Zum 1. September 2015 wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Erlaubnis erteilt in Hessen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das Mäusegift Chlorphacinon auf landwirtschaftlichen Flächen offen auszustreuen. Die „Notfallzulassung“ wurde mit Ernteausfällen begründet.

Im Rahmen unserer Petition fordern wir • … das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf, die Erlaubnis zum Einsatz von Chlorphacinon unverzüglich zurückzunehmen. • … die Landwirtschafts- bzw. Umweltministerien der Länder auf, den Einsatz des Mäusegifts in der Landwirtschaft unverzüglich zu unterbinden. • … die Landwirtschafts- bzw. Umweltministerien der Länder auf, „giftfreie“ Strategien gegen die Entwicklung von zyklisch hohen Mäusebeständen zu erarbeiten.

Begründung

Das hochgiftige Pestizid Chlorphacinon vergiftet auch Hunde und Katzen und geschützte Arten wie Feldhamster, Igel, Bussarde, Milane und Eulen.

Das Pestizid mit dem Wirkstoff Chlorphacinon ist in der EU seit 2007 wegen seiner hohen Toxizität und der damit verbundenen Gefahren für die Tierwelt verboten. In den Jahren 2012 und 2013 sind solche Maßnahmen bereits genehmigt gewesen, der Notfall scheint somit eher zur Regel zu werden, denn erhöhte Feldmäusepopulationen gibt es etwa alle drei bis fünf Jahre.

Nicht nur Mäuse sind Opfer dieses Giftes, auch Feldhamster oder Igel nehmen das Gift direkt auf. Alle Tiere, die in der Nahrungskette höher stehen, wie zum Beispiel Greifvögel, Füchse, Marder, auch unsere Haustiere Katzen und Hunde, nehmen das Gift indirekt auf und können sich so vergiften. Entsprechende Studien aus Großbritannien, Schottland, Dänemark und Deutschland liegen uns dazu vor. Durch die Aufnahme von Chlorphacinon wird die Blutgerinnung gehemmt, die Tiere verbluten innerlich. Die Wirkung tritt erst einige Tage nach Aufnahme des Giftes ein.

Dabei wäre all dies möglicherweise nicht nötig, würde man zum einen weniger Pflanzengift in der Landwirtschaft einsetzen, die Felder regelmäßig pflügen, strukturgebende Hecken zulassen, die natürlichen Feinde der Mäuse nicht jagen (jedes Jahr werden über 500.000 Füchse und Marderartige durch Jäger getötet) und insbesondere Greifvögel in den meist strukturarmen landwirtschaftlich genutzten Landschaften durch zahlreiche Sitzstangen unterstützen.

Lovis Kauertz, Wildtierschutz Deutschland e.V. www.wildtierschutz-deutschland.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer der Petition,
    wir haben von fast allen Ministerien und auch vom BVL mehr oder weniger gleichlautenden Informationen bekommen. Danach ist das Mäusegift im Rahmen einer Notfallzulassung unter Aufsicht des Pflanzenschutzdienstes nur auf sehr wenigen, besonders stark befallenen Flächen ausgebracht worden. Dazu gab es umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen, um die Gefährdung von Wildtieren möglichst auszuschließen. In verschiedenen Bundesländern gibt es zudem Projekte, die alternative Lösungen dafür suchen, den Befall durch Mäuse niedrig zu halten.

    Sollten uns noch wesentlich neue Informationen zukommen, so informieren wir Sie über www.wildtierschutz-deutschland.de

    Vielen DAnk für Ihre Unterstützung, Lovis Kauertz, Wildtierschutz Deutschland e.V.

  • Lieber Unterstützer der Petition gegen den Einsatz von Mäusegift!

    Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg teilt mit, dass es den zuständigen Behörden in BW aktuell untersagt, Genehmigungen für Chlorphacinonköder zu erteilen.

    Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verweist auf www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/02_FuerVerbraucher/03_Im_Fokus/01_Im_Fokus_Meldungen/04_Pflanzenschutzmittel/2015/2015_09_10_fokus_PSM_Feldmauskoeder.html

    Beste Grüße,
    Lovis Kauertz, www.wildtierschutz-deutschland.de/

    PS. Wussten Sie, dass Wildtierschutz Deutschland zahlreiche Wildtierauffangstationen finanziell unterstützt? Dort finden u.a. verletzte und verwaiste Füchse, Marder, Igel, Eichhörnchen erste oder dauerhafte Hilfe. Hier können SIe helfen: www.betterplace.org/de/projects/15411-wildtierschutz-deutschland-e-v-wildtieren-helfen/news

  • Liebe Unterstützer dieser Petition gegen den Einsatz von Mäusegift in der Landwirtschaft, wir haben weitere Rückmeldung erhalten:
    - Thüringen: unsere Petition wird der Landesregierung zur Stellungnahme zugeleitet
    - Sachsen: Petitionsausschuss holt Stellungnahme des zuständigen Staatsministeriums ein
    - Sachsen-Anhalt: Der Petitionsausschuss holt eine Stellungnahme von der Landesregierung ein und wird anschließend über unser Anliegen beraten.

    Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
    Ab dem kommenden Jahr werden wir eine weitere Wildtierauffangstation und den Eichhörnchenschutz finanziell unterstützen. Damit können wir - auch mit Ihrer Hilfe - ab 2016 insgesamt 8 Wildtierprojekte unterstützen!

    Helfen Sie uns dabei: wildtier-paten.blogspot.de/

    Ich wünsche Ihnen eine stressfreie Vorweihnachtszeit!
    Lovis Kauertz, Wildtierschutz Deutschland e.V.

Pro

Bitte nicht! Weil kostbare Raubvögel und Eulen Sekundärvergiftung erleiden werden!

Contra

Ein Erfolg der Petition könnte den Selbstschutz der Natur durch Rückbau des Experiments "Mensch" um einige Nanosekunden verzögern.