Region: Bayern
Bild der Petition Für reibungslosen Bahnverkehr - gegen Streiks der GdL

Für reibungslosen Bahnverkehr - gegen Streiks der GdL

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
GDL, Baumweg 45, 60316 Frankfurt am Main

4 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

4 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

  1. Gestartet 2014
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Petition richtet sich an: GDL, Baumweg 45, 60316 Frankfurt am Main

Es geht in dieser Petition nicht darum, die Legitimität der Forderungen der GDL zu bestreiten, weil das eine Verhandlungssache zwischen Unternehmen und Gewerkschaft ist. Der Streik ist aber eine moralisch illegitime Methode zur Durchsetzung der Interessen, denn die GDL trägt den Streik auf dem Rücken der Reisenden aus, lässt jede staatsbürgerliche Verantwortung vermissen und schadet dem Image der Bahn. (Details dazu in der Begründung, siehe unten) Daher richtet diese Petition einen Appell an die Führung der GDL, die Streiks sofort zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzugehen.

Begründung

  1. Die GDL trägt den Streik auf dem Rücken der Reisenden aus

Die Forderungen der GDL zielen auf den Konzernvorstand der Bahn ab, primär sind es aber hunderttausende Reisende, die von den streikbedingten Verspätungen erheblich betroffen sind. Es sind die Bahnfahrer, die wichtige Termine nicht einhalten können und deren soziales Leben und Zeitmanagement leiden, wenn sie stundenlang auf Züge warten müssen.

  1. Die GDL lässt jede staatsbürgerliche Verantwortung vermissen

Zunächst ist deutlich klarzustellen, dass zu einem demokratischen System immer auch Pluralismus gehört. Er bedeutet in der Praxis, dass verschiedene Interessengruppen ihre spezifischen Interessen verfolgen können. Zu erwähnen ist auch das grundgesetzlich verankerte Recht auf Mitgliedschaft und Tätigkeit in Gewerkschaften, an dem nicht gerüttelt werden soll. Es geht jedoch darum, eine klare moralische Botschaft an die Führung der GDL zu senden, indem an deren Verantwortung appelliert wird. Für eine Gewerkschaft (wie prinzipiell jede Interessengruppe) bedeutet Verantwortung, ein maßvolles Verhältnis zwischen dem Gruppeninteresse und dem Wohl des ganzen Landes zu wahren. Dabei muss die Schwierigkeit der Definition dessen eingeräumt werden, was als Wohl des ganzen Landes zu bezeichnen ist. Jeder Demokrat könnte sich auf grundlegende politische und gesellschaftliche Begriffe wie Freiheit oder Gerechtigkeit einigen. Das Problem liegt in der konkreten Ausformung und Gestaltung dieser Werte in der Praxis, denn in der Anwendung auf Einzelfälle versteht jeder etwas anderes darunter. Eine Definition des Wohls aller kann daher methodisch nur als Negativdefinition erfolgen, indem gesagt wird, was es nicht ist – nämlich das Interesse einzelner Gruppen. Stattdessen ist zu überlegen, was allen nützt, ohne grundlegende persönliche Rechte einzuschränken. Kein Bürger mit rationaler Einsicht kann z.B. leugnen, dass Bildung und Gesundheit dazu zählen. In Bezug auf die GDL ist nun wichtig, dass eine funktions- und leistungsfähige Infrastruktur – dazu zählt u.a. der Schienenverkehr – eine Grundlage der Mobilität für Bürger und Wirtschaft darstellt und daher als weiterer Baustein des Wohls aller zu betrachten ist. Die GDL verhält sich aus diesem Grund verantwortungslos gegenüber dem ganzen Land, weil sie auf Kosten vieler das Interesse weniger durchsetzen will. Mit dieser Petition ist die Hoffnung verbunden, der GDL zu zeigen, dass ihre Fixierung auf den Streik als Mittel der Interessendurchsetzung nicht widerspruchslos hingenommen wird, weil sie gegen ein Mindestmaß staatsbürgerlicher Verantwortung verstößt. Vorbildlich in dieser Hinsicht ist eine Botschaft Kennedys an die Bürger: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“ Das bedeutet, in der Kategorie von Verantwortung gegenüber anderen zu denken, anstatt durch überzogene Anspruchsmentalität etwas auf Kosten anderer zu fordern. Fazit: die GDL kann ihre Forderungen gern vertreten, darf dabei aber nicht durch Streiks den Bahnverkehr lahmlegen. Statt unzählige Reisende in Mitleidenschaft zu ziehen und ein Gruppeninteresse über das Wohl aller zu stellen, soll die Führung der GDL lieber Demonstrationen und Sitzblockaden vor der Konzernzentrale organisieren.

  1. Das Ansehen der Bahn als ökologisches Verkehrsmittel leidet

Ein Trend der letzten Jahre liegt in der zunehmenden Beliebtheit öffentlicher Verkehrsmittel als ökologische Alternative zum PKW. Die dafür nötige Imagesteigerung der Bahn basiert auf Verlässlichkeit. Genau diese ist aber durch die Streiks und die aus ihnen resultierenden massiven Verspätungen erheblich gefährdet. Vor allem Gelegenheitsfahrer werden so wieder angeregt, auf das Auto als pünktlicheres und schnelleres Verkehrsmittel zurückzugreifen. Je länger die Streiks dauern, desto mehr wird sich diese Einstellung auch bei treuen Bahnfahrern und insbesondere Pendlern zeigen. Angesichts großer pendlerbedingter Verkehrsströme in den Morgen- und Abendstunden trägt die GDL zudem zum Verkehrschaos bei, weil viele Pendler bei drohender Verspätung von mehreren Stunden gezwungen sind, mit dem Auto zu fahren und so die Straßen noch weiter verstopfen. Zuletzt sei angemerkt, dass die GDL dem operativen Gewinn der Bahn erheblichen Schaden zufügt, und zwar durch den Umstieg vieler Fahrgäste auf den Fernbus und Entschädigungszahlungen für die streikbedingten Verspätungen. Damit wird das Verhalten der GDL paradox, denn sie fordert 5% mehr Lohn von einer durch Streiks wirtschaftlich selbst geschädigten Bahn.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 02.10.2014
Sammlung endet: 08.10.2014
Region: Bayern
Kategorie: Verkehr

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