Sehr geehrte Frau Barth,

wir Torgauer sind gegen die geplante Erhöhung der Hundesteuer, welche rückwirkend zum 01.01.2017 in Kraft treten soll. Sie fordern eine Erhöhung für den ersten Hund von 37€ auf 60 € und für den zweiten und jeden weiteren Hund von 55€ auf 100€. Weiterhin fordern Sie die Erhöhung des Steuersatzes für gefährliche Hunde, für den ersten Hund von 258€ auf 300€ und für jeden weiteren Hund von 511€ auf 600€.

Wo, so fragen wir Sie, wenn nicht im ländlichen Raum soll man denn noch Hunde halten können? In nahezu allen europäischen Ländern wie z.B. England, Spanien, Frankreich, Schweden und Dänemark wurde die Hundesteuer längst abgeschafft. Deutschland sieht Hunde dagegen weiterhin als Luxusgut an, welches besteuert werden muss.

Die Hundesteuer trifft vor allem alte Menschen mit kleiner Rente und Menschen mit geringem Einkommen, die ungerechter Weise für ihren Hund genauso viel Steuern zahlen wie z.B. ein Manager oder Gutverdienende mit hohem Einkommen. Wieder einmal erfolgt die Stopfung der Haushaltslöcher der Stadt Torgau auf dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger. Die Erhöhung der Hundesteuer sorgt für einen großen Unmut unter den Bürgern und Ihren Wählern. Weiterhin wurde festgehalten, dass durch die Steuererhöhung die Zahl der Hunde in der Gemeinde begrenzt werden soll - aus welchem Grund? Wo sollen Ihrer Meinung nach die ganzen Hunde dann landen? Wir sind gegen die Erhöhung der Hundesteuer und das aus mehreren Gründen!

Begründung

1.Im schlimmsten Fall werden aufgrund der Erhöhung der Hundesteuer Hunde abgegeben oder ausgesetzt und landen unnötigerweise im Tierheim. Gerade Menschen mit geringem Einkommen, insbesondere Empfänger von Sozialleistungen, Rentner, Schwerbehinderte, Studenten und Alleinerziehende werden nicht mit einer Steuererhöhung in einem solchen Rahmen gerechnet haben. Ein Hund kostet nicht nur Steuern sondern auch Unterhalt in Form von Futter, Tierarztrechnungen usw. - auch diese Kosten werden stetig teurer wodurch es gerade für Menschen mit geringem Einkommen fast unmöglich wird sich einen Hund zu leisten und/ oder diesen richtig zu versorgen, wenn die Erhöhung erstmal einsetzt.

  1. Sie vergessen dabei auch, dass Hunde die Gesundheit des Menschen fördern. Hunde helfen gegen Einsamkeit, besonders bei alten und alleinstehenden Menschen ist der Hund meist das Einzige was sie noch haben. Hunde haben therapeutische und soziale Vorzüge für Kinder sowie für Erwachsene mit oder ohne Handicap. Hierfür gibt es diverse Studien, die das belegen. Möchten Sie diese Vorzüge, welche ein Hund mit sich bringt für Ihre Bürger nicht indem sie durch die Erhöhung der Hundesteuer, die Zahl der Hunde begrenzen möchten?

  2. Hundehaltung ist kein Luxus, und Hundehalter sind nicht wirtschaftlich leistungsfähiger als andere Bürger, deren kostspielige Freizeitvergnügen man nicht "an der Leine" spazieren führt. Die, die überlegen sich einen Hund anzuschaffen um diesem ein schönes zu Hause zu bieten oder um Ihrem Kind eine therapeutische Hilfe an die Seite zu stellen, verzichten unter Umständen auf die Übernahme eines Hundes aufgrund der erhöhten Hundesteuer, denn wenn die Hundesteuer erst einmal erhöht ist, wer garantiert diesen Menschen,dass sie nicht ein weiteres mal erhöht wird? Viele Menschen können (oder wollen sich aufgrund der ungewissen Zukunft) keinen Hund anschaffen, wenn sie bangen müssen, dass die Hundesteuer weiter und weiter erhöht wird.

Im Namen aller Hundehalter und im Sinne des Tierschutzes bitte ich Sie dringendst, die Erhöhung der Hundesteuer abzuwenden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Romy Schneider aus Torgau
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