Die Kirche bildet in Gelmer die Mitte des Dorfes. Sie und das vertraute Läuten verstehen viele auch nichtkirchliche Menschen als zentralen Bestandteil ihrer "Heimat Gelmer". Der Kirchenerhalt ist auch zentraler Akt von Heimatpflege und Bewahrung von Heimat.
Die Kirche könnte in Zukunft vielfältig genutzt werden für kirchliche und nichtkirchliche Veranstaltungen (Konzerte, Musikunterricht, Themenabende, Feiern, Kinder- und Jugendprogramme usw.) in besonderem Ambiente.
Auch Kirchenferne finden in Lebenskrisen Zuflucht und Ruhe in der Kirche. Sie ist seit je für die Beladenen da. Damit erfüllt sie für alle eine Funktion, die nicht anderweitig ersetzbar ist.
Viele jüngere Familien haben kaum Kontakt zur Kirche. Mit familienfreundlichen Angeboten oder angepassten Gottesdienstformaten (Kinderbetreuung, Kirchenfrühstück u.v.m.) kann man mit den Familien neue Wege gehen.
Ein Kirchenabriss kostet. Diese Mittel wären besser in den Erhalt der Kirche investiert.
Wir stehen auch vor der Frage, was wir den Nachfolgenden vererben. Dazu gehören auch die Werte, die sich in einem Erhalt der Kirche spiegeln. Ein Kirchenabriss wäre ein fatales Signal an die Jüngeren im Dorf. Ein Kirchenabriss ist kurzsichtig. In Notzeiten haben Menschen meiner Erfahrung nach immer wieder zur Kirche zurückgefunden. Wir leben in unsicheren Zeiten. Die jetzige Kirchensituation (veränderte Anzahl der Gottesdienstbesucher) kann sich schnell ändern.
Es existiert gottesdienstliches Leben in Gelmer. Dieses braucht die angestammte Heimat.
Die Kirche wurde 1983 eingeweiht. Menschen, die in dem Jahr dort getauft wurden, sind heute Anfang 40. Es widerspricht dem anerkannten Gedanken der Nachhaltigkeit, einen Kirchenbau binnen gerade einmal einer Generation wieder abzureißen.
Ein Kirchenabriss wird auch als Selbstaufgabe der Kirche wahrgenommen. Kirche ist nicht wirklich mehr existent, wenn sie im Dorfbild nicht mehr vorkommt. Kirche ist ohne Kirchen nicht denkbar.
Gelmer liegt als Dorf für sich und "draußen" und hat keine kirchlichen Mehrfachstrukturen. Es braucht eine Kirche vor Ort.
Es ist auch eine Frage des Respekts und der Pietät, den Raum lebensgeschichtlich prägender Erfahrungen (Hochzeit, Kommunion, Trauer ...) vieler nicht zu beseitigen. Die Mauern der Kirche beherbergen mehr als Luft, die beheizt werden muss.
Gottesdienst, Andacht, Sammlung braucht würdigen Raum. Ein diskutierter "Sakraler/Liturgischer Raum" genügt dem nicht. Die Baumeister der großen Kathedralen haben vorbildhaft "zur höheren Ehre Gottes" gebaut, sogar ohne Chance, die Vollendung ihrer Kirche mitzuerleben. Ein Kirchenbau sollte mehr sein als ein Mehrzweckraum.
Regelmäßig genannte finanzielle Gründe für die Kirchenschließung sind grundsätzlich zu hinterfragen. Es widerspricht geradezu dem Wesen von Kirche, sie einer Kosten-Nutzen-Rechnung zu unterziehen. Man kann einen Kirchenbau nicht ohne weiteres einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung unterziehen. Eine Kirche ist viel mehr, ihr Wert nicht in Bilanzen abzubilden.
Die Kirche verfügt über eine reiche und schöne und wertvolle Innenausstattung. Sie ist beeindruckendes Zeugnis einer Raumgestaltung, welche Anliegen des zweiten Vatikanischen Konzils aufnimmt und Kirche und Gottesdienst zeitgemäß zur Gemeinde hin öffnet.
Viele Menschen haben lange Kirchensteuer gezahlt, die Kirche teils mit eigener Hände Arbeit erbaut. Die entstandene Erschütterung wegen der Kirchenaufgabe sollte Anlass sein, den Beschluss aufzuheben und die Kirchenheimat zu würdigen.
Ein geistliches Zentrum ist für einen örtlich geprägten Stadtteil eine wichtige Einrichtung.