Erfolg

Keine Verfüllung mit schadstoffbelastetem Bauschutt/Gleisschotter im Steinbruch Gräfenberg

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an:
Stadtrat Gräfenberg

1.356 Unterschriften

Der Petition wurde entsprochen

1.356 Unterschriften

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  1. Gestartet 2021
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
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Petition richtet sich an: Stadtrat Gräfenberg

Die Schotterwerke Bärnreuther+Deuerlein mit Sitz in Postbauer-Heng (Oberpfalz) beantragen für ihr Werk in Gräfenberg die Verfüllung u.a. mit schadstoffbelastetem Material, namentlich Bauschutt und Gleisschotter. Das jährliche Verfüllvolumen soll bis zu 150.000 Tonnen pro Jahr betragen, wovon der Anteil an schadstoffbelastetem Material bis zu 30%, also 45.000 Tonnen, betragen darf. Zur Verdeutlichung: Um 150.000 Tonnen zu transportieren sind ca. 5.600 vollbeladene LKW pro Jahr erforderlich. Insgesamt sollen 2,5 Mio. Kubikmeter (das sind ca. 3 - 3,5 Mio. Tonnen oder ca. 110.000 LKW-Ladungen) verfüllt werden, d.h. der Antrag reicht ca. 20 Jahre in die Zukunft. 
JETZT IST DIE ZEIT ZUM HANDELN!
Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, ein Erörterungstermin hat noch nicht stattgefunden. Deine/Ihre Unterschrift wird dringend benötigt und bringt Gewicht in unsere Waagschale.
Die Interessengemeinschaft Steinbruch fordert diesbezüglich:
1. Das Vorhaben, eine Lösung für die Verwertung von lokalem Bodenaushub mit natürlichen, sogenannten geogenen Schadstoffanteilen zu finden, wird begrüßt.
2. Jedoch sollen menschengemachte, sogenannte anthropogene Schadstoffe, wie sie in Bauschutt und Gleisschotter vorkommen, nicht in Gräfenberg verfüllt werden, damit unser Grundwasser vor Kontaminationen geschützt wird.
3. Für das Vorhaben ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen.
4. Bürgermeister, Stadtrat und Verwaltung der Stadt Gräfenberg werden aufgefordert, sich *aktiv* im Interesse der Stadt Gräfenberg für die o.g. Punkte einzusetzen.
5. Alle mit dem Antrag befassten Ämter werden aufgefordert, im Interesse der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und des Schutzes von Natur und Umwelt die o.g. Punkte umzusetzen.
Weitere Informationen sind zu finden auf https://www.igs-graefenberg.de

Begründung

Das in unserer Region vorherrschende Karstgestein zeichnet sich durch eine hohe Wasserdurchlässigkeit aus. Sichtbare Zeichen dafür sind nicht zuletzt die ca. 1.000 Höhlen in der Fränkischen Schweiz, darunter vier begehbare Tropfsteinhöhlen sowie zahlreiche Grotten und Dolinen. Wenn schadstoffbelastetes Material, insbesondere Bauschutt und Gleisschotter, im Steinbruch verfüllt wird, können die Schadstoffe durch Regenwasser ausgespült werden und sich ihren Weg durch das durchlässige Karstgestein suchen.
Die zahlreichen Wasseraustritte/Quellen, die unterhalb der Verfüllebene des Steinbruchs liegen, könnten diese Schadstoffe aufnehmen und somit in unsere Gärten, Obstbäume, landwirtschaftliche Flächen, Fischweiher bzw. ins Grundwasser leiten.
Bei einer Verfüllung mit belastetem Gleisschotter ist es in Oberniederndorf, ca. 50km von Gräfenberg entfernt, zu Vergärungsprozessen gekommen, in deren Folge eine stinkende, ölig schimmernde Brühe aus dem Schotterberg ausgetreten ist. Wir möchten in Gräfenberg ähnliche Vorkommnisse nicht erleben. Quelle: https://www.nordbayern.de/region/in-oberniederndorf-kocht-die-volksseele-1.813667/7.590175
Deshalb bitten wir Sie/Dich, diese Petition zu unterschreiben und im Bekanntenkreis weiterzuleiten!

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 04.06.2021
Sammlung endet: 03.09.2021
Region: Gräfenberg
Kategorie: Umwelt

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer der Interessengemeinschaft Steinbruch,
    kürzlich hat uns folgende Meldung erreicht:

    Die Firma Wolfgang Endress Kalk- und Schotterwerk GmbH & Co. KG hat ihre Genehmigungsanträge auf Änderung der Abgasführung ihrer Abfallmitverbrennungsanlage bereits am 27.11.2025 zurückgezogen. Das Landratsamt Forchheim hat das Änderungsgenehmigungsverfahren eingestellt.

    (NN-Leser können die Pressveröffentlichung abrufen unter https://www.nn.de/region/forchheim/zweites-steinbruch-verfahren-in-grafenberg-eingestellt-endress-zieht-antrag-zuruck-1.15207392

    In dem Verfahren ging es um die beantragte Ableitung der Abgase einer Abfallmitverbrennungsanlage über einen deutlich niedrigeren Schornstein als ursprünglich genehmigt. Aus Sicht der IGS hätte dies dazu führen können, dass sich Schadstoffe aus der Verbrennung gefährlicher Abfälle in Bodennähe stärker ausbreiten und Anwohner höheren Belastungen ausgesetzt werden. 
    Mehr Hintergrundinformationen zu diesem Verfahren findet Ihr unter
    "Erreichtes Nr. 2” auf www.igs-graefenberg.de/unsere-erfolge

    Bereits am 05.05.2025 hatte die Firma Bärnreuther+Deuerlein ihren Antrag zur Verfüllung des Kalksteinbruchs mit schadstoffbelasteten Materialien zurückgenommen. Innerhalb eines Kalenderjahres haben somit zwei Steinbruchbetriebe in Gräfenberg ihre umstrittenen Genehmigungsanträge vollständig zurückgezogen.
    Siehe: “Erreichtes Nr. 1” auf www.igs-graefenberg.de/unsere-erfolge

    In beiden Verfahren hatten der Bund Naturschutz und die Interessengemeinschaft Steinbruch (IGS) die Antragsunterlagen über mehrere Jahre kritisch begleitet. Sie wiesen die Genehmigungsbehörden auf mögliche Risiken für Natur und Gesundheit sowie auf fachliche Unstimmigkeiten und offene Fragen in den Gutachten hin. Die Hinweise führten zu einer erneuten Prüfung der Vorhaben.
    Im Verfahren der Firma Bärnreuther+Deuerlein bestand die Sorge, dass die beantragte Verfüllung mit stärker schadstoffbelasteten Materialien das empfindliche Karstgebiet und damit das Grundwasser gefährden könnte. 

    Dass innerhalb eines Jahres zwei umstrittene Genehmigungsverfahren mit der vollständigen Rücknahme der Anträge enden, ist ein starkes Signal. Es zeigt, wie wichtig eine aktive Bürgerbeteiligung, transparente Genehmigungsverfahren und die sorgfältige Prüfung von Gutachten für den Schutz von Mensch und Umwelt sind.

    Die Interessengemeinschaft bedankt sich bei allen Bürgerinnen, Bürgern, Stadträtinnen und Stadträten für ihre Unterstützung sowie beim Bund Naturschutz und den beteiligten Fachleuten für die fachliche und rechtliche Begleitung der Verfahren.

    Mit der Rücknahme beider Anträge werden aus Sicht der Interessengemeinschaft zwei Vorhaben nicht umgesetzt, die Risiken für das Grundwasser beziehungsweise für die Luftqualität und damit für die Gesundheit der Bevölkerung hätten mit sich bringen können. Die IGS sieht darin einen wichtigen Gewinn für Gräfenberg, seine Bürgerinnen und Bürger sowie den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.

    Vielen Dank für Euer Engagement und Eure Unterstützung!
    Eure Interessengemeinschaft Steinbruch
    gez. Jochen Gundelfinger

  • Nach langer Zeit hier eine abschließende Nachricht zum Antrag der Firma Bärnreuther+Deuerlein:

    Das Landratsamt Forchheim hat bekanntgegeben, dass die Firma Bärnreuther+Deuerlein den Antrag auf Verfüllung mit schadstoffbelastetem Material mit Schreiben vom 05.05.2025 vollständig zurückgezogen hat. Die Bekanntmachung ist im Wortlaut hier nachzulesen: lra-fo.de/index.php?object=tx,3925.2.1&ModID=10&FID=3925.3152.1

    Nicht zuletzt die 1.356 Unterschriften durch Sie/Euch hat zu diesem Rückzug geführt. Dafür noch einmal herzlichen Dank an Sie/Euch alle für die Unterstützung.

    Nähere Einzelheiten und viele andere Neuigkeiten werden wir mitteilen bei unserer Informationsveranstaltung am Freitag, 24.10.2025, 19 Uhr, im Gasthof Lindenbräu in Gräfenberg, Am Bach 3.
    Wir würden uns freuen, Sie/Euch zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
    Herzliche Grüße

    Interessengemeinschaft Gräfenberg
    igs-graefenberg.de/
    Mail: graefenberg-info@web.de

Das Standortgutachten ist schlicht und ergreifend Fehlerhaft. Es wird behauptet: "Die Eisenoolithkalke des Dogger Gamma sind im Gräfenberger Raum 5 Meter dick". Dazu zitiert heka die geologischen Karten des LfU. Dort steht aber, dass der Dogger Gamma im Gräfenberger Raum gänzlich fehlt. Die Eisenoolithkalke des Dogger delta und epsilon sind im nahen Oberndorf gerade einmal 1.5 Meter dick, also deutlich dünner.

Der Herr Bürgermeister und die CSU/FW-Mehrheit im Stadtrat betonen doch gar nicht zuständig zu sein. Sie verweisen auf ihre Parteifreunde Landrat und Umweltminister. Vllt. wäre die Petition besser an den Herrn Landrat (der sich aus Sachthemen aus Prinzip raus hält) und den Herrn Umweltminister (der sich offenbar nicht traut dem Steinbruch auf die Füße zu steigen) aufgehoben.

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