Die Stadt Nürnberg möchte in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses am 13.12.2018 die Auflösung der Kleingartenkolonie in der Grimmstraße behandeln. Es ist davon auszugehen, dass diese Fläche anschließend als Bauland ausgewiesen wird. Dies zum einen, weil die Stadt Nürnberg auf der Suche nach einer Ausgleichsfläche für den Investor ist, der ursprünglich auf dem Platnersberg beabsichtigte, eine AquaKita (Kindertagesstätte mit Wasserbecken) zu errichten.

Zum anderen, weil besagter Investor bereits vor Jahren Planungen für einen alternativen Standort auf der Fläche der Kleingartenanlage unternommen hat. Mit diesem Aufruf soll verhindert werden, dass die Kleingartenanlage aufgelöst wird. Auch soll unterbunden werden, dass diese Fläche Bauland wird. Alle bis 05.12.2018 eingehenden Unterschriften sollen bereits dem Stadtplanungsausschuss vorgelegt werden. Die Petition läuft jedoch weiter.

Begründung

1. Keine Mehrbelastung durch den Verkehr

Die Verkehrsdichte in der schmalen Grimmstraße ist bereits durch das Bringen und Abholen der Schüler der Grimmschule enorm. Dazu kommt die zunehmende Belastung durch die fehlenden Parkplätze für die gewerblichen Nutzer in der Erlenstegenstraße. Dies stellt schon seit Jahren ein großes Gefährdungspotenial für die Grundschüler auf Ihrem Schulweg dar. Bisher konnte hierzu trotz vielfältiger Bemühungen noch keine Lösung gefunden werden. Es herrschen wochentags zum Teil chaotische Zustände rund um die Grimmschule. Eine zusätzliche Verkehrsbelastung ist undenkbar.

2. Keine Versiegelung von Grünflächen

Eine Auflösung der Kleingärten und eine Umwidmung dieser im Bebauungsplan für Kleingärten vorgesehenen Fläche in Bauland hat zwangsläufig eine großflächige Versiegelung, den Verlust von Stadtgrün und eine Veränderung des Mikroklimas zur Folge. Derzeit stellt die private Unterhaltung und Pflege der Grünflächen durch die Pächter der Kleingartenanlage eine optimale Lösung dar, da kostenfrei eine wertvolle Grünfläche im städtischen Raum erhalten wird.

Zudem hat sich der Stadtrat in den Haushaltsberatungen für 2019 im November 2018 für eine Ausweitung der Grünflächen in der Stadt ausgesprochen und formuliert, einer weiteren Versiegelung von Flächen entgegenwirken zu wollen. Eine Umwidmung der Kleingartenfläche in Bauland würde dieses Ziel konterkarieren.

3. Derzeitige Realisierung einer Kindertagesstätte an der Sibeliusstraße - weitere Flächen nötig?

Aktuell wird in der Sibeliusstraße bereits eine Kindertagesstätte realisiert. Zusätzlich stehen die Räume in dem Containerbau in der Grimmstraße 8 und in den Räumlichkeiten der Tagesstätte in der Eichendorffstraße zur Verfügung. Damit dürfte ein städtischer Bedarf, weitere gemeinnützige Bauten in der Grimmstraße zu errichten, nicht gegeben sein.

4. Keine weitere Nachverdichtung

Eine Verdichtung der Bebauung wurde bereits durch den Bau der Kindertagesstätte auf dem Gelände der Grimmschule entlang der Sibeliusstraße erreicht. Viele Einfamilienhäuser wichen im Stadtteil in den letzten Jahren dem Bau von Mehrfamilienhäusern. Eine weitere Verdichtung durch die Auflassung der Kleingärten und die Umwidmung in Bauland würde zwar kommerziellen Bauinvestoren sehr zugute kommen, die Grünflächen wären aber für immer verloren.

5. Kleingartenanlage soll bleiben

Die Kleingartensiedlung ist in der Grimmstraße seit vielen Jahrzehnten prägendes Element. Die Gärten werden zum Teil bereits über Generationen genutzt und gepflegt. Sie unterstreichen die städtebauliche Vielfalt in unserm Stadtteil und sollen deswegen erhalten bleiben.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Barbara Schieder aus Nürnberg
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Neuigkeiten

  • 03.12.2018: Es wurde in einem Artikel in den Nürnberger Nachrichten, Stadtanzeiger, mit dem Titel: "Große Sorge um grünes Kleinod" Herr Ulrich zitiert. Daraus wurde deutlich, dass die Kleingartenfläche tatsächlich als Ausgleichsfläche für die ursprünglich am Platnersberg geplante Kindertagesstätte mit Seniorentagespflege dienen soll.

    07.12.2018: Zum Termin des Stadtplanungsausschusses am 13.12.2018 wurden erst auf Nachfrage der "Grünen" -Fraktion die zu besprechenden Unterlagen hinterlegt. Zur Aufgabe der Kleingartenanlage in der Grimmstraße wurde in der Entscheidungsvorlage formuliert, dass diese "zeitnah durch den Neubau einer Kindertagesstätte abgelöst werden soll…" (Unterlagen einsehbar unter
    online-service2.nuernberg.de/buergerinfo/si0056.asp?__ksinr=14798 ).

    10.12.2018: Es wurden Schreiben an alle Mitglieder des Stadtplanungsausschusses mit der Formulierung unserer Anliegen entsprechend der Petition und aller bis dahin eingegangenen Unterschriften eingereicht.

    11.12.2018. Antrag Bündnis 90 /Die Grünen : "Die Kleingartenanlagen Bertha-von-Suttner-Straße und Grimmstraße bleiben erhalten. Für die geplante Kindertagesstätte in der Grimmstraße wird ein anderer Standort gesucht."

    12.12.2018: Eingang der Mitteilung, dass die Behandlung des Tagesordnungspunktes "Neue Kleingärten in Nürnberg" zum Sitzungstermin des Stadtplanungsausschusses am 13.12.2018 nicht behandelt wird.

    13.12.2018: Artikel Bild Zeitung: "Grüne wollen Schrebergärten-Abriss für Kita verhindern. (Initiator unbekannt)

    21.12.2018: Artikel Nürnberger Nachrichten, Stadtanzeiger :"Grün in der Grimmstraße: Immer mehr Unterstützer"
    Der Bürgerverein Jobst-Erlenstegen e.V. möchte, dass sowohl die Grünfläche des Plattnersberges als auch die Kleingärten erhalten bleiben.
    Bund Naturschutz, Ortsgruppe Nürnberg -Nordost : "Alle von der Stadt selbst formulierten Ziele des Natur- und Klimaschutzes sprechen gegen das Vorhaben", "Die Lage der Kleingärten mitten im Wohnviertel haben einen besonderen Wert."

    14.01.2019: Stadtplanungsausschusssitzung am 24.01.2019 , 15.00 Uhr, Rathausplatz 2, kleiner Sitzungssaal Zi. 45/46
    "Neue Kleingärten in Nürnberg" Alle Unterlagen einsehbar unter:
    online-service2.nuernberg.de/buergerinfo/si0056.asp?__ksinr=15056
    Die Entscheidungsvorlage sieht nach wie vor die Auflösung der kleinen Kleingartenanlagen Grimmstraße und Bertha-von-Suttner-Straße vor. Die genannten Argumente dafür sind: "Für Anlagen dieser Größenordnung kann der Aufwand für die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur überdurchschnittlich hoch sein. Auch sind es besonders kleine Anlagen, die in den Fokus konkurrierender Flächenansprüche geraten können."

    Hierzu unsere Erklärung:
    1. Die Anlage in der Grimmstrasse gehört seit vielen Jahren zum Verein KGV Rechenberg e.V., mit Vereinsvorstand, Vereinshaus und insgesamt 45 Gärten auf
    14.308 m² Gesamtfläche. Durch diese Vereinseingliederung gibt es, und gab es auch bisher, für die Stadt Nürnberg und den Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner e.V. seit Jahrzehnten keinen höheren Aufwand für die Bereitstellung einer "notwendigen Infrastruktur" für die Kleingärten in der Grimmstrasse.

    2. Die Formulierung: ..Auch sind es besonders kleine Anlagen, die in den Fokus konkurrierender Flächenansprüche geraten können."
    Wenn städtische Flächen in den Fokus von "konkurrierenden Flächenansprüchen" geraten liegt es in den Händen der Verantwortlichen der Stadt Verantwortung zu zeigen und im Sinne der vor Ort betroffenen Bürger und Nutzer eine optimale, zukunftsfähige Entwicklung umzusetzen und Grünflächen, die als Kleingärten der Erholung und der Sozialstruktur dienen, zu erhalten.

    Die Sammlung von Unterschriften läuft bis zum letzten Tag!

    Nürnberg, 17.01.2019

Pro

Die Belegenheit von Kleingärten zwischen Schule und Wohnbebauung ist für alle Anlieger ebenso erfreulich wie in Nürnberg einzig. Eine derartige Grünfläche für eine kurzfristige finanzielle Ersparnis einem Investor zu überlassen, der bereits Mögeldorf mit seiner Kita verunziert und gegen den wegen seines Verhaltens in einer ehemaligen Kita laut Zeitung staatsanwaltliche Ermittlungen laufen, ist unsäglich! Ein Mehrbedarf an Kitaplätzen wurde vom Investor selbst noch 2015 in der Zeitung bestritten! Und jetzt treibt er die Stadt Nürnberg gegen die Kleingärtner vor sich her. So nicht!

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterschreiben

  • am 10.03.2019

    Kleingärten müssen als biologische Inseln erhalten werden

  • am 06.03.2019

    Weitere Verdichtung des Stadtteils sollte nicht gefördert werden

  • Mirko Caspary Wuppertal

    am 02.03.2019

    ich bin dafür das die Kleingartenanlage Grimmstraße in Nürnberg Kein Bauland werden sollte das muss nicht sein.

  • am 31.01.2019

    Weil jede Grünanlage in der Stadt wichtig ist. Weil die Menschen dort ihre Ruhe und Entspannung finden. Ich hab selber mal in der Nähe gewohnt und mich immer an diesen Gärtchen erfreut.

  • am 22.01.2019

    Weil ich nicht verstehe, wieso die Stadt Nürnberg eine Kleingartenanlage platt machen will für Bauland. Es mag zwar sein, dass die Pächter laut der Stadt "eine angemessene Entschädigung" bekommen. Aber es steckt viel Schweiß, Blut und Leidenschaft hinter der Gestaltung eines Gartens.

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