• Von: bi4w (www.bi4w.wordpress.com) – Konrad Braun mehr
  • An: OB Dr. Salomon (FR), Min.in Öney (Stgt), ...
  • Region: Freiburg im Breisgau mehr
    Kategorie: Minderheitenschutz mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 707 Unterstützer
    262 in Freiburg im Breisgau
    Sammlung abgeschlossen

Keine Abschiebung für den Lebensretter Hassan Yahya (Freiburg-Weingarten)

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Sehr geehrte Damen und Herren,

wir schreiben Ihnen mit der dringenden Bitte,
Herrn Hassan Yahya (Freiburg im Breisgau)
nicht – wie für den 04. Juni 2015 geplant – abschieben zu lassen.
Er wirkte äußerst selbstlos und vorbildhaft als Lebensretter in Freiburg–Weingarten.
Wir bitten Sie weiterhin zu prüfen, ob Sie ihm – wie es im Januar d.J. im Falle von Lassana Bathily, dem Lebensretter in Paris, durch den französischen Innenminister Monsieur Bernard Cazeneuve geschehen ist – die Staatbürgerschaft unseres Landes verleihen können.
Wir empfehlen dies dringend, weil wir überzeugt sind, dass Herr Hassan Yahya genau das – trotz Brüchen in seinem jugendlichen Leben – mit seiner mutigen, lebensrettenden Tat mehr als verdient hat.
Wir sind zudem überzeugt, dass dies eine Wiedergutmachung dafür sein kann, dass die Stadt Freiburg ihn als jugendlichen Flüchtling nicht (ganz) gemäß den gesetzlichen Regeln behandelt und dadurch sein Leben in jungen Jahren sehr erschwert hat.
Wir erachten es als unserer humanitären Tradition und unserer Werte für unwürdig, dass Herr Hassan Yahya schon bald nach seiner hilfreichen Tat im November 2014 durch die Behörden eine Aufforderung erhielt, das Land zu verlassen, was jetzt vollzogen werden soll.
Wir bitten die Vertreterinnen und Vertreter der christlichen Kirchen, mit ihren Mitteln darauf hin zu wirken, dass den humanitären christlichen Werten im Falle von Herrn Hassan Yahya Geltung verschafft wird.
Wir freuen uns, wenn sich die Verantwortlichen in unserem Land zu einer ähnlich großzügigen Geste – wie die französische Regierung – entschließen können.

Hochachtungsvoll
M.Grman • K.Braun • S.Freudling • M.Freudling-Braun • R.Pöhl • B.Pöhl •

Begründung:

Lassana Bathily und Hassan Yahya.
Der „Held von Paris“ und der Held von Freiburg–Weingarten.
Zwei Lebensretter – zwei Maßstäbe.

Die Lektüre der Badischen Zeitung vom 23. Mai 2015, S. 3 weckt Erinnerungen und lässt nachblättern in der Süddeutschen Zeitung, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Spiegel vom Januar d.J. und in der Badischen Zeitung vom vergangenen November:
Lassana Bathily: 24 Jahre, Flüchtling aus Mali, Muslim, angestellt in einem Supermarkt, seit 2006 in Frankreich, will Franzose werden. – Er versteckt bei einem Terroranschlag auf ein koscheres Geschäft in Paris Menschen in einem Kühlraum und rettet ihnen dadurch das Leben. Er selbst kann über eine Feuerleiter entkommen. Die Polizei hält ihn zuerst für einen Terroristen, glaubt ihm nicht, verpasst ihm Handschellen. „Sie haben mir nicht geglaubt,“ das dauerte 1 1/2 Stunden. – Dann: Der französische Präsident und der israelische Ministerpräsident danken Lassana Bathily. Seine eigene Sicht: „Wir sind Brüder. Es geht nicht um Juden, Christen oder Muslime. Wir sitzen alle im selben Boot, man muss sich gegenseitig beistehen, um aus so einer Krise herauszukommen.“ – „Ich habe keine Juden versteckt, ich habe Menschen versteckt.“ – Schließlich wird er als „Held von Paris“ gefeiert. Viele Franzosen fordern seine Aufnahme in die Ehrenlegion. Lassana Bathily erhält in einer Willkommenszeremonie vom französischen Innenminister die französische Staatbürgerschaft.
Hassan Yahya: 25 Jahre, aus Palästina, Asylbewerber in Deutschland, seit 11 Jahren geduldet, also seit 2004, ohne Krankenversicherung. – Auf seinem Weg zur Berufsschule / Wirtschaftsschule wird „im Stadtteil Weingarten eine Frau niedergestochen, auf offener Straße. Viele Passanten schauen zu. Hassan Yahya greift ein, gemeinsam mit mindestens zwei anderen Helfern. Das rettet der Frau das Leben ... Die 39-Jährige schwebt nach einer Notoperation nicht mehr in Lebensgefahr.“ – Hassan Yahya’s eigene Sicht: „Es blieb keine Zeit zum Überlegen.“ – „Ich wusste, ohne Hilfe ist sie tot.“ – „Ich hätte mir mein Leben lang Vorwürfe gemacht, wenn ich nichts getan hätte“ (BZ 17.11.2014). – Hassan Yahya wird in den sozialen Netzwerken hoch gelobt. Aus dem Rathaus heißt es: Die Stadt Freiburg will ihn für eine Ehrung vorschlagen (BZ 22.11.2015). Die Familie des Opfers schreibt einen Dankesbrief. Der Oberbürgermeister dankt ihm beim Neujahrsempfang. Doch: „Kurz nach der Bluttat händigt ihm ein Sachbearbeiter der Ausländerbehörde Freiburg ein Schreiben aus, in dem er sich bereit erklären soll, zu seiner Ausreise beizutragen. Er zerreißt es spontan“ (BZ 23.05.2015). –
Und jetzt, ein paar Monate später? Nach BZ vom 23.05.2015: Man zweifelt an seiner Herkunft, spricht von Jugenddelikten, Schwarzfahren, aufenthaltsrechtlichen Verstößen, nach Gesetz soll er verschwinden. Freiburg vertuscht, dass die Stadt bei der Ankunft Hassans in Freiburg gepatzt hat: Sie behandelte ihn nicht, wie das Gesetz es vorschreibt, als 14jährigen Jugendlichen, mit Aufnahme in der Stadt, Vormund, Unterkunft, Schule, Sprachkurs. So landet er als angeblich erwachsener Flüchtling in Bayern. Viele Jahre Behördenobjekt, z.B. bei der Frage, wer zuständig ist: Freiburg? Bayern? Freiburg? Bayern ... Hin- und Hergestoße. Vertane Chancen, totgeschlagene Zeit, verbaute Wege. Herr Yahya will mit der Freundin zusammenziehen, will dafür unbedingt arbeiten. Das darf er nicht. „Er soll sich mehr Mühe geben, abgeschoben werden zu können, findet die Ausländerbehörde“ (BZ 23.05.15). Und die Freundin trennt sich nach vier Jahren: „Er hat keine Perspektive. Das belastet unsere Beziehung seit Langem.“ Er: „Mein Akku ist alle.“
Elf Jahre – und noch keine Perspektive. Der „Held von Weingarten“: Ein Lebensretter in Not, der jetzt selber dringend Hilfe braucht.
Der Pressesprecher der Stadt Freiburg: „Eine Zusage auf dauerhaftes Aufenthaltsrecht hat der Oberbürgermeister nicht gegeben“ (BZ 23.05.2015).
=> Das soll der OB jetzt doch machen – für den „mutigen Helfer gegen Messerstecher“ (BZ 17.11.2014).
=> Und – siehe Paris! – weiß Ministerpräsident Kretschmann Bescheid? Kennt der Innenminister, kennt Berlin diese Sache? Was sagt der Bundespräsident? Und, was sagt Papst Franziskus dazu?
=> Es gibt eine Alternative außer „Abschiebung oder Leben in der Halbwelt“ (BZ 23.05.2015).
=> Zuerst: Keine Abschiebung am 4. Juni!
=> Dauerhaftes Aufenthaltsrecht für Hassan Yahya.
=> Und: Die deutsche Staatsangehörigkeit für den Helden von Weingarten!

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Freiburg, 31.05.2015 (aktiv bis 02.01.2016)


Neuigkeiten

Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Petition "Keine Abschiebung für den Lebensretter Hassan Yahya (Freiburg Weingarten)"! Wir haben Ihnen vor ca. zwei Wochen zum aktuellen Stand der Situation von Hassan Yahya geschrieben. An seiner Situation ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Hassan saved the woman's life, the authorities are about to destroy his. Humanity is more important than bureaucracy. Hassan deserves to be judged according to what he did. Numerous German citizens watched and did nothing. Even the police took minutes ...

CONTRA: Für Herrn Yahya ist Frankreich zuständig, in der BRD ist er ein einfacher Wirtschaftsflüchtling. Abschiebung im Namen der Gerechtigkeit.

CONTRA: Es kann als äußerst sinnvoll betrachtet werden, wenn der Herr X zunächst seiner Wege geht, bis ihm ein Licht über "koschere" bzw. andere "Geschäfte" aufgeht, welche auch noch im Umfeld von Terroranschlägen getätigt werden.

>>> Zur Debatte



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