Kein überregionaler Müll-Platz in der sensiblen Mineralwasser-Schutzzone Stuttgart Bad Cannstatt

Auf wasserdurchlässigem Travertingestein, mitten im Heilwasserschutzgebiet, im ehemaligen Lauster-Travertin-Steinbruch in Stuttgart-Cannstatt/-Münster, soll ein überregionaler sogenannter Recycling-'Park' entstehen. In der Kern- bzw. Innenzone des größten Mineralwasservorkommens Westeuropas.

Der Betrieb ist vorab schon gestartet. Laut Antrag der Firmen Karle, Degenkolbe, Fischer-Weilheim sollen jährlich bis zu 668 450 Tonnen Müll aller Art hier angeliefert werden, davon 55.950 Tonnen gefährliche Abfälle. Das sind 1076 Tonnen gefährliche Stoffe pro Woche. Hierzu gehören u.a: Bleibatterien, Leuchtstoffröhren und andere quecksilberhaltige Stoffe, Geräte, die Fluorchlorkohlenwasserstoffe enthalten, Dämmmaterial, das aus gefährlichen Stoffen besteht oder diese enthält, asbesthaltige Stoffe. Beantragt sind bis zu 1000 LKW-und PKW-Fahrten pro Tag.

Begründung

Wer kann garantieren, dass beim Umschlag/Lagerung von Gefahrenstoffen dieser Menge keine Giftstoffe ins Grundwasser und in die Mineralquellen gelangen?.

Dazu kommt: als archäologische Stätte hat der Stuttgarter Travertin Weltrang wie die Grube Messel bei Darmstadt, heute ein Hotspot der Archäologie. Das Quellgebiet der Mineralwässer war Lebensraum von Waldelefant, Mammut, Riesenhirsch, Höhlenlöwe u.a.m. Auch Zeugnisse der frühen Menschheitsgeschichte von vor 300.000 Jahren sind im Travertin, im Sauerwasserkalk eingeschlossen.

Und weiter: die prachtvollen Industriebauten im Travertin-Steinbruch Lauster sind Kulturerbe einer bedeutenden Ära des Travertinabbaus in Cannstatt und Deutschland. Sie stehen seit 1987 unter Denkmalschutz und dürfen nicht zum Mülllager werden!

Das Steinbruchgelände muss archäologisch in vollem Umfang nutzbar bleiben. Die kunstvollen Industriehallen müssen kulturell genutzt werden. Unser Mineralwasser darf nicht gefährdet werden!

Der bisher schon laufende Betrieb muss schnellstmöglich eingestellt werden!

weitere Info: hundert-wasser.org/StuttgarterMineralwasser.html

Der Erörterungstermin findet am 16. April statt. Stadt und Regierungspräsidium Stuttgart befürworten das Müll-Projekt, obwohl es kommunale Stadtteil-Recyclinghöfe gibt.

Wir hoffen auf Eure Unterstützung, weil Wasser und Mineralwasser geschützt werden muss - überall. Weil wir uns gegenseitig - auch über die Stadtgrenzen hinaus - unterstützen müssen gegen überstarke Wirtschaftsinteressen, die über ein großes Beziehungsgeflecht verfügen.

Nur gemeinsam können wir unsere Umwelt, unsere Lebensgrundlagen erhalten

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Initiative gegen den Recyclingpark Neckartaal aus Stuttgart
Frage an den Initiator

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Neuigkeiten

  • Hallo Alle,
    es gab keine Reaktion auf die Weitergabe der Petition an OB Kuhn, an die Gemeinderät*innen, ans Regierungspräsidium Stuttgart.

    Hier der aktuelle Stand zum Vorhaben der ‚Recyclingpark Neckartal GmbH‘. Das Vorhaben ist vom Regierungspräsidium Stuttgart noch nicht genehmigt. Es fehlt nach wie vor ein Gutachten, das den Schutz des Mineralwassers bestätigen soll.
    Inzwischen haben wir eine Strafanzeige gegen die Firma Degenkolbe aufgegeben, die Teil der ‚Recyclingpark Neckartal GmbH‘ ist. Der aktuell laufende kleinere Betrieb darf keine quecksilberhaltigen Materialen annehmen, wie z.B. Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen. Diese Leuchtstoffröhren nahmen Beschäftigten dort von uns an, ebenso CD’s. Alles wurde auf einen großen unsortierten Müllhaufen in einer der denkmalgeschützten Travertinhallen geworfen. Dieser Müll kann nur noch in die Müllverbrennung gekarrt werden.
    Auf unsere Anzeige wegen verantwortungslosem Umgang mit Müll, den die Firma zudem gar nicht annehmen darf und unsere Forderung nach Entzug der Betriebserlaubnis für den aktuell laufenden Betrieb, reagierte Stephan Karle Recyclingpark Neckartal für die Fa. Degenkolbe mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung über seine international tätige Anwaltskanzlei, der 79 Anwälte angehören. Wir sollen nicht mehr behaupten dürfen, dass die Firma Degenkolbe quecksilberhaltiges Material angenommen hätte.

    Sie behaupten, wir hätten das Material selbst auf den Müllhaufen geworfen, ohne dass die Beschäftigten informiert gewesen seien. Soweit der aktuelle Stand. Mehr Info unter
    hundert-wasser.org/URL1521658229.html

    Viele Grüße, Barbara Kern, i.A. ‚Initiative Recyclingpark Neckartal‘

  • Hallo an alle Unterstützer*nnen unserer Petition,!
    die Petition ist abgeschlossen, vielen Dank für Eure Unterstützung!
    Wir werden die Petition Anfang kommender Woche an den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn und an alle Gemeinderät*innen weitergegeben. Da wir schon vor Beginn der Petition Unterschriften gesammelt haben, kommen wir auf insgesamt mehr als 3700 Unterschriften.

    Das Vorhaben der Recyclingfirmen ist noch nicht genehmigt, es fehlt nach wie vor ein wichtiges Gutachten. Die ausgelegten Antragsunterlagen waren hochgradig widersprüchlich, aber der Riesen-Müll-Umschlagsplatz ist politisch gewollt.

    Und so sieht es aus, wenn Private mit Müll Geschäfte machen: der derzeit schon laufende Betrieb darf keine Leuchtstoffröhren annehmen (Quecksilber). Wir haben diese Woche eine Leuchtstoffröhre zusammen mit leeren Farbtöpfen und CD’s dort hingebracht. Es wurde alles angenommen und in einer Halle auf einen großen Müllhaufen geworfen. Hinten in der Halle arbeitete ein Bagger mit einem Greifarm, der einen LKW belud. Geht wohl alles in die Müllverbrennung, die direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite steht.

    Das zum seriösen Recyceln…
    Wir geben noch nicht auf.
    Herzliche Grüße an alle Unterstützer*innen.
    Barbara Kern, i.A. der ‚Initiative gegen den Recyclingpark Neckartal‘

    Wer sich ab und zu weiter informieren will, hier der Link
    hundert-wasser.org/URL1521658229.html

  • An alle UnterstützerInnen dieser Petition,
    hier ein hochinteressanter Artikel für alle, die mehr über den einmaligen Travertin-Steinbruch-Lauster in Stuttgart Bad Cannstatt/ Münster erfahren wollen:

    'Ein Kulturerbe von Weltrang: für den Müll?'

    Der Journalist und Kunsthistoriker Dietrich Heißenbüttel über die Entwicklungsgeschichte des Travertin und des Mineralwassers im Raum Stgt.-Bad Cannstatt, die Bedeutung der Fossilienfunde aus den verschiedenen Warmzeiten, Funde aus früher Kulturgeschichte der Menschheit, über die für die Stadtgeschichte bedeutende Firma Lauster,
    über die Gefährdung all dessen durch den geplanten überregionalen Müllumschlagplatz -
    in: 'Schwäbische Heimat ', 2018/2

    Viele Grüße, Barbara Kern, i.A. der 'Initiative gegen den Recyclingpark Neckartal'
    Mehr Info unter: www.hundert-wasser.org/URL1521658229.html

Pro

Recycling ist wichtig, noch wichtiger ist Müllvermeidung. Bisher ist mir nicht erkennbar, dass die Stadt Stuttgart alles unternommen hat, um die Müllverursachung und die Müllmenge zu reduzieren; z.B. durch Gebührenerhöhung und Plastikverbot. Auch ist nicht erkennbar, ob die bearbeitbare Recyclingmenge auf den vorhandenen Recyclinghöfen nicht erhöht und dadurch noch weitere Jahre bewältigt werden kann; z.B. durch bessere Recycling-Prozesse und -Maschinen. Deshalb sollte die geplante Großanlage bis auf weiteres nicht realisiert werden.

Contra

Nur ein weiterer Versuch der S21-Gegner Stuttgart schlecht zu machen! Dort wird keine Müllkippe sondern ein Recyclinghof entstehen. Auf der gegenüberliegenden seite der Strasse steht ein Müllheizkraftwerk.