Schon jetzt leidet unsere Region unter höchster Schadstoffbelastung aus dem im Vergleich zu anderen Bezirken sehr hohen Verkehrsaufkommen. Die Straßen sind voll ausgelastet und vertragen kaum zusätzlichen Verkehr.

Die Südstadt wird geschätzt als fußgänger- und radfreundliche „Stadt“ mit dörflicher Struktur, d.h. dass in fußgängiger Entfernung Infrastruktur zum Einkaufen und für Freizeit erreichbar sind.

Was allerdings jetzt am Planungshorizont auftaucht, ist auf maximale Verkehrsbelastung (vor allem für die SüdstädterInnen), möglichst viel Verbauung und immer mehr LKW Verkehr durch einen neuen Gewerbepark angelegt.

Um den geplanten Gewerbepark Palmersgründe in Wiener Neudorf (7500 geplante Arbeitsplätze) zu ermöglichen, soll auf Maria Enzersdorfer Grund parallel zur Triesterstraße eine Zu- und Abfahrtsstraße gebaut werden. Dazu braucht es eine Änderung der Flächenwidmung durch die Gemeinde. Die Koalition scheint auch das zu befürworten. Es werden damit wohl mindestens 15.000 bis 20.000 geschätzte Autobewegungen auf Maria Enzersdorfer Grund täglich dazukommen (zu den bisherigen 150.000 A2, 30.000 Triesterstraße, 15.000 Steinböckstraße). Das gilt aber nur, wenn ca. 40 % über die Öffis und Rad in den neuen Gewerbepark anfahren. Es gibt allerdings dafür kein schlüssiges Konzept für die Öffis oder Radwege. Auf unsere Frage: Welche Busse und Radwege geplant sind, wurde wie folgt geantwortet. „Die Radwege müssen sie sich dazu denken.“

Die GRÜNEN Maria Enzersdorf haben im Gemeinderat Jänner 2016 einen dringlichen Antrag für ein BürgerInnenbeteiligungsverfahren und eine Volksbefragung zum Projekt „Gewerbepark Palmersgründe“ eingebracht. Leider wurde dieser Antrag von ÖVP, Aktiven und tlw. SPÖ abgelehnt.

Begründung

Da wir für dieses Verkehrsaufkommen zu wenig Kapazität bei den öffentlichen Verkehrsmitteln haben, bedeutet dieses Großprojekt eine massive Erhöhung des KFZ-Verkehrs. Bleiben die Investitionen in den öffentlichen Verkehr aus, steigen also der Individualverkehr und damit auch die schon jetzt hohe Feinstaubbelastung massiv an. Wollen wir wie in China mit Staubmasken unterwegs sein oder noch mehr Gift inhalieren?

Wir GRÜNE setzen uns für eine Reduktion des Verkehrsaufkommens ein. Das Verkehrskonzept, das „Herry Consult GmbH“ im Auftrag der Gemeinde erstellt hat, weist uns seit Jahren den Weg zu besserer Lebensqualität: Wir können Verkehrsberuhigung, weniger Lärm und bessere Luftqualität durch mehr Anteile an Radverkehr und durch attraktivere Wege für FußgängerInnen, bessere Öffi-Anbindungen und bessere Rahmenbedingungen für E-Mobilität erreichen. Es gibt ein Konzept für einen E-Bus als Zubringer für die S-Bahn und Badnerbahn.

Wir GRÜNE setzen uns für eine Bürgerbefragung ein, ob wir in Maria Enzersdorf für einen Gewerbepark in Wr. Neudorf die Verkehrsbelastung auf uns nehmen wollen.

Wir fordern außerdem, dass die Badnerbahn-Station saniert wird. Die jetzige Koalition vertröstet die Menschen zu diesem Thema immer wieder. Wir GRÜNE streben eine Reduktion des motorisierten Durchzugsverkehrs an. Das wird uns mehr Lebensqualität und umweltfreundliche Mobilität einbringen!

Mag. Wolfgang Bernhuber, Grüner Gruppensprecher


BürgerInnenInitiative gegen Verkehrshölle in der Südstadt!

Für bessere Rad und Fusswege!

  1. Keine Widmungen für zusätzliche Verkehrsflächen in der Südstadt, die eine massive Verkehrsbelastung bringen!

  2. Keine Zu- oder Abfahrten zu den Gewerbeparkflächen westlich der Triesterstraße (Gemeindegebiet Maria Enzersdorf)!

  3. Keine Schleichwege für den Verkehr der neuen Autobahnabfahrt!

  4. Die Gemeinde Maria Enzersdorf soll sich für eine Sanierung der Badnerbahnstation einsetzen und die Radabstellanlagen an der Badberbahnstation modernisieren und ausbauen.

  5. Diesbezüglich soll der Gemeindevorstand mit der Badnerbahn (Wiener Lokalbahnen) Verhandlungen für eine möglichst rasche Modernisierung der Station aufnehmen.

  6. Damit mehr Radfahrerinnen die Badnerbahn sicher erreichen können, soll auf der Steinböckstraße beidseitig ein Radweg geschaffen werden. Es soll jede Südstädterin und jeder Südstädter gefahrlos die Badnerbahn erreichen können.

  7. Der Gemeinderat möge Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Maria Enzersdorf / Südstadt beschließen. (40er Beschränkung im Ortsgebiet)

  8. Jede Verkehrsmaßnahme, die der Gemeinderat beschließt, soll auf die Verringerung der Schadstoffbelastung, Verbesserung der Luftqualität, Verringerung der Lärmbelastung und Förderung des Öffentlichen Verkehrs und des Rad- und Fußgängeranteils abzielen.

  9. Die eventuelle Umwidmung von Grün/Gewerbefläche in Verkehrsflächen in der Südstadt für einen Gewerbepark Wr. Neudorf/Palmersgründe soll einer verbindlichen Volksbefragung unterzogen werden.


(Lizenz Foto: Herzi Pinki (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons)

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Pro

Im geplanten Gewerbepark gibt es nicht nur "Ökobetriebe". Das ist genauso unseriös wie die Behauptung der Koalition, dass die Conwert das Südstadtzentrum sanieren wird. Conwert hat das Südstadtzentrum weiterverkauft. Es gibt schon jetzt in der angrenzenden Liegenschaft LKW Logistiker Müller Transporte. Dieser freut sich über zusätzliche Zufahrten für seine LKWs, die wie alle Dieselmotoren die erlaubten Grenzwerte um das zigfache überschreiten. Die Stickoxid- und Feinstaubbelastung in der Region wird mit dem geplanten Zufahrtsstraßen weiter steigen! Die Belastung sollte gesenkt werden!

Contra

Es handelt sich bei diesem "Pamphlet" leider um eine drastische Irreführung mit falschen Informationen und Zahlen. Positive Aspekte infolge der schrittweisen Errichtung des Ökoparks (keine Industrie, nur ökologische und emissionsarme Betriebe - schade dass das von Grünen nicht erwähnt wird) werden überhaupt nicht angeführt (z.B. Arbeitsplätze, öffentliche Anbindung, Sanierung sowie endlich Barrierefreiheit der Badnerbahn-Station, Lärmschutzwand). So schlecht wurde schon lange nicht mehr recherchiert, ein Besuch bei der Verkehrskonzept-Vorstellung in Wiener Neudorf im Mai hätte genügt!