Environment

Hände weg vom Auberg

Petition is directed to
Oberbürgermeister Ulrich Scholten
1.956 Supporters 1.440 in Mülheim an der Ruhr
90% from 1.600 for quorum
  1. Launched January 2020
  2. Time remaining 5 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
I agree to the storage and processing of my personal data. The petitioner can see name and place and forward this information to the recipient. I can withdraw my consent at any time.

Die Stadt Mülheim berät zurzeit über die Frage, wie und wo in der Stadt Mülheim neue Gewerbegebiete erschlossen werden können. Im Gespräch aufgrund eines Konzeptes der Mülheim und Business GmbH sind dabei auch Flächen in Landschaftsschutzgebieten, so unter anderem 10 ha im Landschaftsschutzgebiet am Auberg. Hier sollen bestehende landwirtschaftliche Flächen in Gewerbeflächen umgewidmet werden.

Um wertvolle Grünflächen zu unterhalten müssen vorhandene, ungenutzte Gewerbeflächen reaktiviert werden. Die Verwaltung muss ihre Bemühungen in diese Richtung lenken!

Reason

Die von der Stadt ausgewählten Flächen im Auberg sind elementar für das Klima Mülheims. Hier bildet sich in heißen Sommern, welche verstärkt auftreten werden, Kaltluft, welche die Situation für die Bewohner der Stadt erträglicher macht.

Die Fläche am Auberg befindet sich direkt am Rande des Waldes und des Naturschutzgebietes. Diese haben deutlich weniger ökologischen Nutzen, wenn in den Randgebieten Bebauung, insbesondere ökologisch wertloses Gewerbegebiet entsteht. In unmittelbarer Nähe zum geplanten Gewerbegebiet brütet seit vielen Jahren ein Habichtspärchen. Der Baum mit dem Habichtshorst befindet lediglich wenige Meter vom geplanten Gewerbegebiet entfernt. Insbesondere der Waldrand ist ein wichtiges Jagdgebiet für den Habicht, welcher sich vornehmlich von anderen Vögeln ernährt. Auch viele andere geschützte Tierarten kommen in unmittelbarer Umgebung vor, so der Uhu, Rotmilan und verschiedene einheimische Lurche wie Berg- und Teichmolch, Feuersalamander, Grasfrosch und Erdkröte. Insbesondere für die beiden Molcharten befinden sich Kleinstgewässer zum Laichen in unmittelbarer Umgebung. Auch auf die Fledermausarten im angrenzenden Wald sei hingewiesen. Diese benötigen nicht lediglich Räume und Höhlen im angerenzenden Wald, sondern auch Freiflächen für die Insekten Jagd. Genau diese Flächen würden durch die Ausweitung des Gewerbegebietes an der Solinger Straße unwiederbringlich verloren gehen.

Vor allem erscheint die Ansiedlung des Gewerbegebietes im Auberg vor folgendem Hintergrund geradezu abstrus: In unmittelbarer Nähe, im angrenzenden Gewerbegebiet an der Solinger Straße, stehen Gewerbeflächen leer. Diese sind aus Sicht der Mülheim und Business GmbH zu alt und daher nicht attraktiv. Man hat nicht einmal beim Eigentümer nachgefragt, ob diese erworben oder an die angeblich so zahlreichen Interessenten verpachtet werden können. Offensichtlich ist geplant, neben den alten, leer stehenden Gewerbeflächen neue zu schaffen und die alten weiter vergammeln zu lassen. Wie dies unter Umwelt- und Bodenschutzgesichtspunkten auch nur im Betracht gezogen werden kann, ist nicht nur zweifelhaft, sondern zeigt die Ignoranz der Verantwortlichen gegenüber der Natur und der aktuellen Diskussion darüber, wie wichtig und drängend Landschafts-, Natur- und Klimaschutz ist.

Die Politik der Stadt Mülheim scheint jedoch auf derartige Belange keine Rücksicht nehmen zu wollen bzw. diese schlichtweg nicht ernst zu nehmen. Beispielhaft wird dies an der Äußerung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Spliethoff in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 14.01.2020. Er hat dort gesagt, man wolle keine „CO2 Schleudern“ (WAZ v. 15.01.2020). Offensichtlich ist dem Fraktionsvorsitzenden in keiner Weise der Zusammenhang von Flächenverbrauch und CO2-Reduktion bekannt. Es geht eben nicht darum, ob durch das auf den neu entstehenden Gewerbegebieten anzusiedelnde Gewerbe CO2 freigesetzt, sondern darum, dass Flächen zerstört werden, welche in der Lage sind CO2 zu binden. Das Binden von CO2 ist ein ebenso wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, wie die Vermeidung von CO2.

Ein weiteres Ausschussmitglied äußerte in der gleichen Sitzung, ein gut strukturiertes Gewerbegebiet könne für eine hohe Diversität sorgen. Es bleibt schleierhaft, welche Tier- und Pflanzenarten sich in dem Gewerbegebiet ansiedeln sollen, mit Ausnahme der Loriot‘schen Steinlaus. Darüber hinaus ist die Äußerung des Fraktionsvorsitzenden Spliethoff, ein „Gewerbegebiet sei besser als ein Glyphosatverseuchter Acker“ entlarvend. Offensichtlich kann er nicht vorstellen, dass Flächen einfach naturbelassen bleiben können oder eine Landwirtschaft ohne Glyphosat betrieben werden kann.

Die Art und Weise, wie sorg- und verantwortungslos mit wertvollen Grünflächen umgegangen wird, zeigt, dass die Problematik von den Verantwortlichen in der Stadt Mülheim nicht verstanden wird. Es wird stetig nach dem Motto vorgegangen ‚ein klein bisschen weniger Grünfläche wird schon nicht schaden‘. Diese Vorgehensweise hat jedoch zu den heutigen, drängenden Problemen beigetragen, sowohl was den Klimawandel, als auch die Biodiversität sowie die stadtklimatischen Bedingungen betreffen. Es ist eben nicht vorhersehbar, inwieweit kleinflächige Versiegelungen irgendwann dazu führen, dass das komplette System kippt und die Kaltluftversorgung der Stadt nicht mehr ausreichend ist oder das Biotop soweit geschädigt und eingeengt ist, dass dort geschützte und seltene Tier- und Pflanzenarten eben nicht mehr überleben können.

Eine verantwortungsvolle Stadtentwicklung muss die gesellschaftlichen Herausforderungen und den Schutz der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen im Blick haben. Leider hat es den Anschein, dass die eindimensionale Mülheimer Politik diese komplexe Aufgabe nicht erfasst.

Thank you for your support, Max Schulte gen. Kellermann from Mülheim an der Ruhr
Question to the initiator

Translate this petition now

new language version

News

Nach Angaben des Regionalverbandes Ruhr, welcher im Auftrag der Ruhrgebietskommunen Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung der Ruhrgebietsstädte erstellt, wird für die Stadt Mülheim bis zum Jahr 2035 ein Bevölkerungsrückgang von 10% (d.h. ca. 18.000 Bürger) und für den Anteil der arbeitenden Bevölkerungsgruppe (Altersgruppe: 18 - 65 Jahren) gar ein Rückgang von 15% prognostiziert. Auf welcher Grundlage hieraus ein deutlicher Mehrbedarf an Gewerbeflächen erkennbar sein soll, erscheint aus Sicht der vorausschauenden Planung und des Klimaschutzes als völlig unsubstantiiert.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 17 hours ago

    Gewerbegebiete auf dem Auberg oder Umgebung braucht kein Mensch und ich lehne dieses in jeder Form entschieden ab! Wir erleben aktuell ein Artensterben wie zuletzt zur Zeit der Dinosaurier; hier und jetzt muss umdenken und handeln geschehen. Es gibt keine 2te Chance, kein 'ich wollte doch nur, wusste doch nicht' und nur diese eine Welt - für uns alle.

  • Not public Mülheim

    2 days ago

    Weil die Natur geschützt wird.

  • Not public Mülheim

    3 days ago

    Es ist unfassbar, wie in Mülheim an der Ruhr die Natur immer wieder mit Füßen getreten wird zugunsten von Kommerz. Ich als Bürger habe die Nase voll davon, dass immer mehr Grün- und Erholungsflächen mit Beton verdichtet werden. Dies gilt nicht nur diesem Vorhaben, sondern auch in anderen Bereichen wie Wohnbebauung hinter OCÉ, Tilsiter Str., Oesterwindweg/Steinknappen, Wasserturm.

  • 5 days ago

    Jede Grünfläche, insbesondere naturbelassene, leisten einen unwiederbringlichen Beitrag zum Erhalt einer gesunden Umwelt. Eine intakte gesunde Umwelt ist wichtig für das Wohlbefinden der Bürger und bietet den noch verbliebenen Wildtieren eine letzte Zuflucht. Eine Bebauung des Geländes, egal in welcher Form, und die damit zwingend einhergehende endgültige Zerstörung des Natur- und Landschaftsschutzgebietes würde bedeuten, dass wertvolle Flächen und Schutzräume für Tiere und Pflanzen verloren gingen. Die Tiere würden vertrieben bzw. sogar getötet. Deswegen muss das Natur- und Landschaftsschutzgebiet zwischen Mülheim-Selbeck und Ratingen-Breitscheid auch in Zukunft unverändert erhalten bleiben.

  • 5 days ago

    Landschaftsschutzgebiete sollten unbedingt erhalten bleiben. Es ist nicht akzeptabel, dass diese Zugunsten von Profit zerstört werden.

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages.

Signing widget for your own website

API (interface)

/petition/online/haende-weg-vom-auberg/votes
Description
Number of signatures on openPetition and, if applicable, external pages.
HTTP method
GET
Return format
JSON

More on the topic Environment

Help us to strengthen citizen participation. We want your petition to get attention and stay independent.

Donate now