Lärmschutzwand Marshallstraße – so nicht!

Was ist passiert? Hintergrund:

In den letzten drei Wochen sind durch den Investor des Bauprojekts für Luxuswohnungen "Fünf Morgen" auf dem landeseigenen Gelände der Jugendfreizeiteinrichtung G. Marshall in der Marshallstraße in Dahlem drei jeweils fünf Meter hohe Lärmschutzwände gebaut worden, um die zukünftigen Bewohner vor „Kinderlärm“ zu schützen. Grund für den Bau ist die Sorge des Baustadtrats Norbert Schmidt (CDU), dass die Bewohner vielleicht in Zukunft gegen den Betrieb einer Skater-Anlage auf dem Gelände der Jugendfreizeit- einrichtung klagen könnten. Diese Anlage wird durch beim Bezirk angestellte Erzieher betreut und täglich nur von 15:00 bis 20 h durch einige Kinder und Jugendliche genutzt. In der restlichen Zeit sind die Tore verschlossen. Von den Anwohnern der angrenzenden Häuser gab es bisher weder Beschwerden noch Klagen. Diese Häuser sind z. T. erst in den vergangenen Jahren gebaut worden und stehen deutlich näher an der Skater-Bahn. Für diese Bewohner wurden durch den Bezirk keine vorauseilenden Maßnahmen zum Lärmschutz unternommen. Bisher stand Steglitz-Zehlendorf für ein Angebot an Wohnraum, Gewerbeflächen, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, die die Bedürfnisse aller gesellschaftlichen Schichten erfüllen. In den letzten Jahren sind fast ausschließlich Projekte genehmigt worden, die eine vermeintliche Luxus-Klientel bedienen sollen. Beispiele hierfür sind vermehrt private Kitas mit hoher Zuzahlung, exklusive Fitness-Studios und nicht zu vergessen das Ärztehaus und das neue Quartier am Schlachtensee. Die Ausrichtung und die Zielgruppen dieser Projekte spiegeln sich nicht zuletzt in ihrer Namensnennung wieder: Dahlem Paradise, Dahlem Garden, Oskar-Helene-Park und Fünf Morgen! Durch die Entscheidungen der Baubehörde wird der durch § 34 Baugesetzbuch gesetzte Rahmen überdehnt. Flächen werden maximal ausgenutzt, Villen müssen renditestarken Luxuswohnungen weichen und bezahlbarer Wohnraum für Mieter entsteht seit langem nicht mehr. Daraus folgt eine Entwicklung, die an den Bedürfnissen und Vorstellung einer Vielzahl von Bewohnern des Bezirks vorbeigeht. Durch sie werden soziale, städtebauliche und ästhetische Tatsachen geschaffen, die die gewachsene Struktur und das Gleichgewicht in Steglitz-Zehlendorf stören, wenn nicht sogar zerstören. Wir leben gern in unserem Bezirk und stehen für seine Vielfalt aus Villen und Sozial-wohnungen. Diese Vielfalt und ein offenes, respektvolles und tolerantes Miteinander wollen wir fördern. Da die aus unserer Sicht zu schnelle und administrativ schlechte Planung für "Fünf Morgen" nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, müssen jetzt Wege gefunden werden, wie bisherige Bewohner des Marshall-Kiez und die Nutzer der Freizeiteinrichtungen und die zukünftigen Bewohner miteinander und nicht durch fünf Meter hohe Wände getrennt voneinander leben können. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter: laermschutzwanddahlem.wordpress.com/

Begründung

Wir sind Anwohner und Eltern einer Kita und angrenzender Schulen und haben ein Aktionsbündnis gegründet. Das Aktionsbündnis „Gegen Lärmschutzwände in Dahlem" ist überparteilich und offen für Bürger und Institutionen, die den Bau von Lärmschutzwänden gegen „Kinderlärm" für das falsche gesellschaftspolitische Signal und für eine verfehlte stadtplanerische Maßnahme halten. Wir beobachten seit längerem mit großer Sorge, wie der Bezirk Steglitz-Zehlendorf durch bauplanerische Entscheidungen seinen einzigartigen Charakter zu verliere droht.

Was ist unser Ziel? Die Lärmschutzwände sind ohne die Beteiligung der Betroffenen durch die Verwaltung beschlossen und durch den Investor errichtet worden. Sie sind unverhältnismäßig, kinderfeindlich und ungerecht.

Daher fordern wird den vollständigen Rückbau.

Angesichts der Vielzahl von Spiel- und Freizeitflächen in Berlin, die mitten in Wohngebieten liegen, darf diese Art von Politik gegenüber Kindern und Jugendlichen nicht gängige Praxis werden. Davon könnte auch jede Freizeitanlage für Erwachsene wie z.B. Tennisplätze betroffen sein!

Die Mehrheit der Bürger darf nicht durch Bedürfnisse weniger Anwohner in ihrer Lebensgestaltung beeinträchtigt werden, nur weil diese exclusiven Wohnraum mitten im Stadtgebiet wünschen!Es muss deutlich gemacht werden, dass die Mehrzahl der Berliner so ein Miteinander nicht möchte!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterzeichner,

    die Petition im Internet ist beendet, im Winter haben CDU und Grüne in der BVV einen Antrag von SPD und Piraten die unserem Einwohnerantrag entsprochen hat abgelehnt. Von daher laufen unseren beiden Einwohneranträge weiter und es werden auf Papier weiter Unterschriften gesammelt. Sollte es Ergebnisse/ Erfolge geben, melde ich mich über den Blog. Grüße CZander

  • Liebe Leser,

    ich wünsche Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Die Online-Petition ist abgelaufen, aber wir sammeln weiter Unterschriften auf unseren Papierlisten. Nicht jetzt, aber im Januar 15 geht es wieder los. Dieses ist auch notwendig, denn ganz schnell und ratzfatz hat die Zählergemeinschaft von CDU und Grüne den Antrag der SPD/ Piraten, dass JFH in den B-Plan 6-22 aufzunehmen abgelehnt. Dieses hätte das JFH vor (Lärm-)Klagen geschützt, das wäre eine Alternative zur Lärmschutzwand! Folgend der Text von der BVV-Seite. Link:
    www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5039&options=4

    TEXT vom Link:

    "Drucksache - 1003/IV (neu)

    Betreff: Erweiterung des Bebauungsplanes 6-22 auf die Jugendfreizeiteinrichtung G. Marshall
    Status: öffentlich Aktenzeichen: 705
    Ursprung aktuell
    Initiator: SPD-Fraktion SPD- und Piraten-Fraktion
    Verfasser: 1. Buchta, Semler
    2. Lüders
    Drucksache-Art: Antrag Beschluss
    Beratungsfolge:

    Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf von Berlin Vorberatung
    17.09.2014

    30. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf von Berlin überwiesen

    Stadtplanungsausschuss Empfehlung
    07.10.2014

    34. öffentliche Sitzung des Stadtplanungsausschusses vertagt

    04.11.2014

    35. öffentliche Sitzung des Stadtplanungsausschusses im Ausschuss abgelehnt


    Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf von Berlin Entscheidung
    12.11.2014

    32. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf von Berlin in der BVV abgelehnt

    Anlagen:
    1. Ursprungsantrag vom 08.09.2014
    2. Beitritt Piraten vom 16.09.2014
    3. BE Stapl vom 04.11.2014
    4. Beschluss vom 12.11.2014

    Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

    Das Bezirksamt wird ersucht, den Geltungsbereich des Bebauungsplans 6-22 auf die Jugendfreizeiteinrichtung G. Marshall zu erweitern und somit die zugehörigen Außenflächen für die Jugendnutzung abzusichern.

    Begründung:
    Nur eine Festschreibung für die Jugendnutzung durch Ausweitung des Bebauungsplanes der Truman Plaza auf die Jugendfreizeiteinrichtung Marshall kann wirklich verlässliche Rechtssicherheit für die Jugendfreizeiteinrichtung und ihre Außenanlagen schaffen.

    Berlin Steglitz-Zehlendorf, den 08. September 2014

    Für die SPD-Fraktion Für die Piraten-Fraktion
    Buchta Semler Lüders



    ---
    Der Antrag wurde am 04.11.2014 in der 35. Sitzung des Stadtplanungsausschusses beraten und bei einer Abstimmung mit 5 Ja-Stimmen und 10 Nein-Stimmen bei keiner Enthaltung abgelehnt.

    Der Bezirksverordnetenversammlung wird die Ablehnung des Antrags empfohlen.

    Hippe

    Ausschussvorsitzender
    ---
    Die BVV hat in ihrer 32. Sitzung am 12.11.2014 beschlossen:

    Der Antrag ist abgelehnt.

    Rögner-Francke

    Bezirksverordnetenvorsteher

  • Und nun noch schnell der aktuelle Stand:
    der Antrag der SPD und der Piraten, das JFH und die Freizeitanlage in den Bauplan 6-22 Truman Plaza mit aufzunehmen wurde von der BVV in den Stadtplanungsausschuss verlegt. Dort warfen CDU und Grünen den Piraten und der SPD Populismus und andere Dinge vor, jetzt wird weiter diskutiert...aber so wie es aussieht, werden CDU und Grüne den Antrag ablehnen . Grüße Christiane Zander

    Info von der Internetseite der SPD Stegl.-Zehlend. am 09.10.14:

    www.spd-suedwest.de/show/6726524.html

    Jugendliche auf Spiel-, Sport- und Bolzplätzen sind keine Lärmemission

    Die SPD-Mitglieder des Abgeordnetenhauses, die von der SPD entsendeten Mitglieder im Senat, die SPD-Mitglieder des deutschen Bundestages und die SPD-Mitglieder der Bundesregierung sollen sich dafür einsetzen, dass das Landesemissionsschutzgesetz Berlin sowie das Bundesemissionsgesetz so verändert werden, so dass nicht nur der "Lärm" von Kindern, sondern auch der "Lärm" von Jugendlichen auf Spiel-, Sport- und Bolzplätzen keine Lärmemission ist und somit zu dulden ist.

    Gleichzeitig werden die von der SPD entsendeten Mitglieder im Senat von Berlin aufgefordert, eine Initiative über den Bundesrat zu starten, die den § 22 Abs. 1a BImschG* entsprechend neu fasst.

    Begründung:

    Es häufen sich immer wieder Klagen gegen Lärm von Spiel-, Sport- und Bolzplätzen. Der Schutz des Kinderlärms greift zu kurz und ist daher auf Jugendliche sowie auf die Nutzung von Sportanlagen auszuweiten.

    Lärm von Kindern und Heranwachsenden ist daher zu dulden und darf nicht Mittelpunkt juristischer Auseinandersetzungen werden. Es stellt jedoch keinen Freibrief für Lärm an Tagesrand- und Nachtzeiten da. Das Gebot der Rücksichtnahme ist Voraussetzung für ein Miteinander in der Gesellschaft.

    Beschlossen auf der KDV am 09.10.2014.

Pro

Die Ursprung und die Neumodellage des ehemaligen Baseballplatzes am Waldfriedhof war schon albern.selbst da wurde schon die chance auf einen etwas neueren spielplatz vertan.ansonsten gibts hier nix,nur die Privaten und naturlich der Witz im Fischtal.wenn jetzt noch solch eine Mauer hier durchkommt ist hellersdorf noch toller und sogar billiger.die nobelkinder wollen sicher auch mal normal spielen.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.