• Von: Friederike Menzel mehr
  • An: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Tierschutz mehr
  • Status: Petition in Zeichnung
  • 97 Tage verbleibend
  • 141 Unterstützer
    121 in Deutschland
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Herr Bundeslandwirtschaftsminister: Stoppen Sie die Ausbeutung trächtiger Stuten in Südamerika

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Der Schweizer Tierschutzbund entdeckte Farmen in Argentinien und Uruguay, auf denen Stuten systematisch gequält werden, um ein Hormon zu produzieren, welches in Deutschland v.a. in der Ferkelproduktion eingesetzt wird. Ziel dieser Petition ist ein Verbot für den Import, Vertrieb und Einsatz des Hormons in Deutschland.

Begründung:

Warum werden Stuten für die Hormongewinnung genutzt?
Aufgrund einer sehr langen Trächtigkeitsdauer produzieren Stuten während der Schwangerschaft ein besonderes Hormon – das Pregnant Mare Serum Gonadotropin (PMSG) – auch bekannt unter dem Namen equines Choriongonadotropin (eCG). Besonders wichtig ist das Hormon zwischen dem 38. und 130. Trächtigkeitstag für die Aufrechterhaltung der Trächtigkeit, weshalb sich in dieser Zeit eine hohe Konzentration im Blut der Stuten befindet.

Wie erfolgt die Hormongewinnung?
Zwischen dem 38. und 130. Trächtigkeitstag werden die Stuten wöchentlich zu einem Stall getrieben und gelangen über Treibgänge der Reihe nach in eine Fixierbox. Allein diese Prozedur ist für die Stuten mit sehr viel Leid verbunden, da die Tiere nicht an den Kontakt mit Menschen gewöhnt sind und als Fluchttiere entsprechend panisch reagieren. Um sie ruhig zu stellen, werden die Tiere mit Holzscheiten und Peitschen geschlagen, dies auch vermehrt auf den Kopf und ins Gesicht, sodass einige Tiere stark benommen sind. Für diese Prügelszenen gibt es Videobeweise. Damit nicht genug - die eigentliche Qual beginnt in der Fixierbox: Es wird ein Zugang gelegt und innerhalb von 10 Minuten ca. 10 Liter Blut abgenommen. Dies entspricht etwa 25% der gesamten Blutmenge der Tiere. Dadurch extrem geschwächt, werden die Stuten, z.T. wieder gewaltsam, aus der Fixierbox getrieben und sind dann in diesem Zustand auf sich allein gestellt. Die Folgen der Abnahme solcher hohen Blutmengen sind ein hoher Verlust an Flüssigkeit, roten Blutkörperchen und Proteinen, was bei wiederholter Durchführung zu Schwäche, Abmagerung, Muskelschwund, Blutanämie und im Extremfall zum Tod führt. Produzieren die Stuten kein PMSG mehr, wird nach Aussagen einiger Arbeiter mechanisch abgetrieben, falls der Fötus nicht schon in Folge der Blutabnahme gestorben ist. Die Fehlgeburt müssen die Tiere allein, d.h. ohne tierärztliche Betreuung bewältigen, wodurch nicht ausgeschlossen ist, dass die Tiere auch dabei qualvoll zu Tode kommen. Werden die Stuten nicht mehr tragend, werden sie u.a. an EU-zertifizierte Schlachthöfe verkauft.
Der folgende Link führt zum ausführlichen Bericht des Schweizer Tierschutzbundes über die Hormongewinnung in Südamerika:
tierschutzbund-zuerich.ch/fileadmin/DATEIEN/awf/Bericht-Hefte/Tierschutzbund_Bericht_9-2015_Web.pdf

Wozu wird das Hormon in der Ferkelproduktion benötigt?
Die Ferkelproduktion wird größtenteils in festen wöchentlichen Rhythmen durchgeführt. Dafür müssen die Sexualzyklen aller Sauen synchronisiert werden. Mit der Hormongabe wird der Zyklusstart stimuliert, wodurch alle Sauen zur gleichen Zeit besamt werden können und in einem engen Zeitfenster gleichzeitig abferkeln. Alle Arbeitsgänge können exakt geplant werden, MitarbeiterInnen können an den gleichen Tagen die gleichen Arbeiten erledigen und zeitaufwändige Tätigkeiten müssen nicht am Wochenende durchgeführt werden. Insgesamt wird Arbeitszeit, v.a. für die Tierbeobachtung während der Brunst, eingespart.

Gibt es Alternativen?
Ja. Nicht alle Betriebe benötigen bzw. verwenden Hormone, um den Sexualzyklus der Sauen zu synchronisieren – es geht demnach auch ohne. Ein angepasstes Licht- und Fütterungsregime, sowie Eberkontakt werden in diesen Betrieben genutzt, um den Zyklus der Sauen gleichzeitig zu starten. Diese Art der Synchronisierung benötigt mehr Zeit für die Tierbeobachtung und für die Geburtshilfe (die Sauen ferkeln in einem größeren Zeitfenster ab). Wenn Betriebe nicht auf die hormonelle Steuerung verzichten wollen bzw. können, gibt es zudem den synthetisch hergestellten Wirkstoff Peforelin, welcher nach Versuchen von Lau und Viebahn gleichermaßen erfolgreich wirkt:

Lau (2010):
Brunsteintritt (Tage): 4,5-4,7 bei Peforelin zu 4,4-4,5 bei PMSG
Brunstdauer (Stunden): 40,5-42,5 bei Peforelin zu 42,5-43,5 bei PMSG
Trächtigkeitsrate (%): 89,8-90,7 bei Peforelin zu 88,4-91,3 bei PMSG
Geborene Ferkel/Wurf: 11,8-12,2 bei Peforelin zu 12,1-12,3 bei PMSG

Viebahn (2009):
Östrusrate (%): 95,1 bei Peforelin zu 96,3 bei PMSG
Abferkelrate (%): 96,6 bei Peforelin zu 97,1 bei PMSG
Ferkelindex: 1082 bei Peforelin zu 1105 bei PMSG
Geborene Ferkel/Wurf: 11,7 bei Peforelin zu 12,0 bei PMSG

Der Einsatz eines Hormons, welches unter so schrecklichen Bedingungen produziert wird, muss gestoppt werden. Die aufgeführten Alternativen erlauben eine gute Durchsetzbarkeit eines Verbots. Deutschland sollte hier die Möglichkeit ergreifen, als gutes Vorbild voranzugehen.

Quellen:
Lau, H. (2010): Zyklusstarter im Praxisvergleich. In: DLZ, Sonderheft Primus Schwein, Ausgabe 11/2010, S. 28-31.
Viebahn, S. (2009): Vorstellung eines neuen Releasinghormons für die Brunststimulation bei Sauen. Vortrag auf dem Informationstag PORKUSS: „Ferkelproduktion – höchstes Niveau anstreben“. Hotel Am Erzengel, Bocholt, 07.01.2009.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Stuttgart, 13.09.2016 (aktiv bis 12.03.2017)


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