Am 4. und 5. Mai 2013 haben sich in Korbach die unten aufgeführten Anti-Fracking-Initiativen aus Deutschland zur stärkeren Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch getroffen.

Folgende Forderungen richten wir an Bund, Länder und die Europäische Union:

• Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dies ist unabhängig davon, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, hydraulisch oder andersartig erzeugt wird.

• Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.

• Ein generelles Verbot der Verpressung des Rückflusses oder der untertägigen Ablagerung von Fluiden und Lagerstättenwässer.

• Eine Novellierung des Bergrechts. Die höchsten Umweltstandards und Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit haben im Fokus der Novellierung zu stehen.

• Ein konsequentes Umsetzen der politisch beschlossenen Energiewende, d.h. Abkehr von fossilen Brennstoffen, Ausbau der erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz.

Unterzeichner/ Signers:

  1. AG Post Fossil Kassel (HE)
  2. AK Fracking Braunschweiger Land (NI)
  3. Aktionsbündnis No Moor Fracking (NI)
  4. BI "No Fracking" Völkersen (NI)
  5. BI Fracking freies Hessen
  6. BI für ein lebenswertes Korbach (HE)
  7. BIGG Drensteinfurt (NRW)
  8. BIGG Hamm (NRW)
  9. BIGG Hochsauerland (NRW)
  10. BIST e.V. Herbern (NRW)
  11. Stop Fracking BI Witten für sauberes Wasser (NRW)
  12. BUND Bodensee-Oberschwaben (BW)
  13. BUND Hessen
  14. BUND Kassel (HE)
  15. BUND KV-Schwalm-Eder (HE)
  16. BUND-AG "Wir gegen Fracking" Lüneburg (NI)
  17. Food & Water Europe
  18. Hamminkeln Gegen Gasbohren (NRW)
  19. IG Fracking-freies Artland e. V. (NI)
  20. IG Gegen Gasbohren Borken (NRW)
  21. IG Rees gegen Gasbohren e. V. (NRW)
  22. IG Schönes Lünne (NI)
  23. Initiative no Fracking "InoFrack" (NRW)
  24. No Fracking in Mühlheim an der Ruhr (NRW)
  25. NRÜ gegen Fracking e.V. (NI)

26. Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Unterstützer/Supporters/Soutiens: www.resolution-korbach.org

Reden

Die Förderung von unkonventionellem Erdgas mittels Hydraulic Fracturing ('Fracking') und andere wirkungsgleiche Verfahren kann keinen Beitrag dazu leisten, einige der wichtigsten globalen Probleme zu lösen: den beschleunigten Klimawandel, den Raubbau an Ressourcen, den steigenden Energieverbrauch und die ungerechte Verteilung von Wohlstand. Aus diesen Gründen lehnen wir den Irrweg 'Fracking' entschieden ab.

Wir sind uns bewusst, dass eine sichere, nachhaltige und gerechte Energieversorgung eine Aufgabe darstellt, die einerseits über Ländergrenzen reicht, andererseits eine Verantwortung einfordert, die sich über Generationen in die Zukunft erstreckt. Bereits heute gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, wie nach dem Ausstieg aus der atomaren Energiegewinnung auch kohlenstoffhaltige Energieträger ersetzt werden können. Jedoch mangelt es noch zu oft an dem Willen, sich als Gesellschaft auf den Weg zu machen und die Energiewende konsequent voranzutreiben. Dabei ist es eine existenzielle Notwendigkeit, unseren Kindern und Enkeln eine bewohnbare Erde zu hinterlassen.

Angesichts der ethischen Verpflichtung, unsere Gesellschaft nachhaltig, gerecht und in gemeinschaftlicher Teilhabe weiterzuentwickeln, fordern wir daher den Aufbruch in eine neue Energiezukunft, dessen Wurzeln in einem breiten gesellschaftlichen Konsens gründen.

Fracking als Hochrisikotechnologie zur Förderung unkonventionellen Erdgases u. -Öles ist unmittelbar mit nicht verantwortbaren negativen Eingriffen in den Naturhaushalten verbunden und bringt ein unabsehbares Konfliktpotential in die Gesellschaft. Breite Bevölkerungsschichten in Deutschland lehnen das Verfahren ab. Wir erwarten daher von den Politikern in Bund und Ländern nach dem Beschluss des Atomenergieausstiegs konsequent die Umsetzung des nächsten Schrittes: den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger. Dieses langfristige Ziel wird über Parteigrenzen hinweg beschworen, jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen ist die Jagd auf die letzten fossilen Energiereserven eröffnet.

Dabei können selbst die vermuteten unkonventionellen Vorkommen an Öl und Gas keinen signifikanten Beitrag zur Verringerung der Energie-Abhängigkeit Deutschlands oder Europas leisten. Auch die Energiepreise werden auf Dauer nicht gesenkt, denn die Aufwände zur Förderung sind deutlich höher als bei konventioneller Förderung. Die Erfahrungen aus den USA zeigen, dass die Förderraten schnell sinken und selbst durch ein dichteres Netz an Bohrtürmen sowie mehrfachen Fracks kaum aufrecht erhalten werden können. Darüber hinaus konterkariert unkonventionelles Erdgas durch seine schlechte Klimabilanz die bereits beschlossenen, politisch verbindlichen nationalen und europäischen Klimaschutzziele.

Daher ist bei volkswirtschaftlicher Abwägung des Risiko-Nutzen-Verhältnisses die unkonventionelle Gasförderung gesellschaftlich unverantwortlich, selbst wenn sie ohne Einbringung umwelttoxikologischer Substanzen irgendwann möglich wäre. Die Floskel vom sogenannten „clean fracking“ ist ganz entschieden zu entkräften, denn es gibt keine saubere Ausbeutung und Nutzung fossiler Energieträger!

Die Ausbeutung dieser Vorkommen dient nur der kurzzeitigen Gewinnmaximierung multinationaler Konzerne ohne einen nachhaltigen gesellschaftlichen Nutzen. Die Risiken und Folgekosten, welche existenziell und irreparabel sind, liegen ausschließlich auf Seiten der Bevölkerung:

  • verschmutztes Grund- und Trinkwasser durch Bohr- und Transportunfälle, unkontrollierte Rissausbreitung und mangelhafte Sicherung von Bohrlöchern

  • verseuchter Boden durch Leckagen in Rohrleitungssystemen, insbesondere durch Lagerstättenwässer

  • belastete Luft in den Abbaugebieten um die Bohr- und Förderplätze durch entweichende Kohlenwasserstoffe und andere Gifte mit großer Schadwirkung für die Menschen und die Atmosphäre

  • Gefährdung des Grundwassers durch verpresste Abwässer und Ausgasen verlassener Bohrungen

  • Zunahme von Flächenverbrauch und Bodenversiegelung durch Straßennetze und Bohrplätze

  • Schadstoffemissionen und Lärm durch LKW-Verkehr und Dieselaggregate auf den Bohrplätzen

  • Umwandlung ländlicher Regionen, die bisher durch landwirtschaftliche Nutzung und Tourismus geprägt sind, zu Industrielandschaften mit rigorosem Wandel und Niedergang vorhandener wirtschaftlicher und kultureller Strukturen

  • leichte bis mittlere Erbeben ausgelöst durch Fracking und Verpressung von Abwässern

  • Ewigkeitsschäden durch Bodensenkungen.

Die trügerische Hoffnung auf bisher unerschlossene fossile Energieträger darf nicht weiter das Nachdenken über eine nachhaltige, risikoarme und gerechte Energieversorgung ersetzen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Liebe Freundinnen und Freunde,

    am 23.10.2014 hatten Bürgermeister Carsten Grawunder, Stefan Henrichs, Raphaela Blümer und ich in Heidelberg die Unterschriften der Petition zur Korbacher Resolution an die Umweltministerkonferenz übergeben:

    www.gegen-gasbohren.de/2014/10/25/heidelberg-90-tausend-unterschriften-gegen-fracking-uebergeben/

    Gestern Abend habe ich im Düsseldorfer Landtag erfahren, dass zum Fracking eine Entscheidung der Umweltminister vorliegen würde, Noch ist das ganze intern, aber die ersten Meldungen dazu dringen bereits nach außen:

    "Nach Informationen des sh:z hat die Mehrheit der Länder im vertraulich tagenden Umweltausschuss des Bundesrats dafür plädiert, die vieldiskutierte Technik zur Förderung von Erdgas und Erdöl entgegen den Plänen des Bundes komplett zu verbieten. Dazu wollen die Länder das Bergrecht reformieren."

    www.shz.de/schleswig-holstein/politik/laender-gegen-fracking-plaene-des-bundes-id9542156.html

    Dies bedeutet, dass wir auf unserem langer Weg zum Verbot von Fracking einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Wesentliche Forderungen, die Ihr mit dieser Petition unterstützt habt, sind von den Umweltministern der Länder aufgegriffen worden.

    Das ist also ein sehr schöner Erfolg, den wir alle gemeinsam erreicht haben. Ich möchte mich nochmals für die Unterstützung aller bedanken, insbesondere bei den Menschen, die tausende von Unterschriften auf der Straße gesammelt haben.

    OHNE EUCH HÄTTEN WIR DAS NIE GESCHAFFT!

    Noch sind wie nicht am Ziel, doch diese Meldung sollte uns Motivation und Ansporn sein, auch die letzten Meter mit voller Energie zurück zulegen, damit diese Unsinns-Technologie 'Fracking' nicht auf den Boden kommt.

    Grüße aus Drensteinfurt

    Jürgen Blümer


    PS: Eine persönliche Bitte am Schluss!

    Seit dem vergangenen Sommer engagiere ich mich - ausgelöst durch die Snowden-Veröffentlichungen - im Bereich Überwachung und Datenschutz. Sicher habt Ihr die Meldungen der letzten Tage zu den Skandalen um den BND mitbekommen. Exakt dazu läuft gerade eine Bundestagspetition, die ich für ein Bündnis von Bürgerrechtsgruppen eingereicht habe:

    epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2015/_03/_13/Petition_57952.nc.html

    Liebe Freundinnen und Freunde, ich bitte Euch, diese Aktion der Überwachungsgegner ebenfalls mit einer Zeichnung zu unterstützen. Die Zeichnungsfrist endet am 29.04..

    Danke!

  • Guten Tag allerseits,

    im vergangenen Monat konnten wir die Petition zur Korbacher Resolution auf der Umweltministerkonferenz in Heidelberg übergeben.

    Hier ein kleiner Pressespiegel zu der Übergabe:

    www.gegen-gasbohren.de/2014/10/25/heidelberg-90-tausend-unterschriften-gegen-fracking-uebergeben/

    www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Drensteinfurt/1764771-Unterschriften-werden-in-Heidelberg-uebergeben-90-000-Stimmen-gegen-Fracking

    www.wa.de/lokales/drensteinfurt/buergerinitiative-uebergibt-unterschriften-gegen-fracking-4223671.html

    www.rusted-moon.com/2014/10/neil-young-shirts-fracking-deutschland.html

    www.wir-gegen-fracking.de/article.php?articleId=403


    Vielen Dank an alle, die unterzeichnet haben.

    Jürgen Blümer

  • Am Donnerstag, den 23.10.2014, werden Vertreter der Stadt Drensteinfurt
    und der Bürgerinitiative gegen Gasbohren BigG Drensteinfurt rund 90.000
    Unterschriften gegen unkonventionelle Gasförderung auf der Konferenz der
    Umweltminister der Länder in Heidelberg übergeben. Die Unterschriften
    werden entgegengenommen von den Ministern Johannes Remmel,
    Nordrhein-Westfalen, und Franz Untersteller, Baden-Württemberg, sowie
    dem Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth.

    Gesammelt wurden diese Unterschriften von zahlreichen Bürgerinitiativen
    in ganz Deutschland zur Unterstützung der Korbacher Resolution.
    Zusätzlich war die Aktion auf dem Internet-Portal 'openPetition'
    erreichbar, wo die Unterschriften auch Online abgegeben werden konnten.
    Die Korbacher Resolution wurde im Mai 2013 aufgesetzt und wird heute von
    über 260 Vereinen, Initiativen, Gruppen, Unternehmern, Parteien und
    Kommunen unterstützt. In der Resolution wird u.a. ein vollständiges
    Fracking-Verbot, eine Novellierung des Bergrechts und eine konsequente
    Umsetzung der Energiewende gefordert.

    Übergeben werden die Unterschriften durch den Bürgermeister Carsten
    Grawunder, der Stadträtin Raphaela Blümer, den Vorsitzenden der BigG
    Drensteinfurt Stefan Henrichs und den Mitautor der Korbacher Resolution Jürgen
    Blümer. Stadträtin und Bürgermeister vertreten mit Drensteinfurt eine
    Stadt, die sich bereits sehr früh gegen Fracking ausgesprochen und die
    Korbacher Resolution als eine der ersten Kommunen in Deutschland
    unterzeichnet hat. Die Beschlüsse gegen Fracking und für die Korbacher
    Resolution hat der Drensteinfurter Stadtrat stets einstimmig
    verabschiedet. Die BigG Drensteinfurt ist Erstunterzeichner der
    Korbacher Resolution und engagiert sich seit über zwei Jahren aktiv auf
    allen Ebenen gegen Fracking. Zuletzt unterstützte die Bürgerinitiative
    die Stadt Drensteinfurt bei der Abfassung eines Einspruchs zur
    Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis für unkonventionelles Erdgas im
    Feld Nordrhein-Westfalen Nord.

    Mit der Übergabe der Unterschriften fordern die Stadt Drensteinfurt und
    die BigG Drensteinfurt im Namen aller UnterzeichnerInnen von den
    Umweltministern der Länder, mit dem Ausstieg aus der Nutzung fossiler
    Energieträger ernst zu machen und eine Brückentechnologie wie Fracking
    zu verhindern. Keinesfalls soll der Bundesrat als Vertreter der Länder
    den Gesetzesplänen der Bundesregierung zustimmen, in denen Fracking
    unter bestimmten Umständen ermöglicht wird. Bürgerinitiative und Stadt
    wollen ein vollständiges Frackingverbot, um damit den Einstieg in eine
    unkalkulierbare Risikotechnologie zu verhindern.

Discussie

pro

Liebe Mit-Unterzeicher/innen Schaut auch mal in die Kommentare hinein, manche davon sind es wert, kopiert zu werden, man kann diese dann auch gut in den sozialen Netzwerken einfügen, vielleicht mit einem Link hierher oder in einer privaten Mail einfügen, die man an seine Freunde schickt. Und wenn ihr die Kommentare lest, bitte gebt auch denen, die Euch gefallen ein "Daumen hoch", das hilft dann uns anderen, weitere gute Kommentare zu finden. Leider scheint es Menschen zu geben, die aus Prinzip überall einen "Daumen runter" setzen, vielleicht werden die dafür bezahlt?

contra

Energie schafft Wohlstand und Gesundheit. Fracking liefert Energie. Die Kosten und Risiken sind kontrollierbar und gegenüber dem Nutzen vernachlässigbar. Solange Menschen auf der Welt verhungern finde ich es moralisch unhaltbar, sich der Frackingtechnologie aus purer Angst und einer "ja, aber nicht in meinem Garten" Mentalität zu verschliessen