Family

Kids First: Für Kinder und ihre Zukunft in Zeiten von Corona!

Petition is directed to
Landesregierung Baden-Württemberg
86 Supporters 71 in Baden-Württemberg
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  1. Launched 10/08/2020
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Wir brauchen eine verlässliche Bildungs- und Betreuungssituation in Pandemiezeiten! Viele Familien in Baden-Württemberg haben noch immer keine verlässliche Perspektive für eine Rückkehr in einen normalen Alltag. Der Regelbetrieb von Schulen und KiTas ist lediglich das Wunschszenario der Landesregierung. Nach einschneidenden Monaten für viele Kinder und Familien muss die Landesregierung endlich eine verlässliche Bildungs- und Betreuungssituation in Pandemiezeiten sicherstellen, denn die psychischen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen sind für viele Familien nicht mehr länger tragbar.

Wir sagen: KiTas und Schulen sind äußerst relevante Einrichtungen, die nur im allergrößten Notfall geschlossen werden sollten. Home-Office und Home-Schooling durch Eltern ist kein Ersatz für Betreuung und Beschulung. Daher muss eine Öffnung der KiTas und Schulen im Regelbetrieb mit einer 100%igen qualitativen Beschulung und Betreuung und einem praxistauglichen Hygienekonzept erfolgen. Sollte es zu einem Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht kommen, muss ein einheitlicher und verpflichtender digitaler Unterricht sichergestellt sein.

Damit entsprechende Konzepte im Herbst direkt eingesetzt werden können, muss JETZT gehandelt werden. Daher stellen wir die folgenden Forderungen, die durch eine ausführliche Begründung ergänzt werden.

Unsere Forderungen:

  1. Regelbetrieb mit 100% Beschulung und Betreuung für KiTas, schulvorbereitende Einrichtungen (SVEs), Schulen, heilpädagogische Schulen und Fördereinrichtungen für Kinder mit Handicap mit klarem Hygienekonzept und Hygieneausstattung.

  2. Das Hygienekonzept muss angemessen und praxistauglich sein und die Einhaltung qualitativer pädagogischer und didaktischer Standards ermöglichen.

  3. Sicherstellung der notwendigen Ressourcen und Infrastruktur für einen Regelbetrieb: wenn nötig, zusätzliches Personal einstellen (z.B. Lehramt-Studierende, Studierende der Erziehungswissenschaften, Quereinsteiger), zusätzliche Räume anmieten, Außenanlagen nutzen (z.B. Draußen-Konzepte).

  4. Bei steigenden Infektionszahlen: keine prophylaktischen Schließungen ganzer Einrichtungen, Einschränkungen im Betrieb von KiTas und Schulen nur als letztes Mittel und so kurz und differenziert wie möglich.

  5. Ein praxistaugliches Konzept für die Erkältungssaison für KiTas und Schulen. Anwendung kinderfreundlicher Testverfahren, z.B. Spucktests, sowie Sicherstellung schneller Testergebnisse im begründeten Verdachtsfall. Allergien, Asthma sowie andere chronische Erkrankungen bei den Kindern müssen berücksichtigt werden.

  6. Stärkere Gewichtung von medizinischen, psychologischen und pädagogischen Aspekten neben virologischen Empfehlungen.

  7. Faktenbasierte Risikokommunikationan Eltern, Lehrer und das pädagogische Personal, die das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko von Kindern entsprechend der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse neutral bewertet.

  8. Entwicklung praxistauglicher Anti-Corona-Maßnahmen für Kinder und Familien mit Kinderärzten, Virologen, KiTa- und Schulleitungen, den Gesundheitsämtern sowie repräsentativen Familienvertretern, z.B. im Rahmen runder Tische.

  9. Die Umsetzung des Bildungsauftrags und Durchführung des Unterrichts, ob in Präsenz- oder Distanzform, ist die zentrale Aufgabe der Schulen und dient der Förderung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Diese Aufgabe müssen Schulen weiterhin wahrnehmen können und dürfen. Grundprinzip: Je jünger die Kinder, desto wichtiger ist Präsenzunterricht. Eine Aussetzung der Schulbesuchspflicht ist nicht akzeptabel.

  10. Sofortige Entwicklung und Umsetzung eines landesweiten Digitalkonzepts. Kurzfristig flächendeckende Schulung des Lehrpersonals und technische Ausstattung von Schülern und Lehrpersonal.

Reason

Das gesellschaftliche Leben verläuft in vielen Bereichen fast wieder normal. Aber in Schulen und KiTas ist der Regelbetrieb noch lange nicht wieder hergestellt. Auch für den Herbst kündigt sich an, dass diese Situation andauern wird, einige Städte in Baden-Württemberg haben die Eltern bereits jetzt vor andauernden Personalengpässen in KiTas und den daraus resultierenden verkürzten Öffnungszeiten nach den Sommerferien gewarnt. Nach sehr einschneidenden Monaten für viele Kinder und Familien sollte die Sicherstellung einer verlässlichen Bildungs- und Betreuungssituation in Pandemiezeiten ein erklärtes Ziel der Landesregierung sein! Das allgemeine Covid-19 Infektionsgeschehen darf dabei keine pauschale Begründung sein, um Bildungs- und Betreuungseinrichtungen nicht stärker zu öffnen. Die Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt bereits die enormen psychologischen und gesundheitlichen Belastungen für Kinder. Auch die wirtschaftlichen Schäden sind für viele Familien bei noch länger andauernden Einschränkungen im KiTa- und Schulbetrieb nicht mehr länger tragbar. Anstatt also den Regelbetrieb nur als Wunschszenario zu präsentieren, muss die Landesregierung endlich Konzepte vorlegen, wie KiTas und Schulen im Herbst unter Regelbetrieb wieder geöffnet werden und bleiben können.

Eine Öffnung der KiTas und Schulen im Regelbetrieb mit einer 100%igen qualitativen Beschulung und Betreuung muss mit einem angemessenen und praxistauglichen Hygienekonzept erfolgen, das die Einhaltung pädagogischer und didaktischer Standards ermöglicht. Zudem muss die in wissenschaftlichen Studien festgestellte geringere Infektiösität von Kindern bei einer Covid-19 Infektion berücksichtigt werden. Allergien oder Asthma sowie andere chronische, nicht ansteckende Erkrankungen dürfen bei den Kindern nicht per se zum Ausschluss von der KiTa oder Schule führen, hier muss klar differenziert werden. Wenn kleinere Gruppen/Klassen aus fundierter wissenschaftlicher Sicht notwendig erscheinen, müssen die Handlungskonzepte, Ressourcen und die Infrastruktur für eine Verringerung der Gruppengröße in kürzester Zeit abrufbar sein. Dafür müssen jetzt z.B. Lehramtsstudierende und Quereinsteiger als Lehrpersonal in Schulen gewonnen werden. Es müssen jetzt zusätzliche Raumkapazitäten erschlossen werden, indem Räume angemietet oder Außenanlagen genutzt werden.

Wenn ein Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht an Schulen als nächste Stufe tatsächlich notwendig werden sollte, muss ein verpflichtender, einheitlicher und digitaler Unterricht gewährleistet werden. Dafür muss jetzt ein einheitliches Digitalkonzept für ganz Baden-Württemberg entwickelt und umgesetzt werden. Dies impliziert auch kurzfristige flächendeckende Schulungen des Lehrpersonals, flexible Kapazitäten zur Unterstützung der Schulen und Lehrkräfte in der Umsetzung sowie eine kurzfristig starke Verbesserung der technischen Ausstattung von Schülern und Lehrern. Die Aussetzung der Schulbesuchspflicht wirkt sich besonders in Familien mit Missbrauch, Drogen- psychischen und anderen Problemen für die Kinder katastrophal aus. Die letzte Kontrollinstanz Schule wird damit außer Kraft gesetzt, die Kinder sind dieser Situation hilflos ausgeliefert. Wo zuvor noch aufmerksame Lehrer Alarm schlagen konnten, ist dies nun nicht mehr möglich, wenn die Kinder nicht in der Schule erscheinen.

Um diese Konzepte für den Herbst einsatzbereit zu haben, darf auf politischer Ebene nicht erst im Herbst damit angefangen werden, sondern es muss auf politischer Ebene bereits jetzt ein Konzept erstellt werden! Ein zentrales Prinzip unseres Landes muss auch in Pandemiezeiten gelten: Die Umsetzung des Bildungsauftrags und die Durchführung des Unterrichts in Präsenz- oder Distanzform ist die zentrale Aufgabe der Schulen und nicht der Eltern! Sie dient der Förderung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Diese Aufgabe müssen Schulen weiterhin wahrnehmen.

Bei steigenden Infektionszahlen im Herbst darf es zudem keine prophylaktischen Schließungen ganzer Einrichtungen geben! Einschränkungen im Betrieb von KiTas und Schulen sollen nur als letztes Mittel eingesetzt werden und müssen so kurz und differenziert wie möglich sein. Bildung und die psychische Gesundheit von Kindern und Familien sind keine Luxusgüter, auf die diese Gesellschaft ohne enorme Folgekosten einfach verzichten kann. KiTas und Schulen sind deshalb äußerst relevante Einrichtungen, die nur im allergrößten Notfall geschlossen werden sollen.

Dabei sind alle Kinder systemrelevant!

Vielen Dank! familieninderkrise.com

Links Studie UKE: www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html

Spucktests: www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7270800/

Stellungnahme der DGPI, DAKJ, GHUP und BVKJ: dgpi.de/stellungnahme-schulen-und-kitas-sollen-wieder-geoeffnet-werden

Thank you for your support, Familien in der Krise from Tübingen
Question to the initiator

News

  • Sehr geehrte Unterstützende,

    die Petition wurde gemäß unserer Nutzungsbedingungen überarbeitet. Die temporäre Sperrung wurde wieder aufgehoben und die Petition kann nun weiter unterzeichnet werden.

    Wir bedanken uns für Ihr Engagement!

    Ihr openPetition-Team

Die Corona-Panik geht mittlerweile schon 5 Monate, was mehr als genug Zeit gewesen wäre, sich zusammenzusetzen und zielorientierte, sinnvolle Strategien zu erstellen. Stattdessen wird weiterhin mit spontanen Entscheidungen hantiert, die allesamt mehr schaden als nutzen. Diese planlose Politik belastet und schädigt uns alle, ganz besonders Kinder als schwächstes Glied in der Gesellschaft.

No CONTRA argument yet.

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