Region: Germany
Economy

Gemeinwohl-Bilanzierung für öffentliche Unternehmen

Petition is directed to
Parlament
3,342 supporters 3,231 in Germany

Petitioner did not submit the petition.

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Petitioner did not submit the petition.

  1. Launched 2021
  2. Collection finished
  3. Submitted on 27 Jul 2022
  4. Dialogue
  5. Failed

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass alle öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen, innerhalb der nächsten vier Jahre, eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen und damit aktiv ihren Beitrag zum Gemeinwohl darstellen. 
Die Gemeinwohl-Bilanz ist ein Bewertungsverfahren für Unternehmen, mit welchem messbar wird, wie hoch deren Beitrag zum Gemeinwohl ist. Hierdurch werden gemeinwohl-fördernde Kriterien als essentielle Werte in der Wirtschaft etabliert.
Die Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung hat bereits Vorschläge für Kriterien einer Gemeinwohl-Bilanzierung ausgearbeitet, welche genutzt werden können, bis die Kriterien in einem demokratischen Bürgerbeteiligungsprozess (z.B. von einem direkt gewähltem Wirtschaftskonvent) weiterentwickelt werden.
Zu diesen Kriterien gehören die Menschenwürde, Transparenz, soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Mitbestimmung und Solidarität. Diese sollen dabei gegenüber allen Berührungsgruppen (Lieferant*innen, Eigentümer*innen, Mitarbeitende, Kund*innen und Gesellschaft) betrachtet werden.
Der Deutsche Bundestag möge zudem beschließen, dass die Gemeinwohl-Bilanz den Rechtsrahmen erhält, als anerkannter Nachhaltigkeitsbericht manifestiert zu werden. Für die freiwillige Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz von privaten Unternehmen soll zudem wirtschaftspolitische Anreizmechanismen gesetzt werden. So sollen steuerliche Anreize und Maßnahmen der Wirtschaftsförderung systematisch an das Ergebnis einer Gemeinwohl-Bilanz geknüpft werden.
Die Ergebnisse der Bilanzen sind, auf den jeweiligen Websites der Unternehmen, für alle Bürger*innen einfach zugänglich zu veröffentlichen.

Reason

Der Grundsatz der neoliberalen Wirtschaftspolitik, „die Märkte“ könnten alleine alles besser regeln ist in der Pandemie widerlegt worden.
Mehr Markt, mehr Wachstum, mehr Wohlstand – das funktioniert nicht.
Covid-19, die Finanzkrise 2008 und steigende Zahlen von psychischen Erkrankungen zeigen wie zerbrechlich unser Wirtschaftssystem ist. Bereits 2012 hat eine Umfrage ergeben, dass sich 8 von 10 Deutschen ein neues Wirtschaftssystem wünschen (https://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/umfrage-deutschland-wirtschaftsordnung).
Die Forderung der Gemeinwohl-Ökonomie würde den 31 Empfehlungen, welcher der Expertenrat der Regierung für einen zügigen Umbau der Wirtschaft empfohlen hat entsprechen.
Laut Expertenrat ist das Ziel: “Unternehmen künftig nicht nur an Kapitalrendite, Jahresüberschuss und Umsatz messen zu können, sondern auch an ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Taten.”
Das dies mit der Gemeinwohl-Ökonomie schon möglich ist, zeigen mehr als 500 Unternehmen mit ihren Gemeinwohl-Bilanzen. Zudem wäre die “GWÖ” gleichzeitig Brückenbauer zur Erfüllung des UN Global Compact (UNGC) mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDGs).
Der Wirtschaft und Sozialausschuss der EU hat sich bereits 2015 mit großer Mehrheit für die “GWÖ” ausgesprochen. Dieses ethische Wirtschaftsmodell entspreche europäischen Werten und gesellschaftlicher Verantwortung. Es solle in europäische sowie einzelstaatliche Rechtsrahmen aufgenommen werden (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A52015IE2060).
Die Gemeinwohl-Ökonomie fördert und belohnt dieselben Werte, die auch unsere menschlichen Beziehungen gelingen lassen: Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität, gegenseitige Hilfe und Teilen. Laut wissenschaftlicher Forschung werden Menschen in einem solchen Anreizrahmen stärker motiviert als durch Konkurrenz, Egoismus und Angst.
Dies bedeutet auch eine neue Definition von Erfolg. Erfolgreich sollen nicht mehr die sein, welche die höchsten Gewinne erzielen sondern diejenigen, welche den größtmöglichen Beitrag zum Gemeinwohl - also dem Wohl aller - leisten. Die Premieministerin Neuseelands sagte dazu: “Eine Wirtschaft, die auf Kosten ihrer Bevölkerung wachse und Menschen zurücklasse, werde am Ende niemanden nützen.” Genau das ist das Problem. Der von Adam Smith behauptete Automatismus, dass für alle gesorgt sei, wenn jede*r für sich selbst sorge, existiert nicht.
Ein höherer Finanzgewinn – heute gleichgesetzt mit Erfolg – sagt nichts darüber aus, ob das Unternehmen die gesamtgesellschaftliche Lebensqualität erhöht, den Wohlstand mehrt oder mehr Bedürfnisse befriedigt. Diesen Zusammenhang kann es geben, muss es aber nicht. Ein höherer Finanzgewinn eines Unternehmens kann genauso gut mit dem Verlust an Lebensqualität einhergehen, mit einer Minderung des allgemeinen Wohlstandes, mit der Verletzung der Menschenwürde und mit der Zerstörung von Umwelt und Arbeitsplätzen. Deshalb sollten wir das, was wir von Unternehmen erwarten (Gemeinwohl-Förderung), direkt messen anstatt über einen Umweg (Finanzgewinn), der viel zu aussageschwach ist für das eigentliche Ziel.
Um diese humanen Werte umzusetzen und zu messen gibt es die Gemeinwohl-Bilanz. Die Gemeinwohl-Matrix veranschaulicht übersichtlich nach welchem Prinzip eine Gemeinwohl-Bilanz aufgestellt wird: https://www.ecogood.org/de/unsere-arbeit/gemeinwohl-bilanz/gemeinwohl-matrix/
Die Gemeinwohl-Bilanz soll als Grundlage dienen Unternehmen, die besonders umweltbewusst, sozial, transparent etc. wirtschaften, rechtliche Vorteile zu verschaffen. Aktuell haben gemeinwohlorientierte Unternehmen Nachteile, da ihre bewusstere Wirtschaftsweise (die Schonung der Natur, mehr Solidarität und Mitbestimmung, etc.) höhere Kosten verursacht. 
Geeignete Förderinstrumente stehen schon heute zur Verfügung, sie müssten nur konsequent für Gemeinwohl-Leistungen vergeben werden:
- niedrigerer Mehrwertsteuersatz, - Vorrang bei öffentlichem Einkauf und Auftragsvergabe, - Forschungskooperationen mit öffentlichen Universitäten, - direkte öffentliche Förderungen - etc.
Ohne eine drastische Umpolung unseres Wirtschaftssystems hin zu Werten der Würde, können wir weder soziale Gerechtigkeit erreichen, noch die Klimakrise bewältigen.
Jetzt liegt es an jedem von uns die Gemeinwohl-Ökonomie zu etablieren.
Vertiefende Einblicke in die Gemeinwohl-Ökonomie sind in dem Buch von dem Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie Christian Felber oder auf der Website https://web.ecogood.org/de/ nachzulesen.

Thank you for your support, Jutta Hieronymus from Berlin
Question to the initiator

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News

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach Ende der Unterschriftensammlung keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass die Petition nicht eingereicht oder übergeben wurde.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Liebe Unterstützende,

    schlechte Nachrichten: Der Petitionsausschuss hat über das Anliegen der Petition beraten. Der Petition konnte nicht entsprochen werden. Die Stellungnahme finden Sie im Anhang.

    Beste Grüße
    das openPetition-Team


  • openPetition hat die von Ihnen unterstützte Petition offiziell im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht. Jetzt ist die Politik dran: Über Mitteilungen des Petitionsausschusses werden wir Sie auf dem Laufenden halten und transparent in den Petitionsneuigkeiten veröffentlichen.

    Als Bürgerlobby vertreten wir die Interessen von Bürgerinnen und Bürgern. Petitionen, die auf unserer Plattform starten, sollen einen formalen Beteiligungsprozess anstoßen. Deswegen helfen wir unseren Petenten, dass ihre Anliegen eingereicht und behandelt werden.


    Mit besten Grüßen,
    das Team von openPetition

weil die GWÖ die Chance bietet auf notwendiges globales Umdenken und Umlenken

Was sich von selbst verstehen muss, darf nicht als besondere Leistung gefeiert werden. Das Anliegen, die wirtschaftsbestimmende Profitgier mittels Belohnungssystem für die "Guten" weniger destruktiv zu machen, ist löblich, aber die blinde Gewinnorientierung durch Extra-Preise umlenken zu wollen, wird an ihrem Wesen nichts ändern. Anstatt zu versuchen, die Preise für Menschenwürde, Tierwohl und letztlich unseres unbezahlbaren Planeten mit Subventionen zu überbieten, sollte selbstverständlich sein, dass zur Verantwortung gezogen wird, wer an diesen Dingen Raubbau betreibt.

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