• Von: Marc Schön (ESH) mehr
  • An: Gesetzgeber
  • Region: Deutschsprachiges Gebiet
    Kategorie: Gesellschaft mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 260 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

Für ein Verbot schädlicher Autismustherapien und sonstiger Methoden

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Petitionstext auf unserer Homepage:

autisten.enthinderung.de/verbot_autismustherapie

Kopie des Petitionstextes:

Der Markt für Autismustherapien ist nahezu unüberschaubar geworden, ein Millionengeschäft das von ganz verschiedenen Anbietern, Vermarktungsstrategien und Ansätzen geprägt wird. Als am gefährlichsten kann zur Zeit der behaviouristische Ansatz der ABA-Therapie angesehen werden. Zunehmend wird die klare Bezeichnung von solchen "Therapeuten" verschleiert, diese "Therapie" wird unter verschiedensten Bezeichnungen angeboten oder zunehmend auch ohne besondere Kennzeichnung einfach nur als "Verhaltenstherapie" oder "Ergotherapie". Für Schulungen und Durchführungen werden stattliche Summen in der Regel irgendwo im vierstelligen Bereich verlangt und teilweise leider noch immer von öffentlichen Trägern z.B. im Rahmen der Eingliederungshilfe finanziert, was auch für einige andere "Therapien" gilt, die weiter unten genannt werden. Dieser Ansatz wird gerne in oft aggressiver Weise als "wissenschaftlich belegt" vermarktet, was nach unserem Stand derzeit nicht den Tatsachen entspricht. Selbst manche Autismusbeauftragte haben sich aktuell davon überzeugen lassen, wohl auch weil der Elternverband "Autismus Deutschland" ebenfalls zunehmend auf diese Methode einschwenkt und sich selbst bis heute tatsachenwidrig als Interessenvertretung von Autisten darstellt, um so bequemer Elterninteressen durchzusetzen, die den Interessen der Autisten in einigen Bereichen unversöhnlich gegenüberstehen - zumindest wenn Eltern sich einer echten Auseinandersetzung mit der Materie Autismus verweigern, etwa weil sie starke emotionale Abneigungen gegen gesunde Autisten hegen, was leider nicht selten ist.

ABA beruht auf Konditionierung entgegen der natürlichen Veranlagung von Autisten, vergleichbar mit einer brutalen Art der Umerziehung von Linkshändern. Dadurch wird der Wille der Autisten gebrochen, damit sie hinnehmen, was sie eigentlich nicht hinnehmen können, sofern sie einen Gesunderhaltungsinstinkt ausleben würden, z.B. in der Hinsicht sich vor für Autisten kräfteraubenden Situationen zu schützen. Oft geht es in diesen Zusammenhängen zudem um die "Lösung" von Problemen, die bei einer gründlichen Aufklärung über Autismus und einer Berücksichtigung durch das nähere Umfeld im Alltag so überhaupt nicht auftreten würden. Autisten, welche als Erwachsene mühsam solche Konditionierungen wieder ablegen konnten, berichten z.B. davon nun über "ca. 50 IQ-Punkte" mehr zu verfügen durch die dadurch frei gewordene Kraft, zudem von einer erheblich besseren Lebensqualität. Teilweise wird den Eltern vermittelt möglichst das komplette Handeln ihrer autistischen Kinder zu kontrollieren und ihnen praktisch nur noch erlauben das zu tun, was sie wollen, wenn sie das tun, was sie laut Programm zu lernen haben. Das nimmt teilweise die Gestalt von harter Gehirnwäsche an, wenn Eltern ihrem Kind abverlangen in einer bestimmten Situation eine vorgesehene Empfindung zu simulieren oder "bestenfalls" selbst daran zu glauben. Vielen Eltern wird dabei fälschlich vermittelt Autisten seien "vom Autismusteufel besessene" Nichtautisten, die lediglich von Autismus befreit werden müßten um durchschnittliche Kinder zu werden. Bei vielen Eltern wird das gerne gehört, denn sie sind oft enttäuscht, weil ihr Kind nicht so ist wie sie es sich vorstellten. Der Glaube an die Wirksamkeit dieses Ansatzes hält diese Eltern zudem leider auch davon ab tatsächlich geeignete Maßnahmen wie die Schaffung einer barrierefreien Umgebung zu ergreifen um die Inklusion des Kindes zu gewährleisten. Die grundsätzliche Ausrichtung dieses Programms ist gegen das Kind gerichtet und in der Regel wird dies zu einer nicht immer heilbaren Zerstörung des Verhältnisses zu den Eltern führen, was aber wegen der abweichenden Mimik und Körpersprache von Autisten oft nicht erkannt wird.

Wenn die Verfechter von ABA also zukünftig tatsächlich einmal wissenschaftlich beweisen könnten, daß diese Kindesmißhandlung tatsächlich den behaupteten Effekt hat, wäre das Hauptproblem dieser Methode damit noch lange nicht beseitigt: Die Zielsetzung der Methode im Rahmen der konkreten typischen Anwendung. Zwingen wir Gehörlose dazu von den Lippen abzulesen oder lassen wir sie gebärden? Erziehen wir, wie in den Anfängen von ABA praktiziert, Homosexuelle hin zur "gesunden" Veranlagung hin um? Konditionieren wir Patienten mit Bandscheibenvorfall unter Aushebelung diverser Menschenrechte dazu die Schmerzen nicht mehr zu zeigen oder befassen wir uns mit dem tatsächlichen Problem der vorliegenden Situation? Konditionieren wir Autisten oder sorgen wir für Inklusion und Enthinderung?

Begründung:

Doch ABA ist bei weitem nicht die einzige Pseudomethode, die als "Therapie" an Autisten für stolze Summen verkauft wird und angesichts des Standes der Menschenrechte eigentlich keiner Diskussion mehr wert sein sollte:
- Es gibt noch immer praktizierte Festhaltetherapie, teilweise sogar in Kliniken und "Heimen", eine Methode die auf völlig falschen Grundannahmen über die Natur von Autismus aufbaut und wie ABA schwerwiegende psychische Traumata nach sich ziehen kann.
- Es gibt Tiertherapien mit Delfinen und allem was irgendwie sonst niedlich auf Eltern wirken könnte - ein passendes Haustier wäre vermutlich sinnvoller, wenn auch sicher kein Ersatz für Barrierefreiheit im Alltag.
- Es gibt eine Lehre nach der Autisten und die meisten anderen Menschen einen "Gehirnschaden" haben würden, der mit fragwürdigen Übungen behebbar sei.
- Es gibt kriminelle Kurpfuscher, die Stammzelltherapien unter anderem an Autisten anbieten und dabei den vereinzelten Tod von Patienten billigend in Kauf nehmen.
Und sicher gibt es noch einige Ansätze mehr, die in dieser Kategorie schädlicher "Therapien" einen würdigen Platz einnehmen dürften.

Wir fordern den Gesetzgeber auf diesem Treiben ein Ende zu setzen. Wir fordern eine Klarstellung des Gesetzgebers dahingehend, daß die Anwendung von ABA, Festhaltetherapie und ähnlichen Methoden, die Eltern oder "Therapeuten" zu für ihre autistischen Kinder schädlichen Handlungen veranlassen, Kindesmißhandlungen darstellen und von den Strafverfolgungsbehörden entsprechend verfolgt werden muß. Wir fordern die Schließung der entsprechenden Lehrgänge, in denen zu diesen Kindesmißhandlungen angeleitet wird. Wir fordern die Kostenübernahme dieser "Therapien" aus öffentlichen Kassen einzustellen und Autismusbeauftragte darin zu schulen in ihrer Region eventuell stattfindende rührselige und sachlich völlig falsch argumentierende Spendenaufrufe von Eltern abzublocken. Wir fordern die Medien auf, solche Spendenaufrufe nicht zu verbreiten und im Zweifel zwecks Abstimmung z.B. mit der ESH Kontakt aufzunehmen. Wir fordern die Abschaffung der Anerkennung der "gestützten Kommunikation" bei Autisten in allen Fällen, in denen nicht von unabhängiger Seite bewiesen werden konnte, daß diese Methode im Einzelfall tatsächlich funktioniert (z.B. durch den Kopfhörertest, bei welchem Stützer und Autisten manchmal verschiedene Fragen eingespielt werden), denn es darf nicht sein, daß eine erwiesenermaßen in fast allen Fällen nicht funktionierende "Kommunikationsmethode" vor dem Recht ohne Verifizierung als Willensäußerung des betreffenden Autisten anerkannt wird, dessen Arm von einem "Stützer" bewegt wird. Bei dieser Reform der Kommunikationshilfeverordnung (KHV) muß im gleichen Zuge klargestellt werden, daß Autisten das Recht haben fernschriftlich von zuhause aus zu kommunizieren. Wir fordern die gesetzliche Verpflichtung aller "Heim"einrichtungen die Autisten beherbergen jedem Autisten einen eigenen frei zugänglichen, mobilen und neutral und fachkundig überprüft unüberwacht benutzbaren Internetanschluß (Z.B. direkte Mobilfunknetzeinwahl von Flatrate-Einzelgeräten) zur Verfügung zu stellen, damit sie mit der Außenwelt barrierefrei kommunizieren und sich über ihre Rechte informieren können, die ihnen nicht selten noch nie in ihrem Leben erklärt worden sind. Viele dieser Einrichtungen versuchen genau dies bis heute zu verhindern um ihr Machtmonopol der nahezu absoluten Kontrolle zu wahren.

Wir fordern die engagierte Inklusion von Autisten in unsere Gesellschaft.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Pausa, 04.02.2013 (aktiv bis 03.08.2013)


Neuigkeiten

autisten.enthinderung.de/aba_erinnerungen_1a

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Debatte zur Petition

PRO: Hallo Zusammen! Ich brauche bitte von jedem Unterstützung. Ich habe meine Petition zum Schutz von Whistleblowern hier eingereicht und im Deutschen Bundestag. Bitte teilt und unterschreibt alle, um endlich Missständen den Kampf anzusagen und Menschen die ...

PRO: ABA ist pure Geldmacherei, mit einem starkem Team, Rechtsanwälten also ein immenser Kostenapparat. Eltern bekommen falsche Versprechungen, eskostet mehrere 1.000 Euros und ich möchte den erleben, der sein Kind diesen belastenden Coachings unterzieht. ...

CONTRA: Hallo, wir machen seit sechs Monaten ABA VB. Ich bin offen für Kritik, aber die Unterstellung, ich würde mein Kind misshandeln, hat mich tief getroffen. Wir lachen so viel beim Unterricht, mein Kleiner hat so viel Spaß und macht wahnsinnige Fortschritte. ...

CONTRA: Ich bin über diese Petition fassungslos. Ich glaube, wir als Eltern Betroffener Kinder haben genug Probleme, als sich nun auch noch untereinander zu streiten, was ist besser oder schlechter. Es gibt nicht die! Therapie. M.E. Muss einfach jeder selbst ...

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