In keiner anderen Branche sind Befristungen so weit verbreitet wie in der Wissenschaft. Und das, obwohl Hochschulen und andere Wissenschaftseinrichtungen zum weitaus größten Teil aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Es ist höchste Zeit, dass hier eine Trendwende hin zu mehr dauerhaften Beschäftigungsverhältnissen eingeleitet wird. 2019 ist das perfekte Jahr dafür, denn in diesem Jahr wird der Hochschulpakt, in dem der Bund bisher zeitlich befristet Milliarden für die Hochschulhaushalte der Länder bereitgestellt hat, neu verhandelt und verstetigt. Dieses Geld muss in Dauerbeschäftigung fließen. Die letzten 20 Jahre, geprägt von einem stetigen Anwachsen der Befristung zeigen aber, dass diese Entwicklung nicht von selbst passiert. Nur, wenn die Politik in Bund und Ländern den Druck spürt, wird sie die notwendigen Weichenstellungen vornehmen. Deshalb bitten wir alle Beschäftigten, Studierenden und an guter Bildung und Wissenschaft Interessierten um ihre Unterstützung für den "Entfristungspakt 2019".

Thank you for your support, Matthias Neis from Berlin
Question to the initiator

News

pro

Weil es absolut keinen Grund dafür gibt, in Forschung und Lehre schlechtere Arbeitsbedingungen zu haben, als in allen anderen Berufen. An Schulen, in Unternehmen und Betrieben, in Organisationen und Verwaltung sind unbefristete Verträge nach der Probezeit (maximal einer ersten befristeten Stelle) Standard. Nur so kann auch langfristig gut gearbeitet werden. Wissenschaft und Lehre schlechter zu stellen als alle anderen Berufe schadet dauerhaft unserem Land und seinen nächsten Generationen!

contra

Die Verknüpfung mit der Forderung einer der Begrenzung der Lehre auf 8 SWS ist für Forschungstellen zwar nachvollziehbar, aber schränkt die Forderung der Petition deutlich ein. In der Lehre besteht das Problem doch auch und es werden auch unbefristete Dozentenstellen (wie auch immer die in den jeweiligen Fachbereichen heißen) gebraucht.