Die Unterzeichnenden setzen sich ein für den Erhalt des Bachelor- und Masterstudiengangs “Kunstgeschichte und Filmwissenschaft” an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Beide Studiengänge sind akut bedroht, weil die Universitätsleitung im Zuge der Haushaltskürzungen beabsichtigt, den Lehrstuhl für Geschichte und Ästhetik der Medien inklusive sämtlicher damit verbundener Mitarbeiter_innenstellen ersatzlos zu streichen. Die Filmwissenschaft ist aber elementarer Bestandteil des Kunstgeschichte-Studiums an der FSU. Mit dieser Integration von Kunstgeschichte und Filmwissenschaft bietet das Jenaer Institut eine im deutschsprachigen Raum einzigartige attraktive Studienmöglichkeit. Zahlreiche Studierende des Studiengangs „Kunstgeschichte und Filmwissenschaft“, insbesondere diejenigen aus anderen Bundesländern, kommen aus diesem Grund nach Jena. Die Streichung des Lehrstuhls würde das Ende eines attraktiven Bachelor-Studiengangs sowie des drittgrößten Master-Studiengangs der Philosophischen Fakultät bedeuten.

Begründung

In der modernen und zeitgenössischen Kunst spielt Bewegtbild eine wichtige Rolle und daher ist die Filmanalyse für Kunsthistoriker heute unverzichtbar. Zudem hat die Präsenz von Film und Video in der Populärkultur mit dem Internet und der Allgegenwart öffentlicher Bildschirme in einem Maße zugenommen, dass bild- und filmwissenschaftliche Kompetenzen generell an Bedeutung gewinnen. Die seit 2006 bestehende Verbindung von Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der FSU Jena, der inzwischen auch durch die entsprechende Benennung des Studiengangs Rechenschaft getragen wird, ist deshalb zukunftsweisend.Wir verstehen und akzeptieren, dass die Friedrich-Schiller-Universität finanziellen Zwängen unterliegt, die auf die aktuelle prekäre Haushaltssituation des Landes Thüringen zurück zu führen sind. Das Kunsthistorische Seminar hat bereits in den letzten Jahren Kürzungen hinnehmen müssen und durch Mehrarbeit der Mitarbeiter_innen kompensiert. Die nun geplante Abschaffung der Filmwissenschaft stellt jedoch einen unverhältnismäßigen Einschnitt dar. Würde der Lehrstuhl entfallen, könnten die im Modulkatalog vorgeschriebenen filmwissenschaftlichen Pflichtmodule nicht mehr angeboten und der Studiengang „Kunstgeschichte und Filmwissenschaft“ müsste eingestellt werden. Das Studium der Kunstgeschichte in Jena würde an Attraktivität verlieren und ein massiver Verlust an Studierenden wäre die Folge, der letztlich der Friedrich-Schiller-Universität insgesamt Schaden zufügt.

Wir fordern daher die Universitätsleitung auf, die Filmwissenschaft an der FSU zu erhalten und dafür Sorge zu tragen, dass der attraktive und erfolgreiche Studiengang “Kunstgeschichte und Filmwissenschaft” an der FSU fortgeführt werden kann.

Diese Petition ist adressiert an den Rektor der FSU Jena, Prof. Dr. Klaus Dicke, den Universitätsrat der FSU Jena, die Senatsmitglieder der FSU Jena, den Hochschulplanungs- und Haushaltsausschuss der FSU Jena, den Kultusminister Christoph Matschie und das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Liebe Unterstützer_innen der Petition "Für den Erhalt der Filmwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena",

    nach langen Verhandlungen mit der Universitätsleitung wird die Filmwissenschaft an der FSU Jena nun doch erhalten bleiben. Die seit 2006 bestehende Verbindung von Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der FSU Jena bleibt damit bestehen.

    Die Professur für Filmwissenschaft wird aktuell neu ausgeschrieben und soll ab dem 01.10.2017 neu besetzt werden. Das ist ein riesiger Erfolg, zu dem Sie mit Ihrer Unterschrift im Rahmen der Petition beigetragen haben. Wir danken Ihnen hiermit recht herzlich für Ihre Unterstützung!

    Beste Grüße,
    der Mittelbau des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften der FSU Jena, Seminar für Kunstgeschichte und Filmwissenschaft

Pro

Es ist ein Missverständnis anzunehmen, Filmwissenschaft wäre eine "Ausbildung" (nur) "für die Filmwirtschaft", wie im Contra-Argument behauptet wird. Erstens ist FW eine wissenschaftliche Disziplin (und keine spezialisierte Berufsausbildung - dafür gibt es Filmhochschulen). Zweitens befähigt das filmwissenschaftliche Studium zum reflektierten und methodischen Umgang mit Bewegtbildern aller Art - dazu gehören Kinofilme, aber auch die Bilder, die uns auf Smartphones, Fernseh- und Computermonitoren oder sogar von Häuserfassaden herab ansprechen.

Contra

Die Filmwissenschaft sollte auch sehen, dass sie wie ursprünglich geplant auch als Bildungsfach akzeptiert wird. Das Lernen im Elfenbeinturm ist zwar schön, eine entsprechende Lobby in der sich die Filmwissenschaft organisiert und entsprechend akzeptable Arbeitsplatzangebote organisiert wäre eben so wünschenswert. Das es Jena trifft ist zwar schade, aber es gibt soviele Medienstudiengänge, so dass es insgesamt einer Neustrukturierung bedürfte und durch Ausbildungsinstitute nicht endlos Leute für die Filmwirtschaft ausgebildet werden und nur ein Bruchteil derer dort einen Job finden wird.