Das Hessische Kinderförderungsgesetz (Hess. KiföG) legt Mindeststandards für den Personalschlüssel und damit für die Betreuungssituation fest, die weit unter den Empfehlungen von wissenschaftlichen Studien und auch der EU liegen. Die Landesregierung beruft sich darauf, dass der Träger für die tatsächliche Ausgestaltung bzw. Überschreitung dieser Untergrenzen verantwortlich ist, indem er z.B. kleinere Gruppen zulässt und so insgesamt mehr Erzieherinnen einsetzt. Dies ist allerdings für die meisten Träger finanziell nicht umsetzbar. Dadurch orientieren sich die meisten Träger an den Mindeststandards des KiföG - was in den allermeisten Fällen eine Verschlechterung der pädagogischen Arbeit, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, des Anspruchs an Inklusion und Bildungsgerechtigkeit bedeutet. Die Umsetzung des KiföG bedeutet fast flächendeckend eine Verschlechterung der Qualität in den Einrichtungen.
Bis Ende 2016 soll das Gesetz evaluiert werden, doch die Befragung der Einrichtungen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Wir - die Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt-Bornheim als Träger, die Erzieher
innen und Eltern - fordern daher aktiv: Das KiföG muss angepasst werden! Folgende Punkte sollen dabei berücksichtigt werden:

• Sicherstellung bedarfsgerechter Personalberechnung (1 Erzieher*in auf maximal 7,5 Kinder, Vgl. dazu Bertelsmann-Studie von 2014)

• Zeitkontingente für Managementaufgaben (1 ganze Freistellung für die Leitung einer Einrichtung mit 4 Gruppen bzw. dementsprechend mehr und ein Verwaltungskontingent).

• Berücksichtigung von mittelbarer pädagogischer Arbeit, wie Planung, Dokumentation, Reflektion, sowie Elterngespräche und der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, etc. mit einem Plus von mind. 20% auf den Personalschlüssel.

• Eine Anrechnung von 20% an Ausfallzeiten für z.B. Urlaub, Krankheit, Fortbildung von Fachkräften

• Sicherstellung ausreichender Ressourcen für Qualitätsentwicklung

• Bereitstellung von Ressourcen für bedarfsgerechte Öffnungszeiten (45 – 50 Wochenstunden) zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

• Gruppengrößen von max. 15 Kindern, die eine Umsetzung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans ermöglichen.

• Sicherstellung angemessener Rahmenbedingungen (max. 15 Kinder in der Gruppe, plus zusätzliches Personal) für die Umsetzung einer inklusiven Pädagogik für Kinder mit besonderem Förderbedarf

Begründung

Kinder sind unsere Zukunft! Um für jedes Kind und vor allem die mit besonderem Bedarf eine gute Förderung gemäß aktuellen pädagogischen Erkenntnissen zu gewährleisten, müssen die Mindeststandards des KiföG nach oben gesetzt werden. Die Hessiche Landesregierung kann die Verantwortung dafür nicht allein an die Träger abgeben. Wir fordern, dass das Gesetz dementsprechend geändert wird.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Yvonne Opaterny aus Frankfurt
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Pro

Der individuelle Kontakt zwischen Erziehern und Kinder ist zentral für die gesunde Entwicklung der Kinder. Dieser individuelle Kontakt ist nur möglich, wenn der Personalschlüssel in Kindertagesstätten nicht zu schlecht ist und Erzieher nicht überarbeitet sind. Zahlreiche wissenschaftliche Studien (unter anderem vom Nebelpreisträger James Heckman) zeigen, dass Investitionen in die Bildung und Entwicklung von (insbesondere sehr jungen) Kindern stark positive Auswirkungen für die gesamte Gesellschaft hat -- nicht nur für die Kinder selbst und ihre Eltern.

Contra

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