Ich fordere Bundeskanzlerin Dr. Merkel und Bundesministerin Dr. Schröder auf:

  1. Die Bundesregierung sollte auf die Einführung eines sog. „Betreuungsgeldes“ verzichten.

  2. Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich stärker als bisher an der Finanzierung der Betreuungsangebote für Kinder in kommunaler und privater Trägerschaft zu beteiligen und für ein flächendeckendes Angebot an einer Ganztagsbetreuung für Kinder zu sorgen.

Begründung

Das “Betreuungsgeld” ist nichts anderes als eine „Fernhalteprämie“ und stellt den berechtigten Anspruch, Kindern eine gute Ganztagsbetreuung in Kindertagesstätten zu ermöglichen, in Frage. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat bereits in Europa bestehende Modelle des „Betreuungsgeldes“ verglichen. Die Ergebnisse sind eindeutig! Die frühkindliche Bildung in den Kindertagesstätten fördert sozial-kognitive Kompetenzen, die Sprachentwicklung sowie das prosoziale Verhalten von Kindern. Dadurch werden die Bildungschancen enorm erhöht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind später einen höheren Bildungsabschuss erreichen kann, steigt deutlich. Das „Betreuungsgeld“ führt zu einer weiteren Benachteiligung der Frauen. Die große Mehrheit der Leistungsempfänger sind Mütter. Mit dem “Betreuungsgeld” stünden sie auch weiterhin dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung – mit allen Konsequenzen. Das „Betreuungsgeld“ wird insbesondere von Müttern in Anspruch genommen werden, die über ein geringes Einkommen, ein niedriges Bildungsniveau und einen Migrationshintergrund verfügen. Das führt dazu, dass insbesondere Kinder aus benachteiligten Familien weniger Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg haben. Das „Betreuungsgeld“ führt auch nicht zu mehr Wahlfreiheit der Eltern. Die Entscheidungsfreiheit der Eltern hängt im Wesentlichen von den Alternativen ab. Insbesondere finanziell schwächere Familien können es sich nicht leisten, allein familiäre Gründe in Betracht zu ziehen. Für sie steht der finanzielle Aspekt im Vordergrund – zu Lasten der Bildungschancen ihrer Kinder. Ich fordere Sie deswegen auf, von der Einführung des Betreuungsgeldes Abstand zu nehmen und mehr Geld in den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur zu investieren. Die Eltern würden es Ihnen danken!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Sehr geehrte Damen und Herrn, Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Petition "Für Kitas statt Betreuungsgeld",

    ich möchte Ihnen mit dieser Mail nochmals für Ihre Unterstützung danken und Sie über den Stand der Petition informieren.
    Die Petition wurde schon im Sommer eingereicht und zunächst mit der Begründung nicht behandelt, dass sie inhaltsgleich mit einer anderen Petition sei. Dagegen haben wir Widerspruch eingelegt, weil unsere Petition andere Schwerpunkte gesetzt hat und sich die Diskussion zu diesem Thema in der Zwischenzeit weiterentwickelt hat. Hiernach habe ich heute vom Petitionsausschuss eine Nachricht erhalten, dass unsere Petition zusammen mit anderen inhaltsgleichen Petitionen behandelt werden wird.
    Der Petitionsausschuss weist darauf hin, dass dieses Verfahren ziemlich lange dauern kann. Ich werde Sie nach Abschluss des Verfahrens über dessen Ausgang informieren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dominik Brill
    Jusos Ingelheim

Pro

Farginah ({y})

Contra

Die Überschrift "„Für Kitas statt Betreuungsgeld” " erweckt den Eindruck, es ginge um das Weghalten der Kinder aus regulärer Kindergartenbetreuung. Es geht hier allerdings um Krippen für Babys und Kleinstkinder unter drei Jahren, die krabbeln, Windeln tragen, teils noch nicht sprechen können, gerade erst das Laufen erlern(t)en teils vielleicht noch gestillt werden könnten - und die Zuwendung benötigen - aber nicht in Massenabfertigung von zig unterschiedlichen Betreuungskräften in Vollzeit.