Am 30. Juni 2016 entscheidet der Bonner Stadtrat über den Umbau des Bahnhofsvorplatzes. Nun soll ausgerechnet die irische Kette Primark, deren Verkaufskonzept auf Wegwerfmode und Preiskampf basiert, das Erste sein, was Besucherinnen und Besucher von der Stadt sehen. Wir fordern den Stadtrat auf, seine Entscheidung bezüglich der Nutzung der neuen Flächen zu überdenken und sich auf eine wirklich zukunftsweisende und faire Stadtplanung zu besinnen! Bitte setzen Sie sich mit allen Ihnen dafür zur Verfügung stehenden Mitteln dafür ein, die Vermietung der Flächen durch den Investor Ten Brinke an Primark zu verhindern!

Begründung

Eine UN-Stadt, die sich gern als „Standort und Akteur für Nachhaltigkeit“ bezeichnet, seit 2010 Fair Trade Town ist und sich gar um den Titel „Hauptstadt des Fairen Handels“ bewirbt, sollte mit einem besseren Beispiel vorangehen!

Es ist kein "Zeitgeist", den Einzug eines Moderiesen hinzunehmen, bei dem Shirts und Hosen für ein paar Euro zu haben sind - Primark steht für das Gegenteil von nachhaltigem Konsum: Kaufen - Anziehen - Wegwerfen! Den Preis für "Fast Fashion" zahlen Näher_innen in Asien und Osteuropa. Auch im Zusammenhang mit Fabrikunglücken (wie Rana Plaza in Bangladesch) und Arbeitsrechtsverletzungen fällt immer wieder auch der Name Primark. Mit einem solchen "Eingangstor" am Hauptbahnhof kann sich die Stadt Bonn nicht schmücken, sondern verliert ihr Gesicht.

Grundsätzlich ist auch fragwürdig, ob wir tatsächlich immer mehr Einzelhandelflächen in der Innenstadt brauchen Brauchen wir nicht vielmehr Freiräume und Plätze, wo Menschen sich begegenen und austauschen können, ganz ohne Shopping-Erlebnis?

Wir wünschen uns, dass die Stadt ihre Verantwortung ernst nimmt und sich auf eine zukunftsweisende und faire Stadtplanung besinnt, die den Bürger_innen zugutekommt und nicht Investoren in den Mittelpunkt stellt. Ganz im Sinne einer stringenten Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und des Pariser Klimaabkommens!

Weitere Informationen: Bonn visionslose StadtVERplanung bonnimwandel.de/2016/06/18/bonns-visionslose-stadtverplanung/

Pressemitteilung von Femnet: www.femnet-ev.de/index.php/de/124-pressemitteilungen/634-20-06-2016-primark-in-bonn-muell-und-menschenrechtsverletzungen-in-der-stadt-der-nachhaltigkeit-und-des-fairen-handels

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Bonn im Wandel aus Bonn
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  • Bonn, 12.10.2016. Zusammen mit FEMNET und dem Eine-Welt-Promotor, Albrecht Hoffmann, haben wir gestern Nachmittag dem Kulturdezernenten Martin Schumacher die Unterschriften der Online-Petition übergeben. Schumacher hat Oberbürgemeister Sridharan vertreten. Mehrere tausend Menschen hatten die Petition Ende Juni innerhalb von nur 48 Stunden unterschrieben und damit ihrem Unverständnis Ausdruck verliehen, dass die „Nachhaltigkeitsstadt“ Bonn einem Investor das Feld bereitet, der als Ankermieter die Billig- und Wegwerfmodemarke Primark an den Hauptbahnhof holt. Mit der Übergabe der Unterschriften fordern wie die Stadtverordneten auf, künftig bei Vergaben Kriterien wie Nachhaltigkeit, Fairness und Bürgerorientierung zu berücksichtigen, sich also beherzt für eine öko-faire Stadtentwicklung einzusetzen.

    Die Stellungnahme von FEMNET und Bonn im Wandel zur Unterschriftenübergabe und unseren Forderungen findet ihr hier: bonnimwandel.de/wp-content/uploads/2016/10/PM-Verantwortung-fu%CC%88r-eine-oeko-faire-Stadtentwicklung-11.10.2016.pdf.

    Gespräch mit SPD-Fraktion

    Im Anschluss an die Übergabe der Unterschriften hatten wir die Gelegenheit, mit der SPD-Fraktion bei einem Fachgespräch unsere Anliegen nochmals zu diskutieren. An diesem Gespräch nahmen Bonn im Wandel, FEMNET und auch der DGB teil. Nun soll geprüft werden, ob ökologische und soziale Kriterien – wie sie u.a. bereits im Konzept der „Fair Trade Town Bonn“ ausgearbeitet sind – bei Vergabe- und Ausschreibungsverfahren in allen Bereichen besser berücksichtigt werden können.

    Das ist zumindest schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Denn es macht Sinn, schon entwickelte und angenommene Konzepte ernst zu nehmen und auch umzusetzen. Das gilt auch für die Leitlinie Bürgerbeteiligung, auf deren Umsetzung die Bonner Bürger_innen schon seit zwei Jahren warten. Wir wünschen uns natürlich von ALLEN Parteien ein stärkeres Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Auch in Bonn müssen wir die Menschenrechte und die Grenzen der Erde achten und damit beginnen, anders zu leben und zu wirtschaften – einfach weiter so wie bisher ist keine Alternative.

    Mehr Infos unter:
    www.bonnimwandel.de

    Foto: Übergabe der über 4000 Unterschriften gegen Primark am Bonner Hauptbahnhof am 11.10.2016 an Martin Schumacher, Kulturdezernenten der Stadt Bonn.
    V.l.n.r. Gesa Maschkowski, Bonn im Wandel, Martin Schumacher, Stadt Bonn Dezernat IV/ Kultur, Sport und Wissenschaft, Daniela Baum, Bonn im Wandel, Albrecht Hoffmann, Regionalpromotor Eine Welt für Bonn, Rhein-Sieg und Kreis Euskirchen, Gisela Burckhardt, FEMNET e.V., Foto: © Bonn im Wandel e.V.

  • Liebe Unterstützer*innen,
    während der gestrigen Stadtratssitzung wurde viel diskutiert zu dem Bauvorhaben am Bonner Hauptbahnhof. Vermutlich vor allen Dingen, weil wir den Stadtverordneten durch unseren Protest gezeigt haben, dass sie diese Entscheidung nicht stillschweigend treffen können, sondern wir ihnen dabei auf die Finger schauen und den ganzen Prozess kritisch verfolgen. Letztlich hat der Rat jedoch leider mit der großen Mehrheit der Koalition (CDU/Grüne/FDP) für die Bauvorhaben auf dem Bahnhofsvorplatz gestimmt. Nichtsdestotrotz: Wir lassen nicht locker und setzen uns weiter für eine nachhaltige, faire und enkeltaugliche Stadtentwicklung in Bonn ein! Wir werden den Stadtverordneten nächste Woche auf jeden Fall auch das Ergebnis der Petition übergeben und auch die vielen wunderbaren Kommentare der Unterzeichnenden! Unterschreibt also gerne noch kräftig weiter - mit eurer Unterstützung können wir den Bonner Politiker*innen zeigen, dass wir uns eine andere Stadtentwicklung wünschen!

Pro

Um das Thema noch ein wenig aufzuweiten. Wurde bedacht, welche Auswirkungen Primark auf die lokale Wirtschaft hat? Warum haben sich 100 mittelständische Bonner Unternehmen gegen die Shoppingmall im Viktoria Viertel ausgesprochen? Von jedem Euro, den man in einem lokalen Geschäft ausgibt, werden mindestens 45 Ct in der Stadt wieder ausgegeben. Von jedem Euro der in eine Kette wandert sind es nur 15 Ct. (Lokal Multiplier Effect). Warum setzt man in Bonn immer ncoh auf gesichtslose multinational agierende Ketten?

Contra

Die Petition stellt die Gewerbefreiheit in Frage. Ein Prinzip das sich bewährt hat und an dem an dieser Stelle festgehalten werden sollte. Ob das Geschäftsmodell der Modekette trägt, sollte am Ende der Kunde entscheiden. Dabei bleibt es den Petenten unbelassen, über die Punkte, die ihrer Meinung nach gegen einen Einkauf bei dem Unternehmen sprechen, zu informieren.