Region: Germany

Korrektur zur Berechnung der Rentenpunkte bzw. des Durchschnittlohnes der Deutschen

Petition is addressed to
Deutscher Bundestag

42 Signatures

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  1. Launched November 2025
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  3. Submission on the 13 May 2026
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

Petition addressed to: Deutscher Bundestag

Derzeit wird das sogenannte Durchschnittsentgelt gemäß § 68 SGB VI als arithmetisches Mittel aller sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelte berechnet.
Dieses Entgelt dient als Referenzwert für die Bewertung individueller Rentenansprüche (Entgeltpunkte).

1. Historischer Zweck

Als die Rentenformel in den 1950er-Jahren entwickelt wurde, sollte das Durchschnittsentgelt den typischen Verdienst eines Durchschnittsarbeitnehmers abbilden.
Zu diesem Zeitpunkt war:

die Lohnstruktur weitgehend homogen,
das Einkommensgefälle gering,
und der Unterschied zwischen Durchschnitts- und Medianlohn statistisch kaum relevant.
Damit war der arithmetische Durchschnitt ein sachgerechter Maßstab, um die Rentenleistung proportional zur individuellen Beitragsleistung zu gestalten.

2. Strukturelle Veränderung der Einkommensverteilung

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Lohnverteilung in Deutschland jedoch erheblich verändert:
Die oberen Einkommen sind überdurchschnittlich stark gestiegen,
während die mittleren und unteren Einkommen real stagniert haben.
Gleichzeitig wird nur Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze mit Rentenbeiträgen belegt.
Dennoch gehen alle sozialversicherungspflichtigen Einkommen – auch über der Beitragsbemessungsgrenze – voll in die Statistik des Durchschnittsentgelts ein.

3. Ergebnis: Statistische Verzerrung zulasten der Mehrheit

Da sehr hohe Einkommen das arithmetische Mittel stark anheben, liegt das offizielle Durchschnittsentgelt deutlich über dem tatsächlichen Einkommensniveau der Mehrheit der Beschäftigten.
Der Medianlohn – also der Verdienst der mittleren Arbeitnehmerin bzw. des mittleren Arbeitnehmers – liegt inzwischen etwa 15 % unterhalb des Durchschnittsentgelts.

Diese methodische Diskrepanz führt dazu, dass:
ein erheblicher Teil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weniger als einen Rentenpunkt pro Jahr erwirbt,
obwohl sie ein typisches mittleres Einkommen erzielen,
und die Rente dadurch strukturell zu niedrig ausfällt.

4. Verletzung des Äquivalenzprinzips
Das Äquivalenzprinzip besagt, dass Beitrag und Leistung in einem angemessenen Verhältnis stehen sollen.
Wenn der Bezugswert für die Rentenbewertung aber ein statistisch verzerrter Durchschnittsverdienst ist, wird dieses Prinzip faktisch verletzt:
Die Mehrheit der Versicherten wird unterproportional bewertet, obwohl sie beitragsgerecht einzahlt.

5. Reformvorschlag

Um die Rentenbewertung wieder an der tatsächlichen Einkommensrealität auszurichten, sollte das Durchschnittsentgelt nach § 68 SGB VI künftig auf Basis des Medianlohns statt des arithmetischen Mittels berechnet werden.

Der Medianlohn:

teilt die Beschäftigten in zwei gleich große Gruppen,
ist robust gegenüber Ausreißern nach oben,
und spiegelt damit die wirtschaftliche Realität der Mehrheit der Versicherten besser wider.

6. Ziel
Eine medianbasierte Rentenbewertung würde:
das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung stärken,
strukturelle Benachteiligungen von mittleren Einkommen beseitigen,
und die Rentenformel an die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart anpassen.

Kurz gesagt:
Der § 68 SGB VI bildet heute nicht mehr den „Durchschnittsverdienst der Versicherten“ ab, sondern einen statistisch verzerrten Mittelwert, der durch Spitzeneinkommen künstlich angehoben wird.
Eine Reform hin zum Medianlohn wäre die einfachste und gerechteste Lösung, um die Rentenformel in Einklang mit ihrem ursprünglichen Zweck zu bringen.

Reason

Mit jedem Jahr verlieren die Arbeitnehmer aufgrund der falsch gerechneten Durchschnittlohnes ihnen zustehende Rentenpunkte.
Bitte zeichnen Sie meine eingereichte Petition im Bundestag mit.

Petition-URL: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2025/_10/_25/Petition_189024.html

Thank you so much for your support, Toni Huber, Oberstdorf
Question to the initiator

Petition details

Petition started: 11/13/2025
Collection ends: 05/12/2026
Region: Germany
Topic: Welfare

Man traut sich kaum, solch hohe Gehaltsvorstellungen zu äußern, mit denen man jährlich einen vollen Rentenpunkt bekommt. Auch mit höherer Qualifizierung. Da dies offizielle Durschnittsgehalt jedes Jahr um etwa 1000 Euro steigt, müsste man die Gehaltsvorstellungen vorrausschauend noch höher kalkulieren. Oder bei einer Bewerbung abstrakt einen vollen Rentenpunkt als dynamisches Gehalt anstreben.

No CONTRA argument yet.

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