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Bild zur Petition mit dem Thema: Keine Beschlagnahmung von Sporthallen in Lichtenberg Keine Beschlagnahmung von Sporthallen in Lichtenberg
Erfolg
  • Von: Claudia Engelmann mehr
  • An: Abgeordnetenhaus zu Berlin und das LaGeSo
  • Region: Berlin mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Petition hat zum Erfolg beigetragen
    Sprache: Deutsch
  • Erfolg
  • 2.171 Unterstützende
    1.946 in Berlin
    Sammlung abgeschlossen

Keine Beschlagnahmung von Sporthallen in Lichtenberg

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Wir als Bezirkselternausschuss Schule und als Bezirksschulberirat des Bezirkes Lichtenberg widersprechen ausdrücklich der geplanten Gesetzesänderung des Berliner Senats, die Bezirksverwaltungen zu entmachten, um weiterhin Sporthallen als Unterkünfte für geflüchtete Menschen anmieten zu können, und unterstützen vollumfänglich Lichtenbergs Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro in ihrer Position, dem Land Berlin freiwillig keine weiteren Sporthallen zur Verfügung zu stellen.

Derzeit sind in Lichtenberg sechs Sporthallen beschlagnahmt und mit geflüchteten Menschen belegt. Diese bisherige Sicherstellung von Sporthallen in Berlin verstehen wir als eine vorübergehende, zeitlich begrenzte Notmaßnahme und fordern den Senat von Berlin auf, dieses Prozedere zu befristen und die genauen Termine zu nennen, wann die Befristung ausläuft sowie keine weiteren Sporthallen (unabhängig ihrer Trägerschaft) zu beschlagnahmen.

Wir fordern den Senat von Berlin auf, alle anderen Belegungsmöglichkeiten auszuschöpfen, bevor der in Berlin ohnehin schon seit Jahren vernachlässigte Bildungs- und Sportbereich belastet wird.

Wir fordern das LaGeSo auf, die vom Bezirk vorgeschlagenen alternativen Möglichkeiten zu nutzen und die Beschlagnahmung der Sporthallen zu stoppen!

Wir fordern das LaGeSo auf, die menschenunwürdige Form der Unterbringung sofort zu stoppen. Für die zügige Integration der geflüchteten Menschen müssen adäquate Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Wir fordern die sofortige Bereitstellung von Ausweichmöglichkeiten für den Schulsport und für die Sportvereine sowie die Einbeziehung der Interessenvertretungen nach dem Schulgesetz bei der Steuerung und Planung.

Begründung:

Bewegung, Spiel und Sport leisten einen bedeutenden Beitrag für eine positive körperliche und seelische, kognitive und emotionale Entwicklung sowie für eine gesunde Lebensführung von Kindern und Jugendlichen. Die Heranführung an Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote sollte daher möglichst frühzeitig beginnen, um die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen zu stärken.

Der Ausfall von Sportunterricht sowie Vereinssport für Berliner Schülerinnen durch die Beschlagnahmung von Sporthallen fügt der Chancengleichheit u.a. in Abiturprüfungen schwere Schäden zu und nimmt Schülerinnen Bewegungsfreiräume, die für ihre physische und psychische Gesundheit im Kinder- und Jugendalter sowie für ihre Persönlichkeitsentwicklung existenziell sind.

Lernen bedeutet eben nicht nur die Aneignung von Wissen. Es heißt auch, so genannte „Softskills“ zu beherrschen, also zu wissen, wie wir als Menschen miteinander umgehen, wie wir Ärger abbauen können und wie wir eine eigene Persönlichkeit entwickeln. Das ist besonders im Sportunterricht und in Sportvereinen möglich. Sportliche Aktivitäten sind in vielfältiger Art und Weise in sozial strukturierte Handlungssituationen eingebettet und nicht umsonst institutionalisiert und gesetzlich im schulischen Bildungssystem verankert. Dabei sind soziale Strukturen des Sports in Form von Regeln, Normen, Werten und Rollen für das sportliche Handeln von wichtiger Bedeutung.

Schulsport sowie Vereinssport verstehen wir daher als gesellschaftspolitische Aufgabe und sehen im Sport ein entscheidendes Mittel der Gesundheits- und Sozialerziehung. Die Einschränkungen von Schulsportunterricht und Vereinssport durch die Beschlagnahmung von Sporthallen als Notunterkünfte kann nicht legitimiert werden. Sie muss ein Ende finden.

Derartige Beschlagnahmungen bieten keine Basis für eine gelingende Integration von geflüchteten Menschen und schränken den gesetzlich garantierten Sportunterricht für Schüler_innen unverhältnismäßig ein. Auch wird zahlreichen Vereinen die Basis ihrer Arbeit entzogen, obwohl gerade der Sport doch als ein starker Integrations- und Inklusionsmotor gilt.

Es ist unabdingbar wichtig, dass sich alle Akteur_innen im Bezirk Lichtenberg und im Land Berlin einmütig für den Schul- und Vereinssport einsetzen.

Wir praktizieren und leben im Bezirk Lichtenberg wie auch in vielen anderen eine Willkommenskultur. Das zeigt sich an der sehr hohen ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Aufnahme und Unterbringung von geflüchteten Menschen im Bezirk. Lichtenberg ist der Bezirk, der derzeit die meisten geflüchteten Menschen aufgenommen hat und wird künftig vor allem geflüchteten Familien ein neues zu Hause geben.

Zum Wohle aller (Kinder) unabhängig ihrer Herkunft darf der Sportunterricht sowie Vereinssport nicht durch die Beschlagnahmung der Sporthallen derart negativ beeinflusst werden!

Solange der Bezirk Unterbringungsmöglichkeiten im ausreichenden Rahmen stellt, hat das LaGeSo keine Notwendigkeit, den Bezirk aufzufordern, immanent weitere Sporthallen zur Verfügung zu stellen. Dies stößt verständlicherweise bei Politikerinnen, in der Eltern- und Schülerinnenschaft sowie bei den aktiven Mitgliedern auf völliges Unverständnis.

Foto: www.westrichfoto.de

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Berlin, 15.12.2015 (aktiv bis 14.03.2016)


Neuigkeiten

Liebe Unterstützer_innen, ein herzliches DANKE an alle, die unsere Petition unterzeichnet haben. Diese ist in der vergangenen Woche ausgelaufen. Wir haben innerhalb kurzer Zeit über 2.100 Unterschriften einsammeln können. Auch aufgrund unserer Forderung ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: ... immerhin hat die Bauruine BER schon Milliarden EUR gekostet, dank der waltenden SPD-Kompetenz und Party-Wowi als Aufsichtsratsvorsitzenden: Deutlich mehr als alle Flüchtlinge Berlin kosten. Es gibt da genug leere Hallen und sogar eine eigene U-Bahn ...

PRO: Recht und Gesetze sind einzuhalten. Illegale Einwanderung ist zu unterbinden. Abgewiesene Antragsteller sind auszuweisen. Dann reicht der Platz für echte Flüchtlinge und man braucht keine Turnhallen beschlagnahmen.

CONTRA: Ich möchte gar nicht gegen die wichtige Rolle des Sportunterrichts und des Vereinsports argumentieren, aber angesichts der Notsituation in der viele Menschen gerade sind, finde ich die Forderung unverhältnismäßig. Blockieren die Anwohner die Nutzung der ...

CONTRA: Es gibt eine einfache Lösung für das Problem. Alle Eltern der Schule nehmen mindestens einen Flüchtling bei sich zu Hause auf. Das ist prima, dann können die Kinderchen weiter in den Sporthallen rumhopsen und die Flüchtlinge müssen nicht in den miesen ...

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Petitionsverlauf