Wir fordern die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD auf, sich noch im ersten Halbjahr 2019 auf die Einführung einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung zu einigen. Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die nur geringe Rentenansprüche haben, obwohl sie jahrzehntelang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, muss die Rente aufgewertet werden. Nur so kann verhindert werden, dass sie im Alter in die Grundsicherung fallen.

Eine Bedürftigkeitsprüfung lehnen wir ab: Es geht darum, die Lebensleistung der Menschen zu würdigen und sie vor Altersarmut zu schützen – nach einem langen Arbeitsleben muss ihnen der Gang zum Grundsicherungsamt erspart bleiben.

Mit einer Grundrente wird das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt – und die Lebensleistung der arbeitenden, erziehenden und pflegenden Menschen endlich wieder anerkannt.

Reason

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine starke gesetzliche Rentenversicherung. Die Vorschläge von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur Grundrente leisten hierzu einen guten Beitrag. Von ihrer Rente müssen Menschen auch dann in Würde leben können, wenn sie während ihrer Erwerbstätigkeit zu geringen Löhnen oder in Teilzeit gearbeitet haben oder zeitweise arbeitslos waren. Parallel dazu muss auch das Rentenniveau dauerhaft stabilisiert und in einem weiteren Schritt angehoben werden.

Wenn Bundesregierung und Bundestag weiter nur diskutieren statt endlich zu handeln und gegenzusteuern, werden immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen sein. Deshalb unterstützen wir den vorliegenden Vorschlag zur Grundrente. Er greift langjährige Forderungen von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden auf und wäre ein echter Beitrag, um den sozialen Zusammenhalt in Deutschland zu stärken. Denn von der Grundrente haben sowohl diejenigen etwas, die schon Rente beziehen als auch die, die neu in Rente gehen. Die wichtige Botschaft: langjährige Beitragszahlung zahlt sich am Ende auch für diejenigen aus, die zu niedrigen Löhnen gearbeitet haben. Die Grundrente ist auch ein deutliches Signal an die jüngere Generation, dass sie sich auf die gesetzliche Rente verlassen kann. Wir appellieren daher an die Koalition, sich im Interesse von Millionen von Menschen endlich auf die Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung zu einigen.

News

  • Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner unserer Online-Petition "Grundrente jetzt!",

    am Wochenende hat der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD getagt. Eine Einigung zur Grundrente gab es leider nicht.

    CDU und CSU bestehen weiterhin auf die "Bedürftigkeitsprüfung". Warum wir gegen eine Bedürftigkeitsprüfung sind, können Sie noch einmal hier nachlesen: www.dgb.de/-/ZiP

    Im Vorfeld des Koalitionsausschusses haben wir uns, mit rund 40.000 Unterschriften aus der Online-Petition im Rücken, schriftlich an die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gewandt: Unsere persönliche "Renteninformation 2019" für Frau Kramp-Karrenbauer enthielt ein Schreiben unseres DGB-Vorstandsmitglieds Annelie Buntenbach.

    Hier das Schreiben im Wortlaut:

    "Sehr... weiter

pro

Die gesetzliche Sozialversicherungsnummer dürfte -im übertragenen Sinne- DIE wichtigste Wertpapierkennnummer ("WKN") für ein tatsächlich funktionierendes Sozialversicherungssystem sein mit einer wirklich tragfähigen Zukunftsvorsorge bei Erwerbsunfähigkeit oder Alter. Insbesondere der überbordende Niedriglohnsektor führte aber dazu, dass zu viele Menschen einfach zu wenig verdienen, damit der "SICHERSHEITSGURT starke gesetzliche Rentenversicherung" noch funktionieren kann. Auch die Veruntreuung von Rentenbeiträgen schwächte systematisch den "SICHERSHEITSGURT" - also ist nun gegensteuern dran.

contra

Deutschland, das wirtschaftsstärkste Land in Europa gewährt seinen Rentnerinnen und Rentnern gerade mal 50% des Nettoeinkommens im Arbeitsleben. Der Durchschnitt der EU Staaten beträgt 70%, in Frankreich sind es 75%, in Österreich 90%, in 9 weiteren EU-Ländern zwischen 80% und 100%. Nach einem langen Arbeitsleben mit Sozialhilfe abgespeist zu werden, ist grausam und unerträglich. Mindestrente über der Armutsschwelle – aktuell: 1.050 € Erwerbstätigenversicherung – Alle in eine Versicherung, Renten für alle nach gleichen Regeln Beamte und Politiker, Selbstständige und Freiberufler sowie sozial